Monsters of Liedermaching in Celle (Altstadtfest)

Freitag, 10. August 2007 - Robert

Nur 75 km liegt Celle von meinem Arbeitsplatz in Verden entfernt, daher hatte ich das Altstadtfest als Auftrittsort der Monsters of Liedermaching mal grob ins Auge gefasst – näher dran werde ich die grandiose Truppe dieses Jahr wohl nicht mehr erleben können.

Aber eine lange Arbeitswoche steckte mir doch in den Knochen, den ganzen Freitag überlegte ich, ob ich nicht doch besser nach der Arbeit gleich heimfahren sollte. Ich sehnte mich nach Couch, Ruhe, Abhängen. Nun, ich bin aber doch mehr Konzert-Junkie als eine faule Socke und schaffte es, meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Ab dafür nach Celle…viel Zeit war eigentlich nicht, denn die Monsters sollten bereits um 18.30 Uhr laut Bühnenplan auftreten. Ich gähnte die ganze Fahrt über, fragte mich, wie ich den Abend überstehen sollte… Glücklicherweise hinderten mich keine Staus am Fortkommen, auch hatte ich instinktiv das beste Parkhaus, das möglich war, ausgesucht. Ein freier Platz war schnell gefunden, noch die absolut sauberen sanitären Anlagen aufgesucht und dann los in die Altstadt, die gleich schräg gegenüber vom Parkhaus begann. Alles war abgesperrt und es gab Einlass-Kassen. Ein Obolus von 4 Euro war zu entrichten…eigentlich eher ungewöhnlich für ein Stadtfest, aber ich finde das durchaus angebracht und akzeptabel, da die Initiatoren auch ordentlich was an musikalischen Acts auf die Bühnen nach Celle geholt hatten. Ich fand es eigentlich schade, dass zeitgleich mit den Monsters Lea Finn auf einer anderen Bühne auftreten sollte…nun ja, man kann nicht alles haben und muss Prioritäten setzen können.

Gleich hinter dem Einlass-Absperrungen erblickte ich eine Bühne…eigentlich sollte es die von mir gesuchte sein, aber ich stand etwas verwirrt schauend auf dem leeren Platz davor. Drums, Keyboard etc. befanden sich on stage – aber keine Stühle für die Monsters…bin ich doch falsch? Doch dann stand plötzlich Rüdi vor mir und begrüßte mich – jaaaaa, alles gut, ich bin am richtigen Ort!
Nach kurzer Plauderei entschwand er backstage und ich suchte mir in der noch leeren ersten Reihe den besten Platz aus…ich bin da ja völlig schmerzfrei und steh auch ganz allein vor der Bühne, während sich alle anderen noch nicht herantrauen;-) Meine Müdigkeit war natürlich komplett verflogen…die Vorfreude auf das Konzert überwog längst.

Es war für mich an diesem Abend auch ein Novum…ich fahre nur sehr selten allein auf Konzerte – und wenn doch, treffe ich mich halt direkt vor Ort mit Freunden und Bekannten. Hier kannte ich niemanden außer der Band…ein bisschen komisch war das schon. Aber ich hatte nicht lang Zeit, darüber nachzudenken, denn es wurde lebendig. Bänke wurden herangeschleppt und aufgestellt, die Monsters betraten nach und nach die Bühne: Soundcheck! Jaaa, ich liebe Soundcheck! Meist eine lustige Sache, so auch heute.
Labörnski war noch nicht vor Ort, er saß wie so oft an einem Freitag noch im Zug, da sein Arbeitgeber blöderweise darauf besteht, dass er auch bis Feierabend im Betrieb verweilt – tsss…;-)
Soundcheck war kurz nach 18.30 Uhr beendet, aber lange würde es jetzt bis zum Start des Programms auch nicht mehr dauern. Die Monsters entschwanden in ihr Backstage-Zelt, direkt daneben ein Dixie-Klo – Musikerleben ist sicher auch nicht immer leicht!

Dann sah ich Börnski hinter der Bühne antraben – im Zelt ein lautes Geschreie, als er eintraf…kurz darauf noch lauteres Gegröhle…aha, es wird sich eingemonstert. Richtig, schon betrat ein Moderator von Radio 21 (vorher noch nie etwas davon gehört, gibt’s hier im Bremer Raum wohl nicht) die Bühne und kündigte das heutige Abendprogramm an…erst Monsters, danach dann Kai Wingenfelder, Sänger von Fury in the Slaughterhouse, der inzwischen auf Solopfaden wandelt.
Die erste Reihe war inzwischen auch längst gut gefüllt, links neben mir Monsters-Fans, rechts Wingenfelder-Fans…hinter uns erstmal die obligatorische Lücke, bis dann eigentlich viele weitere Menschen standen…waren ja doch schon viele da, auch viele Monsters-Fans, was man an den drauf hinweisenden T-Shirts sah. Und nun ging es auch endlich los.

Fred begann mit „Marzipan“ – bei den Mitmachteilen war das Echo des Publikums noch eher verhalten, es bedurfte schon einigen Aufforderungen der Monsters, doch mal etwas lauter mitzusingen – und überhaupt mal näher an die Bühne heranzurücken…diesem wurde aber auch gefolgt, der Platz war schön gefüllt, das Publikum um Lautstärke bemüht.
Rüdi war der nächste mit „Trink mit mir“ – da es noch etwas früh am Tag war, hatten die meisten Leute vor der Bühne noch keine Flasche Bier zum Anstoßen in der Hand – na ja, kann ja noch werden. Genügend Getränkestände wie auch Futterbuden gab es ja im näheren Umkreis, im Laufe des Abends wurde von den Monsters auch immer wieder empfohlen, doch bei Fichtelmann was zu essen – die haben sicherlich den Umsatz ihres Lebens gemacht!

