Ringo Ska in Bramsche

Samstag, 25. August 2007 - Robert

Das war nun wirklich unglaublich! Eine Band, die Micha und ich zum ersten und letzten Mal vor über 2 1/2 Jahren gesehen hatten und von der wir beide gesagt haben, dass wir die Jungs gerne nochmal wieder sehen würden spielte ausgerechnet im kleinen Bramsche!
Die fünf Jungs von Ringo Ska, eine - wie der Name ja schon vermuten lässt - Ska-Band die sich ausschließlich der Songs der Beatles annimmt, hatten Micha und ich beim Dick Brave Abschlusskonzert in Dortmund im Dezember 2004 als Vorband gesehen. Mir persönlich gefielen die Beatles-Songs im neuen Gewand sogar so gut, dass ich Ringo Ska als beste Vorband des Abends in Erinnerung behielt ... und das obwohl da ja auch andere "Scheißkapellen" vertreten waren! ;)
Doch irgendwie hat es nie hingehauen sie mal wieder zu sehen. BiBi und Nadine hatten dann ja letztes Jahr zu Weihnachten das Glück Ringo Ska als Vorband beim Weihnachtskonzert von Boppin' B zu erleben, aber für Micha und mich mussten sie schon nach Bramsche kommen, damit es mal klappt.
So wurde das ganze dann - zumindest für 3/4 der Konzert-Junkies - zum Heimspiel. Und weil ja auch BiBi keine allzu weite Anfahrt hatte beschlossen wir den Umstand, dass wir mal wieder zu Viert auf einem Konzert waren, zu nutzen um ein kurzes Interview mit Ringo Ska zu führen, das es in nächster Zeit hier an gewohnter Stelle zu lesen gibt.

Tja, zur Anfahrt gibt es ja dieses Mal nicht wirklich viel zu Erzählen: sie dauerte nicht länger als 3 Minuten und da wir ja auch "einigermaßen" ortskundig waren gestaltete sich auch die "Parkplatzsuche" sehr unkompliziert. ;) Als wir auf dem Parkplatz eines bekannten Bramscher Kaufhauses ankamen stand auch BiBi fast genau neben uns und verstaute Einkaufsbeute im Auto. So konnten wir uns dann als kompletter Junkies-Trupp auf den Weg zur Bühne auf dem Kirchplatz machen.

Da wir keine feste Zeit für das Interview ausgemacht hatten waren wir schon sehr früh da: um kurz nach halb Sechs kamen wir an der Bühne an und um Acht sollte erst das Konzert beginnen. Also dachten wir eigentlich, dass wir genug Zeit hätten für das Interview. Doch wie das nunmal so ist, sollte es anders kommen. Es gab anscheinend etwas größere technische Probleme, sodass sich Aufbau und Soundcheck stark verzögerten. Da die Band bis dahin auch noch nichts gegessen hatte einigten wir uns darauf das Interview in einer der Pausen zwischen den drei Sets zu machen. Also vertrieben wir uns die nun ja doch recht lange Wartezeit bis zum Konzert mit vielen Gesprächen, Planungen für die Konzert-Junkies Seite (man darf gespannt sein!) und dem ein oder anderen Eis. So verging die Zeit dann auch wie im Flug und schon war es kurz vor Acht.

Pünktlich um Acht kamen dann die Veranstalter des Sommerkulturprogramm, zu dem auch dieses Konzert gehörte, auf die Bühne, begrüßten das Publikum und bedankten sich bei diversen Verantwortlichen, da dies der letzte Abend unter diesem Motto für dieses Jahr sein sollte. Danach gab es eine kurze Anmoderation, in der Ringo Ska - wie ich finde - sehr treffend als "Beatles, aber mal so ganz anders" angekündigt wurde.

Leider muss man sagen, dass der Anblick, der sich der Band beim betreten der Bühne bot, wohl nicht der Beste war: es war nicht wirklich voll. Wie zu erwarten war, waren die Sitzplätze an den Tischen der Bäckerei und der Gaststätte, die am Kirchplatz liegen heißbegehrt. Doch ansonsten war der Platz doch eher mäßig bevölkert. Bramsche ist zwar eine kleine Stadt, doch selbst hier ist normalerweise mehr los bei Konzerten. Der Grund für den mangelnden Besucherandrang war schnell geklärt: die Gartenstadt, ein Stadtteil von Bramsche, feierte ausgerechnet heute ihr Stadtteilfest samt Bierzelt und Live-Band. Sehr ungeschickt gelegter Termin wie ich finde, denn zwei Veranstaltungen am selben Tag lohnen sich in einer so kleinen Stadt wie Bramsche nun wirklich nicht.

