Sasha und Pohlmann in Münster (Schlossplatz-Festival)

Samstag, 15. September 2007 - Robert

Münster, die zweite:-)

Wieder einmal ging es nach Münster. Letzte Woche Boppin’ B, diese Woche Sasha und Pohlmann. Aber mal von Anfang an…

Auf dieses Wochenende habe ich mich schon sehr lange gefreut. Eine sehr liebe Freundin, die ich quasi durch meinen Tourbericht der Februar-Sasha-Tour kennengelernt habe, wollte das erste Mal zu mir kommen. Obwohl der Freitag für mich noch sehr hektisch war, klappte es wunderbar mit ihrer doch recht weiten Anreise zu mir und wir hatten einen superschönen Abend – na ja, Nacht…bis morgens um vier Uhr wurde gequatscht, getrunken, Fotos geguckt...
Samstag sind wir dann nach einem gemütlichen Frühstück am frühen Mittag gestartet, haben uns in Oyten mit einer weiteren Freundin getroffen. Da mein Auto endlich wieder repariert ist, hab ich das gleich ausgenutzt und bin selbst gefahren. Ich wusste ja von meinen Erkundungen der Vorwoche, dass es reichlich Parkplätze am Schlossplatz gab – und war daher doch sehr überrascht, als während der Fahrt telefonisch die Information kam, dass ein Großteil dieser Parkplätze durch einen Trödelmarkt belegt ist. Oh weia…vor Ort stellte sich die Lage dann auch als etwas verwirrend dar, denn es herrschte großer Andrang auf die noch verbliebenen Parkflächen. Ich musste eine große Runde drehen, um dann doch noch einen guten Parkplatz zu finden. Über den Trödelmarkt gingen wir zum Einlass des Konzertgeländes. Es waren einige wenige Fans bereits anwesend, alle gutgelaunt. Kein Wunder, die Sonne schien, obwohl es im Schatten doch schon recht kühl war. Aber alles ist besser als im Regen warten zu müssen.
In Sichtweise des Einlasses befand sich eine bequeme Bank, die ich immer wieder mal aufsuchte, da ich ja nicht so der Bodenhocker bin, mich aber auch nicht so viele Stunden bis zum Konzertbeginn stumpf hinstellen wollte. Zwischenzeitlich sind wir dann noch über den Trödelmarkt gebummelt. Ich kann diesem alten Zeug so gar nichts abgewinnen…es roch überall sehr muffig, wie in feuchten Kellerräumen ;-) – aber es gab auch jede Menge Stände mit Essen und Trinken, so musste niemand hungern.

Die Zeit verging wie im Fluge, um ca. 17.30 Uhr, eine Stunde vor Einlass, stellten wir uns dann in ordentlichen Schlangen vor den sechs Einlassschleusen auf. Die waren zwar noch hinter einer Plastikplane verborgen, aber wir hatten natürlich auch so alles ausgespäht. Pohlmanns Soundcheck lief noch - auch sehr lang und ausgiebig...gute musikalische Untermalung...
Eigentlich waren auch immer noch nicht sehr viele Fans da, es gab keinerlei Gedrängel oder Hektik, alles sehr angenehm. Dann wurden die Planenabsperrungen vor den Schleusen entfernt und pünktlich begann der Einlass. Mit einem Kuriosum für mich…wurden wir doch bei der üblichen Taschendurchsuchung gefragt, ob wir Deo dabei hätten. Ich war einigermaßen verwirrt – gut, ich hatte nichts dabei, aber wenn ja…hätte ich die Musiker damit angesprüht oder was ist der Grund für diese Frage? Oder werden in Münster aus Deos Brandsätze gebastelt? Keine Ahnung. Nun, auf jeden Fall hatten wir uns diesmal etwas rechts vor der Bühne orientiert, hatten einen sehr schönen Platz und konnten in Ruhe noch mal die Dixie-Klos besuchen und auf den für 20 Uhr angekündigten Beginn der Veranstaltung warten. Die Bühne war wirklich großartig. Halbrundes Dach, alles durchsichtige Plane – man konnte das Schloss direkt dahinter sehr gut sehen.

