Sasha in Weilburg (Pop am Fluß-Festival)

Dienstag, 2. Oktober 2007 - Robert

So ein Jammer, heute ist schon der letzte Tag meiner kleinen Konzertreise angebrochen. Sasha in Weilburg steht auf dem Plan. Nicht weit weg von unserem Quartier, eine knappe Stunde Fahrt. In der Mittagszeit starten wir. Die Voraussetzungen sind für mich nicht die besten. Ganz müde trotz Offday am Tag zuvor, völlig verspannt und kräftig Kopfschmerzen. Och nöö…die Vorstellung, stundenlang vor einem Einlass zu stehen, macht mich nicht glücklicher. Aber Sieger ist, wer den inneren Schweinehund überwindet.

Ohne Verzögerungen oder besondere Vorkommnisse treffen wir in Weilburg ein. Erstes Staunen…die Weilburger Festhalle ist ein großes Festzelt. Nun gut, mal ein interessantes Ambiente. Zur Freude aller gestaltet sich die Wartezeit als sehr bequem durch reichlich Sitzgelegenheiten – das Wetter ist angenehm, zwar kein Sonnenschein, aber trocken mit aushaltbaren Temperaturen.
Wir sind insgesamt zu zehnt und eine lustige Runde, da vergeht die Zeit wirklich schnell. Als gegen 18 Uhr der Einlass ist, gibt es das übliche Gerenne, aber danach ist noch Zeit und Möglichkeit, sich etwas zu essen oder zu trinken im oder vorm Festzelt zu besorgen.

Wir sind alle sehr, sehr gespannt, wie das heutige Konzert wird…weil wir ja alle der Meinung sind, dass es in Haibach zwei Tage zuvor nicht optimal gelaufen ist. Natürlich keinesfalls schlecht, aber auch nicht so überragend wie sonst.

Aber zuvor gibt’s erst mal eine nette Ansage vom freundlichen Veranstalter – man muss überhaupt mal erwähnen, dass alle, mit denen man in Weilburg zu tun hatte, überaus nett und freundlich waren. Sehr angenehm und wohltuend! Die Vorband Kaylou wird angekündigt, ich hatte mich im Vorfeld nicht drüber informiert. Daher wusste ich nicht, was da auf uns zukommt…aber man muss sagen, auch dies war nicht schlecht. Eine gute Stimme zeichnet die Sängerin aus, unterstützt von Keyboard, Drum, Bass und Gitarre. Rockige Songs gibt es, auch die eine oder andere Ballade ist am Start.
Ich bin ja nicht so sehr für Frauenstimmen zu haben, daher finde ich es eher störend, wenn die Sängerin zum Ende ihrer Songs anfängt, richtig zu schreien….muss meiner Meinung nach nicht sein. Sie fühlt sich sichtlich wohl auf dem Fußboden…kein Song, bei dem sie nicht in die Knie geht, über den Boden robbt oder an der Mikrostange tabledance-like herunter rutscht. Sicherlich eher was für die männlichen Zuschauer, aber die sollen ja schließlich auch etwas zu gucken haben.

Richtig voll ist es zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Zelt, eigentlich schade, so ein Festival gehört eigentlich ausverkauft. Wobei für das Konzert von DJ Ötzi am Folgetag die Karten bereits im Vorverkauf fast ausverkauft sind. Nun denn ;-)
Außer „Money“ sind mir von Kaylou leider keine Songtitel in Erinnerung geblieben – man möge mir verzeihen.

Ich bin nur froh, dass mein Kopfweh nicht mehr existiert…müde bin ich immer noch, kann auch das eine oder andere Gähnen nicht unterdrücken…sehr unhöflich der Band gegenüber, ich weiß wohl. Aber vier Konzerte in sechs Tagen sind ja auch kein Kindergeburtstag ;-)

