Sasha, H-Blockx, Pohlmann, Les Sauvignons in Hamburg (Schmidts Theater)

Mittwoch, 22. August 2007 - Robert

FC St. Pauli, der Hamburger Fußballverein des Herzens, hat ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen, das sich Viva con agua nennt und sich zur Aufgabe gemacht hat, für Trinkwasser in Drittweltländer zu sorgen.

Um jetzt Spendengelder zu bekommen, wurden die sogenannten Wassertage ins Leben gerufen. 14 Tage, in denen in vielen Clubs und sonstigen Locations in Hamburg Musiker gagenfrei aufspielen, Kinovorführungen stattfinden etc…alles für den wohltätigen Zweck.

Eröffnet werden sollten die Wassertage mit einer Gala im Schmidts Theater auf der Reeperbahn. Als Line Up wurde angekündigt: Tim Mälzer, Les Sauvignons, Pohlmann sowie Sasha and Friends.

Da es vor fast einem Jahr beim Reeperbahnfestival ein großartiges Sasha and Friends-Konzert gab, wollte ich mir natürlich auch den diesjährigen Auftritt des Neu-Hamburgers mit seinen Kumpeln nicht entgehen lassen. Die Kauf der Karten war schon ein kleines Abenteuer…das Warten auf Freischaltung – und dann feststellen, es gibt Innenraumkarten für fast 120 Euro oder Rangkarten für 46 Euro. Schnell stand fest, dass wir auf keinen Fall über 100 Euro ausgeben werden für ein Ticket. Natürlich ist das alles für einen guten Zweck, durchaus lobenswert, aber als Konzertjunkie hat man einfach zu viele Ausgaben, als dass dieser Preis im Budget drin wäre.

Also begnügten wir uns mit Rangkarten, da aber natürlich auch erste Reihe:-). Ich freute mich sehr auf dieses Event…aus mannigfaltigen Gründen. Erstmal ist es toll, einen festen Sitzplatz zu haben, das bedeutet, der Anstehstress fällt weg, man muss nicht Stunden früher da sein. Außerdem wollten weiter entfernte liebe Freunde anreisen. Wiedersehen macht immer Spaß.
Und dann hatte ich den Pohlmann auch noch nicht live sehen können. Ferner find ich Tim Mälzer genial und war gespannt, wie er sich in so ein Event integrieren lässt. Als ich erfuhr, dass Les Sauvignons ein Musikprojekt von Henning Wehland (Frontmann der H-Blockx) ist, freute mich das auch sehr. Ich hatte schon das eine oder andere Mal Gelegenheit, Henning live zu hören und mag seine Stimme sehr. Naja, und dass Sasha mit Freunden etwas Besonderes ist, muss man nicht gesondert erwähnen, oder?
Später las ich dann auch, dass die H-Blockx selber ebenfalls mit von der Partie sein würden. Da ich momentan total auf die neue Single „Countdown to insanity“ stehe, war das noch das Tüpfelchen auf dem I.

Mit meinen Urlaubstagen muss ich ja sorgsam umgehen, deshalb arbeitete ich an diesem Mittwoch ganz normal, Feierabend 16.30 Uhr, wie immer. Noch Post weggebracht, Geld geholt (Reeperbahn ist teuer, allein das Parken) und losgeschüsselt. Verkehr war teilweise zäh, aber immerhin fließend…bis kurz vor dem Elbtunnel. Zwei Kilometer Stau waren angekündigt, eigentlich kein Problem…dass ich schon fünf Kilometer vor dem Elbtunnel im Stop and Go-Verkehr war, konnte ich auch noch verkraften, dass dann aber irgendwann alles zum Erliegen kam auf drei Spuren, machte mich nach einer Weile schon besorgt…leichte Panik kam auf, denn ich wollte eigentlich gern pünktlich zum Beginn der Veranstaltung um 19.30 Uhr da sein. Aber plötzlich ging es dann doch weiter, als wenn nichts gewesen wäre und kurz vor 19 Uhr fuhr ich in die Tiefgarage Spielbudenplatz, von der es ein Katzensprung zum Schmidts Theater ist. Noch die sanitären Anlagen aufgesucht, Farbe ins Gesicht, Lack in die Haare und ab dafür…Vor dem Theater erwartete mich schon das eine oder andere bekannte Gesicht, großes Hallo und nun langsam abregen und auch mental ankommen…Dauert immer ein bisschen bei mir, wenn es vorher hektisch war.