Frische Mische präsentierten mit Burgers Hilfe „Biene Bertha“ – bei Burgers „Tod in der Nordsee“ sang das Publikum schon super mit. Ich beobachtete immer mal wieder verstohlen die Wingenfelder-Fans neben mir – wie nehmen sie die Monsters auf? Oh, sie hatten sichtlich Spaß…cool:-)

Das Motto des Abends war eh „Classic Rock“ – fast jeder Song wurde so angekündigt…nun ein Classic Rock-Song – okay, „Zwiebelmett“ nach der Melodie von „Dancing Queen“ ging dann als Classic Pop durch, aber Hauptsache Classic auf dem Altstadtfest.
Totte war natürlich mit seinem Klassiker „Türen“ dabei, mit dem für so manchen schon die Monsters-Leidenschaft begonnen hat…
Super kam Burger an mit seinem „Hartz 4“ – die Performance der anderen Monsters dazu ist wirklich klasse…Börnski und Fred schoben die Shirts hoch und streckten die Plautze ein wenig raus – wie man sich einen Hartz 4-Empfänger landläufig so vorstellt :-)
Zu meiner allergrößten Freude gab es von Frische Mische das „Schmiedeeiserne Schlachtgebet“ – fand ich den Song am Anfang meines Monsters-Fan-Seins eher seltsam, liebe ich ihn inzwischen um so mehr. Allein die Leidenschaft, mit der Labörnski singt, ist eine Schau! - Chapeau! -
Als Frische Mische dann ihren Song „Blasenschwäche“ ankündigten, wurden anwesende Kinder vehement dazu aufgefordert, sich die Ohren zuzuhalten *gg* - Fred machte das sehr eindrucksvoll den ganzen Song über vor.
Er war es auch, der als erstes auf einen Boxen-Turm neben der Bühne kletterte – aber es hielt ihn nicht lange dort oben, zu wackelig erschien ihm die Angelegenheit. Unter Spottbekundungen seiner Kollegen kehrte er auf die sichere Bühne zurück. Totte war da etwas weniger ängstlich und hopste später auf den Boxen herum…die Typen kommen auch immer auf die verrücktesten Ideen.

Im Hauptset hörten wir auch „Winterschlussverkauf im KaDeWe“, „Durchschnitt“, Wellensittich von Angela Merkel“, „Döner“, „Weltklassemelodie“, „Als der Staat gewann“ etc. Aber leider rast die Zeit bei einer so kurzweiligen Unterhaltung ja nur so dahin und es hieß dann schon, letzter Song. Pensen und Labörnski mit „Ich muss weg“, immer ein superschöner Abschluss. Aber an Aufhören war danach auch noch nicht zu denken…natürlich erklangen schnell die Sprechchöre…ohohohohooooh Monsters! Lang ließen sie sich nicht bitten und läuteten die Trinkrunde ein…“Dralle Dinks“ als auch „Ich trink dich schön“…und für mich zum zweiten Mal den genial-neuen Song von Rüdi: „Rüdi-Klon“ – hah! Totte machte mit „4 Meter“ noch mal richtig Stimmung, ein Song, der vorher aus dem Publikum auch immer lautstark gefordert wurden – na ja, mal ehrlich, da war so eine Gruppe Fans, die forderten ziemlich viele Lieder lautstark…aber das eine oder andere war ja auch im Set dabei! Sie sind so sicherlich auf ihre Kosten gekommen ;-)
Den endgültigen Abschluss machte Fred mit „Morgens um acht“ – werde ich mich auch niemals dran satthören können. Pensen blieb bei ihm sitzen, die anderen Monsters hockten sich auf den Bühnenrand – und tanzten natürlich während der zweiten Strophe auf den Bänken – Tische gab es ja keine auf der Bühne.
Unter heftigen Applaus verließen sie dann leider endgültig die Bühne…es war kurz vor 21 Uhr, über zwei Stunden musikalischen Hochgenusses waren vorbei. Ich war nur noch froh, dass ich den Weg nach Celle gemacht hatte – dies Spektakel hätte ich nicht verpassen wollen.

Der Merchandise-Verkauf wurde hinter den Absperrungsgittern abgewickelt, die beiden Wingenfelder-Fans neben mir haben sich übrigens auch sofort eine CD geholt :-) – sehr brav!
Da ich am folgenden Samstag a) eine Familienparty zu absolvieren hatte und b) vorher noch auf der Arbeit auftauchen sollte, machte ich mich dann kurz vor 21.30 Uhr bereits auf die Heimreise.

Sehr glücklich grinsend war ich nach einer Stunde im heimischen Fischerhude angekommen – und bedauerte die ganze Fahrt über Menschen, die kein so glücklichmachendes Hobby wie ich haben und nicht eine Woche Alltag einfach durch ein paar verrückte Typen auf der Bühne abschütteln können, die einem den Kopf freipusten und durch ihre Musik für die Ausschüttung von reichlich Glückshormonen sorgen! Monsters, spätestens auf eurer Herbsttour sehen wir uns wieder!

- BiBi -

Fotos von den Monsters in Celle