Unter bravem Applaus beenden Keylou ihren Auftritt. Der Ansager tritt sofort ans Mikrofon und verspricht eine Zugabe, obwohl niemand darum gebeten hat. Nun…da der Abbau auf der Bühne auch unverzüglich beginnt, wird es nichts mehr mit der Zugabe – auch nicht so schlimm, ich bin eh ungeduldig und warte auf Sasha.
Lange dauert es nicht, dann hat die fähige Crew das Set fertig aufgebaut, die Bühne wird ordentlich eingenebelt und die Sasha-Band kommt heran geeilt. Endlich „Miracle mile“, der immer so langersehnte Moment ist da…:-) Sasha springt auf die Bühne, auch heute reicht ihm der Empfangsapplaus nicht zum Anfangen – noch mal das ganze, nun ist es ihm laut genug und er legt los. Irgendwie merkt man bereits beim ersten Song, dass heute alles wieder supergut werden wird. Ich denke, er hat Bock – wir auch – also lets have a party. Inzwischen ist es doch gut voll geworden. Alle, die da sind, sind auch im Zelt versammelt. „This is my time“ und „Let me be the one“ werden bejubelt, dann verschwinden die Fotografen endlich aus dem Graben und geben den Blick auf die Bühne ungestört frei. Heute keine Ordner, die sich direkt vor einem aufbauen, das ist prima.

Auch ist genug Platz zum tanzen vorhanden…das wird genutzt bei „Rooftop“, noch mehr aber bei „Here she comes again“. Obwohl das Licht heute erheblich besser ist als in Haibach, halte ich mich mit dem Fotografieren ein zurück. Sashas Bitte aus Haibach klingt noch irgendwie nach, obwohl ich ja eh kein Blitzlicht verwende…Wobei die Bühne auch dermaßen nebelgeschwängert ist, dass die Fotos wohl auch nicht gerade brillante Farben aufweisen würden.
Egal, besser die Musik genießen, das Akustikset kommt schon wieder viel zu schnell. Sasha stellt zum Ende von „Coming home“ wieder seinen Kragen hoch und legt richtig los, ebenso schwingt er die Hüften heftigst bei „Chemical reaction“. Bei „Owner of my heart“ lässt er das Publikum ordentlich singen, „Lucky day“ wird richtig gefeiert, obwohl er meint, es könnte einem bei den vielen Radioeinsätzen schon etwas auf den Geist gehen…neihein…auf keinen Fall:-)
Sehr interessant auch seine Information, dass auf der neuen Single „Hide and seek“, die Titelsong für den ???-Kinofilm ist, eine französische Version von „Lucky day“ drauf ist – man, bin ich gespannt!

Irgendwann im Laufe des Konzerts hat es mich dann wieder so gepackt, dass ich Raum und Zeit vergesse – für mich immer das Zeichen, dass es richtig gut ist:-) Das heute etwas Kreischalarm von jungen Fans angesagt ist, stört mich nicht übermäßig.
Leider rast die Zeit nur so dahin, Sasha erklärt uns, was zu tun ist, damit es eine Zugabe gibt. Und genau das passiert dann auch nach „Turn it into something special“ – Lautes Zugabe-Rufen erklingt, die Band nebst Sänger kommen zurück auf der Bühne. „Lonely“ ist heute wieder großartig, Sasha schwingt sich zwischendurch von der Bühne in den Graben, sagt schnell überall Hallo. Dann schwingen wir unsere Taschentücher bei „Good-bye“ und verabschieden uns so von einem tollen Konzert.
Hier in der Festhalle ist nun noch eine After-Showparty mit einer Partyband angesagt. Ich brauche frische Luft, so verlassen wir die Halle und sitzen noch ein bisschen draußen im Biergarten – die Temperaturen sind mild und lassen das zu. Doch dann ist es mal wieder Zeit zum verabschieden von allen und wir gehen zum Auto, machen noch kurz Station bei Mc Donalds und sind dann vor 1 Uhr zurück an unserer Homebase. Schnell ins Bett, denn am nächsten Morgen ist frühzeitig Abfahrt angesagt, da irgendwie alle am 3. Oktober Familiengeburtstage haben.

Anstrengend war’s, schön war’s, aufregend war’s – da fällt es mir immer ein bisschen schwer, wieder in den Alltag einzutauchen…aber das nächste Konzerthighlight kommt ja bald und so hat man immer ein schönes Ziel vor Augen…

- BiBi -

Und hier geht’s zu den Fotos aus Weilburg von Sasha und Kaylou