Der Einlass hatte bereits begonnen, so beschlossen wir, auch hineinzugehen. Zu unserer allergrößten Verwunderung wurde unsere Eintrittskarte gegen ein blaues Bändchen eingetauscht. Das bekommen normalerweise die Inhaber der teuren Karten, hätte ich mal vermutet…diesmal also wir? Nun ja, noch erstaunter war ich, als die nette Dame uns mitteilte, dass wir mal schon nach oben gehen sollten, da wären alle Softgetränke, Sekt, Bier etc. den ganzen Abend für uns kostenfrei und Tim Mälzer würde uns mit einem leckeren Buffet erfreuen. Häh? Wir? Für uns? Bitte? Die Neugierde war groß, sogleich stiefelten wir eine Etage höher –tatsächlich, nach Vorzeigen des Bändchens wurde uns der Weg in einen abgesperrten Bereich freigemacht. Wir gingen auf den großen Balkon, wurden sogleich gefragt, was man uns zu trinken bringen darf. Super Service :-)

Auch das Buffet war köstlich. Kleine Spiesschen mit leckersten Hähnchen, Rind, Fisch, Spargel und Schinken etc. sorgte für einen kulinarischen Genuss. Von Tim Mälzer war zwar weit und breit nichts zu sehen, doch das konnten wir verschmerzen. Dafür war Pohlmann uns schon auf der Treppe entgegen gekommen. Die Wartezeit verging natürlich wie im Fluge, immer mehr Freunde und Bekannte trafen ein. Inzwischen hatten wir schon erfahren, dass die Veranstaltung nicht um 19.30 Uhr, sondern 20.30 Uhr anfangen sollte. Egal, hier konnte man es gut aushalten.

Ich war dann, als wir ins Theater gingen, sehr angetan von unseren Plätzen. Super Sicht, aber auch nicht zu hoch oder weit entfernt von der Bühne. Warum aber viele, die auch auf dem Rang saßen, keine Bändchen hatten und nicht in den Genuss der kostenlosen Verpflegung kamen, war mir ein Rätsel, über das ich lange grübelte, ohne zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Eigentlich waren die Karten oben alle gleich teuer – hm…Wer es weiß, darf mir gern eine Mail schicken ;-)

Nachdem wir mit Getränken versorgt wurden, stieg dann aber auch die Ungeduld…nun bitte endlich anfangen, stand ja so einiges auf dem Programm. Irgendwann nach 20.30 Uhr betrat ein mir unbekannter Mann die Bühne – er setzte sich an den Tisch, der dort stand, schenkte sich ein Glas Wasser ein und trank es vor dem nicht funktionierenden Mikro in seiner Hand…als er dann rtwas sagte, bemerkte er es, suchte ein funktionierendes Mikro und wiederholte die Prozedur…Nee, is klar, wir haben ja Zeit ohne Ende.
Dann redete er ein wenig über Wasser, über das Projekt Viva Con Aqua, berichtete, dass er Radiomoderator sei…nun sollte es zum ersten Programmpunkt gehen – Stichwort: TV-Koch…dafür versuchte er, eine DVD abzuspielen…dafür standen Player und großer Fernseher auf der Bühne…das gelang ihm aber nicht, er hatte auch überhaupt keinen Plan, was jetzt zu tun ist, wirkte hilflos und überfordert. Ich sag es nicht gern, aber also
Moderator ist dieser Herr völlig ungeeignet und einfach grottenschlecht!

Irgendwann, einer gefühlten Stunde später, gelang es einem Mitarbeiter, die DVD doch noch zum Laufen zu bringen. Eine Parodie von Tim Mälzer wurde gezeigt, sehr witzig…aber dann betrat das Original die Bühne…er kam mit einem Herd auf Rollen herein :-) und verteilte zum Auftakt erst mal gekaufte Pizza – auch nicht schlecht. Dann aber machte er sich daran, einen Pizzateig herzustellen…mit genau 625 ml Wasser auf ein Kilogramm Mehl. Erst wurden alle
Zutaten in einer Küchenmaschine vermengt, aber dann holte er sich Hilfe...Corny Littmann betrat die Bühne, der Chef des Schmidts Theater…sehr lustige Dialoge entspannen sich. Das war großartig und nebenbei wurde tatsächlich der Teig fertig geknetet, ausgerollt und mit Zutaten belegt.
Okay, gebacken wurde die Pizza nicht, aber im mitgebrachten Herd befand sich bereits eine gebackene, die auch sofort ins Publikum gereicht wurde (ebenso die Teigreste, die den ganzen Abend auf einem Tisch im Innenraum vor sich hin gingen und beachtliche Größe erreichten :-)

Der Auftakt mit Tim Mälzer war schon mal sehr gelungen und wirklich witzig. Kochen und Comedy – großes Kino.