So gerade mitten im Gespräch betreten dann auf einmal zwei Moderatoren die Bühne. Häh? War doch gerade erst 19.30 Uhr…aber schon kündigten sie den Support-Act Pohlmann an…zack zack, kein Vertun, es ging tatsächlich schon los. Ich freute mich riesig drüber, dass die Wartezeit einfach um 30 Minuten verkürzt wurde. Pohlmann und seine Musiker kamen und legten auch gleich los mit einem Song von seinem neuen, am 21. September erscheinenden Album „Fliegende Fische“. Man möge mir verzeihen, dass ich mir die Titel der ersten beiden Songs nicht gemerkt habe bzw. sie dann wohl anders lauten als gedacht, denn auf der Trackliste des Albums finde ich sie so nicht wieder.
Auf jeden Fall war ich vom Sound absolut begeistert…bitte, es geht doch…nach dem Desaster in Schwetzingen war es eine Wohltat! Toll abgemischt, auch für die erste Reihe, jawohl:-)

Pohlmann strahlte, ein bisschen ist Münster ja auch Heimspiel für ihn, ging er doch hier mal auf die Schule. Obwohl das Mitsingen des Publikums beim dritten Song „Wenn jetzt Sommer wär“ noch nicht so laut war, schien er zufrieden.
Mit vielen Erzählungen hielt er sich nicht auf, die Zeit war knapp. Seine aktuelle Single „Und wenn es scheint, dass nichts gelingt“ folgte, ein Song, den ich absolut klasse finde. Lautes Mitsingen war für mich natürlich Pflicht (meine Nachbarinnen mögen verzeihen ;-).

Dann kündigte Pohlmann einen weiteren Musiker an, mit dem er den nächsten Song „Dracula und Mina“ gemeinsam geschrieben hat. Jan Löchel – na guck, den kennen wir doch auch…ist er doch der Partner von Henning Wehland (H-Blockx) beim Duo „Les Sauvignons“. Jan begleitete Ingo Pohlmann auf der Gitarre. Dann war es leider schon Zeit für den letzten Song…oh, wie schade. „Der Junge ist verliebt“ wurde gespielt, auch ein Lied, das ich unheimlich gern habe. Schade, dass der Auftritt nur so kurz war, eigentlich war der Soundcheck da ja fast schon länger...
Unter großem Applaus beendeten die Musiker ihren Auftritt, verbeugten sich noch strahlend und verließen dann die Bühne…mir hat das sehr, sehr gut gefallen, ich werde mir das Album nächste Woche auf jeden Fall besorgen und freu mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit Pohlmann in Verden Ende Oktober…auch ein Besuch seines Konzerts im Bremer Modernes im November ist anvisiert:-)
Es ist großartig, dass man durch die schöne Konzerte, die man sowieso erlebt, immer neue Musiker kennen lernt…

Nun startete auf der Bühne zügig der Umbau – uns war inzwischen schon klar, dass hier in Münster um 22 Uhr mit der Live-Musik Schluss sein musste, also sollte Sashas Auftritt spätestens um 20.30 Uhr beginnen…und so kam es auch…ohne große Ankündigung waren plötzlich die Musiker der Sasha-Band on stage und auch er stürmte sofort bei den ersten Klängen von „Miracle Mile“ hinterher…natürlich war ihm der Empfangsapplaus nicht genug, also noch mal von vorn…nun war er zufrieden, das Publikum gab sich aber auch wirklich Mühe, ihn lautstark zu begrüßen.
Die Stimmung war von Anfang an super, das Publikum sofort bei der Sache. Der Platz war auch recht voll, die vielen Tribünen-Sitzplätze ebenfalls. Auf der Bühne flutschte das Programm nur so:-) Die neu aufgelegten Klassiker wie „This is my time“, „Let me be the one“, „If you believe“ ebenso wie die Songs vom „Open water“-Album „Good thing“ oder „Breathe“.
Zwischenzeitlich freute sich Sasha noch ordentlich über das Fußballergebnis seines Lieblingsvereins Dortmund vom Vortag – hatten die Borussen doch Werder Bremen vernichtend geschlagen – 3 : 0 – puh…das tut meinem Werder-Fanherz weh…aber so ist es nun mal im Sport, man kann nicht immer gewinnen.
Obwohl Sasha seinen obligatorischen Tee vor sich stehen hatte, bevorzugte er diesmal seinen Iso-Drink – genüsslich nuckelte er an der Sportflasche, beleckte sie noch ein wenig…ein Bild für die Götter *lach*

