Boppin' B in Münster (Hot Jazz Club)

Samstag, 8. September 2007 - Robert

Hurra, die Clubsaison beginnt…endlich nicht mehr abhängig vom Wetter, ausführliches Programm (nicht nur mal ein Stündchen oder so) – ich freute mich drauf. Es sollte heute nach Münster gehen, zu Boppin’ B. Hot Jazz Club im Hafenweg war das Ziel. Tatsächlich ein Club, der mir nicht bekannt war, nicht mal dem Namen nach. Ich war also doppelt gespannt.

Nach einem entspannten Tag bin ich spätnachmittags gestartet, erneut mit dem Wagen meiner Mutter, weil mein gutes Stück mit Radlagerschaden herumsteht und erst in der kommenden Woche gerichtet wird. Nadine in Bramsche eingesammelt und ab nach Münster. Der Weg führte durch die Stadt, direkt am Schloss vorbei – dort musste ich mich erst mal kurz umsehen, denn das nächste Wochenende ist dort der Ort des Konzerts, dass ich besuchen werde – Sasha Open Air.

Irgendwie waren Nadine und ich dann wohl etwas verwirrt und anstelle den einfachen Weg ohne Umwege zum Club zu finden, irrten wir ein wenig in der Stadt herum – und ich konnte mich dann richtig ärgern, denn im Radio wurde gerade vom Domplatz berichtet – dort fand in dem Moment das H-Blockx-Gratis-Konzert zum Gewinn der Wette statt…bis 19 Uhr. Oh Mann, wie blöde…ich bin in der Stadt, hätte dort hin gekonnt und weiß nicht, dass es so früh stattfindet. Ich dachte doch, das überschneidet sich eh mit dem Auftritt von Boppin’ B und hab mich gar nicht weiter um die Zeit gekümmert…ja, dumme Sache. Aber nun trafen wir dann doch am Club ein, dort im Hafenweg befinden sich sehr viel Lokalitäten, auch viele Parkplätze – und alle waren voll. Aber Rob und Micha waren auch schon da und parkten ihren kleinen LUPO in eine Parklücke um, in die der Audi nicht gepasst hätte…so bekam ich ihren ursprünglichen Parkplatz – direkt neben dem Tourbus der Boppin-Bande – da park ich eh am liebsten :-)

Es war 19.15 Uhr, ab 19 Uhr sollte Einlass sein in den Hot Jazz Club. Also suchten wir den Eingang, der auf der anderen Hausseite lag und gingen gleich mal hinein. Noch alles leer, nur einige Mitarbeiter und die Band wuselten dort herum. Gern wollten wir uns an einen der Tische setzen, aber eine Angestellte schrieb gerade die Reservierungen. Wir hatten es auf der Page des Clubs gelesen, dass man Tische reservieren konnte, aber da wir nicht vorhatten, beim Konzert zu sitzen, nahm ich von einer Reservierung Abstand. Als alle Reservierungszettel verteilt waren, durften wir uns dann doch setzen, war ja noch einiges frei. Vergnügt, mit kühlen Getränken und warmen Nachos mit Salsa-Dip (leider nicht überbacken, seufz) ließ sich die Wartezeit bis zum Konzertbeginn um 21 Uhr gut aushalten. Wir machten gleich amtlich eine Konzert-Junkies-Page-Besprechung, einigten uns schnell auf ein neues Design und sind jetzt alle gespannt, wie es aussieht, wenn’s fertig ist ;-)

Um 20.45 Uhr räumten wir dann unsere Plätze, denn es wurde langsam voll und wir wollten ja vor zur Bühne – ja, Bühne…hm…in der Ecke des Clubs gelegen, zwei Seiten offen, einfach nur eine quadratische Plattform, 10 cm hoch. An einer Ecke ein Pfeiler. Dort postierte ich mich. Die Aufstellung der Band war auch etwas anders. Schlagzeuger Tommy stand hinten in der Ecke, links Bassist Didi und Saxofonist Frank, dann zum Pfeiler hin Sänger Micha und auf der anderen Seite rechts dann Gitarrist Golo…mal eine coole, andere Perspektive. Wir hatten etwas Angst, dass wir von den an den Tischen Sitzenden angemault werden, weil wir uns nun hinstellen, aber da passierte nichts…im Gegenteil, der Club wurde immer voller und schon bald standen wir da im großen Pulk. Und schon jetzt wussten wir, warum dieser Club Hot Jazz Club heißt…okay, heißer Jazz wird vielleicht sonst auch gespielt, aber eigentlich war es wohl eher die Raumtemperatur. Die Decke war sehr niedrig, Rauchverbot gibt’s in NRW auch noch nicht…die Luft war jetzt schon stickig und heiß.
Und das sollte noch viel schlimmer werden, denn nun betraten die Musiker die Bühne – an sich ja schon fünf heiße Typen - redeten nicht lang und legten gleich los „It ain’t that bad at all“, gefolgt vom schnellen „Drive my car“. Schon jetzt ging das Schwitzen los, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Aber die Stimmung war toll, was man beim nächsten Song „Scheisskapelle“ auch an der Lautstärke des Publikums feststellen konnte.
„Sh-Boom“ und „Everybody loves you“ folgten auf dem Fuss. Auf der Bühne wurden allerlei Späße getrieben, versuchte z. B. Golo, anhand eines Steckers, den er im schnellen Wechsel aus einer Steckdose zog und wieder hineinsteckte, eine Lightshow zu erzeugen…Mit dem blauen Scheinwerfer über ihm klappte das auch sehr gut:-) – ich wünschte, er könnte den orangen Strahler, der mir heiß in den Nacken brannte, auch einfach ausschalten.