Nun war es Zeit für Musik….zuerst einmal wurde uns das Video des Viva con agua – Songs gezeigt, Download ist wohl auf der Page www.vivaconagua.org möglich. Dann endlich Live-Musik mit Les Sauvignons. Henning und sein Partner Jan Löchel betraten die Bühne, hockten sich auf die bereitgestellten Barhocker und begannen mit wunderschönen Songs. Man möge mir verzeihen, ich habe leider vergessen, alles direkt mitzuschreiben – daher gibt’s keine ausführlichen Setlisten in diesem Bericht. Ein Song „Blutrot“ ist mir noch gut im Gedächtnis, denn die Bühne war in rotes Licht getaucht – tolle Impression.

Zum Duo gesellte sich beim letzten Song dann ein H-Blockx-Gitarrist Tim Humpe – und nachdem Les Sauvignons ihr Programm beendet hatten, ging es fließend mit den inzwischen vollständig erschienenen H-Blockx-Mitgliedern weiter. Meine Freude, dass „Countdown to insanity“ gleich der erste Song war, kann man sich wohl vorstellen. Wie toll das auch in der Akustik-Version klang…wow. Henning forderte auch das noch etwas träge Hamburger Publikum auf, kräftig mitzumachen…seine Aufforderungen hatten auch nach einer Weile Erfolg, die Leute wurden nach und nach warm.

Mir hat der Akustik-Auftritt der Münsteraner Band super gefallen – ein absolutes Highlight. Sind mir die normalen Konzerte doch teilweise etwas zu heavy, war dieses Akustik-Set genau mein Ding. Nur das Sitzenbleiben dabei war eine Qual, aber man wollte es sich ja nicht jetzt schon mit den hinteren Reihen verderben ;-)

Hauptsächlich kamen Songs von der jetzt erscheinenden H-Blockx-CD „Open letter to a friend“zu Gehör…die haben mir auf jeden Fall so gut gefallen, dass ich die CD auf jeden Fall kaufen werde (tolle Soundproben kann man auf der MySpace-Seite der H-Blockx hören).
Henning kündigte an, dass es die Maxi „Countdown to insanity“ in einer limitierten Auflage hier im Theater zu kaufen gäbe…für fünf Euro, die komplett Viva con aqua zu Gute kommen werden. Klasse!

Mit dem Cover „Ring of fire“ endete das Set – schade eigentlich, da hätte ich noch mehr von vertragen. Respekt, das war wirklich groß. Vielleicht sollte ich doch über meinen Schatten springen und am 1.11. zum Tourauftakt der H-Blockx gehen – findet der doch in Bremen statt und somit quasi vor meiner Haustür.

Nun erschien wieder der Moderator und bat weitere Leute auf die Bühne. So eine Mitarbeiterin der Welthungerhilfe, einen Spieler von St. Pauli, Pauli-Kicker Benny Adrion als Viva con agua-Initiator sowie Henning. Es wurde über die diversen Brunnenbohr-Projekte berichtet, über die Verwendung der Spendengelder gesprochen.
Und Henning machte wahr, was er vorher schon angekündigt hatte. Er versteigerte eine CD, die noch gar nicht erschienen war. Eine Compilation, auf der auch „Blutrot“ von Les Sauvignons enthalten ist. Eine Besucherin legte dafür 100 Euro hin, Respekt! Noch mehr Geld für den guten Zweck.

Doch nun endlich Pohlmann…mit Cellist und Gitarrist betrat er die Bühne. Später gesellte sich auch noch ein Drummer dazu. Leider gefiel mir der erste Song nicht sehr, schon schade, wenn der Liveauftakt nicht so berauschend ist. Aber dann kam schon das bekannte „Wenn jetzt Sommer wär’“, das viel Spaß machte. Pohlmann ist ein witziger sympathischer Kerl mit guter Stimme und gradliniger Musik. Die Konzert-Junkies Micha und Rob haben ihn ja schon mehrmals live erleben dürfen und sind sehr begeistert…daher hat er nun auf jeden Fall auch sein eigenes Fotoalbum verdient. Auch ich werde ihn dieses Jahr noch zwei, drei Mal sehen – sehr schön!
Dritter Song dann die neue Single „Und wenn es scheint, das nichts gelingt“, die bei uns im Radiosender rauf und runter gespielt wird und die ich super finde. Nach ein, zwei weiteren Songs dann schon das letzte Stück, ein Cover „Play the blues“ – und auch Henning kam wieder auf die Bühne und rockte mit…die Post ging ab, großartig!