Ziemlich zum Anfang bereits flog etwas auf die Bühne…es war wohl ein großer, weißer Damen-Schlüpfer…er nutzte ihn, um sich den Schweiß abzuwischen. Später folgte eine (wie sagte meine Freundin so schön:) „grenzwertige“ raubkatzengemusterte Herren-Unterhose…mit spitzen Fingern hob er sie hoch…machte Anstalten, dran zu schnüffeln, aber meinte, er traue sich nicht, die sähe so getragen aus, wäre noch quasi warm. Iih Bäh…

Das Akustik-Set mit „Coming home“, „Chemical reaction“, „Owner of my heart“, „Lucky day“ und dem angeschlossenen „I’m still waitin’“ machte wieder wahnsinnig viel Spaß. Sasha entschuldigte sich auch noch dafür, dass „Lucky day“ so häufig im Radio gespielt wird…hey, das ist doch fantastisch, anders wollen wir es doch gar nicht haben. Lustigerweise läuft bei uns inzwischen wieder häufiger „Coming home“, passend zum Lebkuchen, den es inzwischen wieder in den Supermärkten zu kaufen gibt, wie Sasha auch bemerkte.

Zu „Slowly“ hatte Sasha sich umgezogen und kam mit kurzem T-Shirt und Weste zurück auf die Bühne. „Ausziehen – ausziehen“-Rufe quittierte er mit dem Spruch, dass es wohl seine Omma wäre, die da ruft – sie solle das doch nicht immer machen!
Bei „Here she comes again“ bebte dann wieder die Erde, so viel Kraft geht von dem Knaller-Song aus. Obwohl die Temperaturen zu dieser Zeit schon recht frisch waren, war man ja glücklicherweise immer in Bewegung und hatte keine Chance, auszukühlen.
Irgendwann fiel Sasha dann auch sein Tee ein – er schenkte sich einen Becher ein und gab ihn, wie gewohnt, jemandem im Publikum zum Probieren. Das Mädel wollte auch die Tasse zuerst partout nicht zurückgeben, er bestand aber drauf…sie schien mir ein wenig beleidigt – so kann’s gehen *gg*.

Der letzte Song wurde angekündigt. Sogleich begann ein Pfeifkonzert erster Klasse…genau darauf hatte Sasha natürlich gewartet und so konnte er auch den Münsteranern erklären, dass Musiker viel besser drauf reagieren, wenn man laut und bedauernd „Ooooh“ ruft anstelle einfach nur rumzugröhlen. Dann spulte er die Szene zurück und quasi wie abgesprochen machte das Publikum laut und bedauernd „Ooooh“.
Bei „Turn it into something special“ feierten wir noch einmal richtig ab…dann war das Hauptset vorbei, aber die Zugabe-Rufe wurden sofort laut und die Musiker ließen sich nicht lang bitten. Die wunderschöne Ballade „ Lonely“ wurde gespielt, im Anschluss daran dann der Final-Song „Goodbye“. Kräftig Taschentuch schwenkend verabschiedeten wir uns von Sasha und seiner Band, spendeten kräftig Applaus und freuten uns, so ein tolles Konzert erlebt zu haben.

Ich begrüßte im Anschluss noch eine liebe Bekannte, die ich schon lang nicht mehr gesehen hatte und die in Münster daheim ist und gemeinsam verließen wir langsam das Festival-Gelände. Um kurz nach 22.30 Uhr waren wir dann schon auf dem Weg gen Norden und ließen den Abend zünftig bei Daisys Diner mit einem leckeren Essen ausklingen. Das war wieder mal ein rundum gelungenes Wochenende mit viel Spaß, guter Musik und lieben Menschen um mich herum.

- BiBi -

Und hier geht’s zu den Fotos von Sasha
sowie
Ingo Pohlmann