Die Band ließ sich dadurch aber nicht entmutigen und gab von Anfang an ihr Bestes. Gleich im ersten Set gab es viel zu hören: von langsam bie schnell, von Unbekannt bis Klassiker war alles dabei, unter anderem die Hits "Penny Lane", "I Want To Hold Your Hand" und "Yesterday". Nachdem der erste Durchgang mit "Can't Buy Me Love" zu Ende ging merkte man schon, dass die neuen Versionen der 60er Jahre Hits beim Publikum gut ankamen. Es gab reichlich Beifall und auch der Platz hatte sich in der guten dreiviertel Stunde etwas mehr gefüllt. So richtige Partystimmung kam aber nicht auf.

Nach einer etwas längeren Pause wurde im zweiten Set wieder einiges geboten. Es gab zum Beispiel Songs wie "I'm Only Sleeping", "Ob La-Di, Ob La-Da" und "All You Need Is Love". Auch im zweiten Teil setzte sich das fort, was schon zu Anfang auffiel: die Band gab sich recht wortkarg. Es gab wenig Ansagen und wenn, dann wurde meist nur knapp der Songtitel genannt. Dadurch wurde es ein flottes, straff gespieltes Konzert mit umso mehr Musik. Nach "Come Together" ging aber auch das zweite Set zu Ende und wir kamen nun endlich zu unserem Interview.
Doch leider waren die Bedingungen alles andere als gut. Da es keinen Backstagebereich gab verkrümelten wir uns mit der Band kurzerhand hinter die Bühne. Nachteil war die Pausenmusik, die im Hintergrund dudelte und das gänzliche Fehlen von Licht. Das machte die ganze Aktion dann doch etwas anstrengend, aber wir haben es dann doch geschafft unsere Fragen durch zu bringen und hatten danach sogar noch ein bisschen Zeit zum plauschen, bevor die Band zum dritten und letzten Set wieder auf die Bühne musste.

Im dritten Set gab es dann nochmal ganz große Beatles Klassiker wie "I Feel Fine", "Love Me Do", "Eight Days A Week" und "Help" zu hören. Den offiziellen Abschluss bildete ein Mini-Medley aus "All My Lovin'" und "She Loves You". Mittlerweile war es schon kurz vor Elf und der bis zum Ende des zweiten Sets noch so vielversprechend gefüllte Platz hatte leider schon wieder begonnen sich zu leeren. Doch trotzdem schienen die noch Anwesenden ihren Spaß zu haben und es kamen doch noch einige "Zugabe"-Rufe.

Diese blieben von der Band auch nicht ungehört und so kamen sie für weitere vier Songs auf die Bühne. Als Erstes gab es eine tolle Acapella-Version von "When I'm Sixty-Four". Danach gab es dann wieder in voller instumentaler Güte "Lucy In The Sky With Diamonds" und "Hey Jude", bei dem das Publikum dann doch nochmal aufzuwachen schien und halbwegs ordentlich mitsang. Mit "A Hard Day's Night" ging dann ein tolles und langes Konzert zu Ende.

Nach dem Auftritt machten wir dann noch unser obligatorisches "Junkies + Band"-Foto für das Interview und machten uns langsam auf den Heimweg.

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, dass es, trotz kleiner Probleme mit dem Interview und dem Foto hinterher, ein gelungener und gemütlicher Abend mit toller Musik war.
An dieser Stelle möchte ich auch nochmal ein Lob an den Universum e.V. als Veranstalter loswerden. Ich denke ein solch üppiges und vielseitiges Veranstaltungsprogramm ist für eine Stadt in der Grüße von Bramsche nicht alltäglich und verdient Anerkennung. So durften wir dieses Jahr auch schon andere gute Bands in Bramsche erleben, wie zum Beispiel "Hardy and the Hardons" und die Queen-Coverband "Merqury".

- Robert

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