Für die Ansage von „Those were the days“ wurde dann Franky-Boy natürlich in den Vordergrund gestellt…als Free-Jazz-Musiker, der auf gewisse Stichworte seine Assoziationen spielen sollte…Ihm wurde als Stichwort dann Ra-Ra-Rasputin vorgegeben…was zu allerlei Wortspäßen führte…Michas Gesang wurde von Franky dann als ra-ra-rattenscharf bezeichnet, und bei einem besonders lauten Lachanfall eines Zuschauers versuchte Micha, ihn mit den Worten: „Ra-Ra-Raus“ des Saales zu verweisen:-) – aber die Musik kam bei all den Faxen natürlich nicht zu kurz. In diesem ersten Set gab es noch „Ein toller Tag“, „Chemical reaction“, zum Abkühlen „We can leave the world“ und dann wieder aufgedreht mit „The bop won’t stop“ – nun ging es in die wohlverdiente Pause…und wir verließen fluchtartig den Club, um uns draußen etwas abzukühlen. Direkt am Hafenbecken sitzend konnte man es sehr gut aushalten und es war auch nicht zu kalt, obwohl ich nicht mal eine Jacke dabei hatte.

Das zweite Set begann mit „Rhythm“, dann reihten sich Perlen wie „Why oh why“, „King of Bongo“, „How low will you go“, „Riding on a bullet“ und „Wind of change“ aneinander. Leider ließ die Sangeslautstärke des Publikums beim letztgenannten Song sehr zu wünschen übrig. Bei „If you believe“war es da schon lauter…aber der wahre Genuss war Micha…diese Power bei dem Song ist unglaublich und großartig. Über „Pack die Badehose ein“ freute ich mich ebenso wie über das wunderschöne „Hold on“. Golo legte natürlich auch mit „Ubangi stomp“ richtig los – und dann hieß es schon „Fred vom Jupiter“ gefolgt von „Wer hat an der Uhr gedreht“ – aber nein, das konnte und durfte noch nicht alles sein. Lautstarke Zugabe-Rufe ließen die Musiker erst gar nicht die Bühne verlassen…gleich ging es weiter mit „Rockin’ rollin’ stone“, „I need you so“ und nach langer langer Zeit mal wieder das großartige „Wings of love“. Der Club kochte noch mehr, was für eine Stimmung.
Aber natürlich hatten wir immer noch nicht genug und nötigten die Band mit lauten SCHEISSKAPELLE-Rufen, weiterzumachen…zwei Songs gab’s noch obendrauf. „Boulevard of broken dreams“, das ich von Mal zu Mal lieber mag – und als krönender Abschluss „Ghostriders in the sky“…Yippieh-A-Yeah!!!

Glücklicherweise wurden gleich danach ein paar Stühle an einem vorderen Tisch frei, so dass wir uns setzen konnten und uns freuten, dass auch die Luft langsam wieder atembarer wurde und vor allem etwas kühler. So ließ es sich gut aushalten…so gut, dass wir mal locker noch bis um 2.30 Uhr blieben…Der Club war ja auch nach wie vor voll, die Band konnte sich wohl auch nicht so schnell verabschieden und frönte überall dem Small-Talk. Schön, dass man einen Abend so klasse ausklingen lassen kann.

Aber irgendwann war dann doch Zeit zum Aufbruch, auf mich warteten immerhin noch 200 km Fahrt durch die Nacht…Da Nadine mit Micha und Rob heimfuhr, konnte ich ohne Zwischenstopp durchfahren und war um 4 Uhr im heimischen Fischerhude, um ein schönes Konzerterlebnis reicher und voller Vorfreude auf die nächsten Wochen…Münster, ich komm wieder, keine Frage – schon in ein paar Tagen…und ich hoffe nicht, dass ich mich beim Sasha-Open Air nach dem schwitzigen, kleinen, irre heißen Club zurücksehnen muss…aber der Wettergott wird es schon richten:-)

- BiBi -

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