Bis hierher war der Abend schon mal rundum gelungen. Doch nun sollte ja auch endlich der eigentliche Grund unseres Erscheinens auftreten – Sasha and Friends…umgebaut wurde recht zügig, war es inzwischen ja auch schon nicht mehr ganz früh. Und dann endlich war es soweit – Sashas Band nebst himself betraten die Bühne. Der geneigte Sasha-Fan bemerkte sofort, dass nicht Olli Rüger an der rechten Gitarre war, sondern der immer wieder gerngesehene Robin Grubert diesen Part übernommen hatte.

Sasha hielt sich auch nicht lang mit Quatschen auf, sondern sogleich ging es los mit „Slowly“ – hier natürlich ohne die wummernden Bässe, sondern alles etwas leisere Töne, aber wunderschön. „This is my time“ und „If you believe“ folgten. „We can leave the world“ war der vierte Programmpunkt, danach folgte das aus den Sasha-Konzerten bekannte Akustik-Set mit dem A-Capella „Coming home“, dem orientalischen „Chemical reaction“ und der aktuellen Single „Lucky day“.

Wie das Sasha and Friends-Konzert im letzten Jahr, wo Cosmo Klein, Thom Hahnreich, Marta Jandova und Robin Grubert als Freunde mit auf der Bühne waren, war es in diesem Jahr nicht. Lediglich Freund Robin gab, passend zum Thema, seinen Song „Wasser der Gelassenheit“ zum Besten. Schade für mich, da ich diesen Song immer noch nicht besonders leiden kann…aber ich mag Robin, daher war es nicht schwer, das durchzustehen. Aber Sasha sagte ja bereits am Anfang, auch seine Band sind ja seine Freunde – okay, so kann man es auch sehen ;-)
Zum letzten Song, dem Green Day-Cover „Good riddance“ bat Sasha dann auch Henning und Pohlmann auf die Bühne und alle legten sich noch mal richtig ins Zeug…ein großartiger Abschluss dieses wirklich schönen Abends. Inzwischen war es kurz vor 1 Uhr, glücklicherweise hatte ich völlig verdrängt, dass ich ja am nächsten Tag arbeiten musste. Eilig hatte ich es somit nicht, wir machten uns also noch auf, um unten im Foyer zu gucken, ob noch eine H-Blockx-Single da ist…ja, Glück gehabt, fünf Euro gezückt und sie gekauft…ein T-Shirt gab es gratis dazu, was für eine noble Geste. Da Henning gerade in greifbarer Nähe stand, hab ich mal um ein Autogramm gebeten (sonst ja nicht so meine Art) und noch meine Glückwünsche zur gewonnenen H-Blockx-Wette ausgesprochen…Dabei hab ich dumme Nuss dann das geschenkte T-Shirt verloren oder vergessen, keine Ahnung…als ich den Verlust bemerkte, war es auf jeden Fall weg und ich hoffe, jemand anderes freut sich drüber :-o

Da die letzte S-Bahn von Kerstin und Petra bereits weg war, wollte ich die beiden mitnehmen, um zu Petras Auto an der S-Bahnstation zu gelangen. Lag eigentlich direkt auf meinem Weg. Also machten wir uns dann auch so langsam auf Richtung Tiefgarage, zahlten die 13,50 Euro Parkgebühr (Wegelagerei, oder?) und fuhren los…natürlich ordentliches Geschwatze im Auto, BiBi abgelenkt und *ZOSCH* geblitzt worden…was? Ich bin doch nur 50 km/h gefahren – ja…aber da durfte man nur 30…na Herzlichen Glückwunsch! Das nächste Ticket kommt bestimmt, ich hab da momentan echt eine Pechsträhne in diesen Sachen. Aber was soll’s, jammern hilft auch nichts, da muss ich jetzt durch – weniger Geld für Tickets, mehr Geld für unseren Staat, den fürsorglichen :-(

Irgendwann nach 2 Uhr war ich dann daheim, musste natürlich noch meine Fotos auf den Rechner laden, die Neugierde, wie sie denn bei diesen Lichtverhältnissen und der Entfernung gelungen waren, überwog gegen die Müdigkeit…die eigentlich auch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht da war…müde war ich erst am nächsten Tag, 3,5 Stunden Schlaf sind sogar mir zu wenig:-)

- BiBi -

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H-Blockx
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Les Sauvignons