The Sinners in Norderstedt (Ochsenzoll)
Seit Tagen freue ich mich auf heute wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Endlich geht es mal wieder nach Hamburg. Dass Norderstedt, wo heute die Sinners spielen werden, eigentlich zu Schleswig-Holstein gehört, ignoriere ich einfach. ;-)
Nach einer recht ereignislosen Zugfahrt, die ich mir mit dem neuen Harry Potter vertreibe, holt Bibi mich in Sagehorn ab und da wir noch genügend Zeit haben, geht's erstmal zur ihr nach Hause. Wir reden über dies und das, und schon ist es an der Zeit aufzubrechen.
Auf der Autobahn fahren wir einer großen, dunklen Wolke immer weiter entgegen. Aha, Hamburg.
Das Weinfest in Norderstedt (-Ochsenzoll) ist auch schnell gefunden und wir beschließen, erstmal dem Schild „Toiletten“ zu folgen. Etwas ratlos finden wir uns vor einem einsamen Dixi-Klo wieder, als uns auch schon die drei hübschen Herren des heutigen Abends über den Weg laufen.
Wir laufen also ein Stück gemeinsam über das Weinfest, aber bald wird es für die Sinners Zeit zum Aufbau.
Ich entdecke derweil einen Stand mit allerlei Süßem, dem ich ja sowieso nie widerstehen kann, und komm einfach nicht drumherum, meiner Hamburg-Liebe Ausdruck zu verleihen. ;-)
Der Soundcheck beginnt und es scheint so ein paar Probleme zu geben, aber wir beschließen: Egal wie es klingt, Hauptsache, es sieht gut aus. ;-) Und das tut es ja sowieso. :-)
Pünktlich um 20 Uhr beginnt dann das erste von 4 Sets mit „Boogie Woogie Country Girl“. Der Platz vor der Bühne ist locker gefüllt und die Kneipe gegenüber kann sich über komplett besetzte Tische freuen.
Aus weiblicher Sicht fallen mir heute auch die Outfits positiv auf, schwarze Hemden und Jeans sehen doch sehr gut aus. ;-)
Die Sinners spielen heute ohne Setlist und so gibt es einen bunten Mix von Covern, von denen ich sogar einige gar nicht kenne. Auf jeden Fall eine spannende Sache.
Wir freuen uns wie immer über „Fools fall in love“ und „Little Bitty Pretty One“, das in letzter Zeit immer wieder in der Werbung aufgetaucht ist und uns jedes Mal an die Sinners erinnert hat, wie wir einstimmig feststellen.
Aber auch „Reet Petite“ und das etwas langsamere „Only the Lonely“ kommen gut beim Publikum an.
Ich freue mich außerdem, dass der erste Acapella-Song des Abends mein Liebling „Only you“ ist, schön und sexy wie jedes Mal.
Nach „Viva las Vegas“ ist das erste Set auch schon wieder vorbei und es gibt eine kurze Pause.
Bibi und ich setzen uns ein wenig abseits an den Rand der Bühne und bekommen dort bald Gesellschaft, so vergeht die Pause wie im Flug und es wird Zeit fürs zweite Set.
Es ist voller geworden vor der Bühne, was ja im Prinzip eine schöne Sache ist, wären da nicht die seltsamen Bewegungen einiger Gäste, die man wohl als tanzen deuten muss. Egal, wenigstens gibt es für uns was zu lachen. *g*
Musikalisch beginnt das Set mit einem Song der Stray Cats, dem „Stray Cat Strut“. Ich bin mäßig begeistert im Gegensatz zum Rest des Publikums, da ich einfach nicht so der Stray Cats-Fan bin. Aber mit „Celebrate the world“ und „Rama Lama Ding Dong“ werde ich schnell wieder getröstet und so bin auch ich wieder happy. ;-)
Viel zu schnell ist auch das zweite Set am Ende angelangt und mir wird bewusst, dass nun schon das halbe Konzert vorbei ist. Manchmal möchte man doch wirklich gerne die Zeit anhalten...
In der Pause kommt Andreas zu uns und wir dürfen uns Songs für das nächste Set wünschen. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten! Bibi favorisiert „Gloria“ und ich entscheide mich spontan für „Don't worry, be happy“. Später fällt mir ein, dass ein schönes Schlagzeug-Solo auch nicht schlecht gewesen wäre, aber man kann schließlich nicht alles haben... ;-)
Und so freuen wir uns, dass unsere Wünsche gleich zu Beginn des dritten Sets erfüllt werden.
Außerdem gibt es noch „Be my baby“ , „She bop“ und „Sea of Love“ zu hören.
Endlich gibt es auch mal wieder 2 Acapella-Songs, dieses mal „Da doo ron ron“ und „Sh-Boom“, was mich sofort an unser Sinners-Interview vor einem Jahr in Volksdorf erinnert. Und obwohl die drei damals nur für uns gesungen haben, ist es heute fast genauso schön. ;-)
Eine letzte Pause trennt uns noch vom vierten Set, aber auch diese vergeht recht schnell.
Auch im letzten Set gibt es nochmal einen Stray Cats-Song, dieses mal „Rock this town“. Mittlerweile ist es wieder etwas leerer geworden, was ja aber zu so später Stunde nicht weiter verwunderlich ist. Ich selbst bin immer wieder beeindruckt, denn ich kenne kaum eine Band, die so lange spielt und dabei auch durchweg überzeugt.
Zu den Songs im letzten Set gehören auch einige meiner Favoriten, so z.B. „I'm too shy“, „Road to Nowhere“ und „Peppermint Twist“. Aber nichts übertifft die Zugabe, die am Ende auf uns wartet: „Can't help falling in love“. Obwohl ich diesen Song im Original gar nicht mag (liegt wohl an Elvis' Stimme), schmelze ich bei den Sinners jedesmal dahin. ;-)
Das Konzert ist nun zu Ende und da ich mich wie immer schwer trennen kann, bleiben wir noch ein Weilchen.
Aber irgendwann wird es auch für uns Zeit zu gehen, natürlich nicht, ohne sich ordentlich zu verabschieden.
Zu Hause angekommen stellen wir fest, dass solch schöne Abende mit den Sinners dieses Jahr irgendwie rar gesät sind, und sich das auch wohl bis zum Ende des Jahres nicht mehr ändern wird. Denn bei einem Blick auf die noch anstehenden Konzerttermine der Hamburger sieht es für uns irgendwie düster aus.
Aber wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt, und ich weigere mich einfach mal zu glauben, dass es in diesem Jahr für mich bei 3 Sinners-Konzerten bleiben soll,
-Micha
Zu den Fotos aus Norderstedt
