Sasha in Hannover (VW-Bully-Treffen)

Samstag, 6. Oktober 2007 - Robert

Irgendwie ist es ein trauriges Ereignis…das letzte Mal (meines Wissens nach) werde ich Sasha heute mit seinem Greatest Hits-Programm sehen. Die Open Airs sind vorbei und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Sasha im nächsten Jahr noch mal mit demselben Programm touren wird – sicher gibt es erst eine weitere Tour, wenn das neue Album fertig ist, was ja bekanntlich noch bis Ende nächsten Jahres dauern kann/wird.

Ich bin froh, dass es heute nur nach Hannover geht, also gerade mal 120 km entfernt. Die letzten Konzerte stecken mir noch in den Knochen, gerade erst ist der letzte Bericht getippt, da heißt es schon wieder: Auf auf, weiter geht’s, nur keine Müdigkeit zeigen. Okay, innerer Schweinehund erneut überlistet und um 10 Uhr ist Abfahrt nach Hannover.

Es ist schon ein besonderes Event, wo Sasha heute auftritt. VW-Bully-Treffen auf dem Messegelände. Dort gibt es eine riesige Ausstellung von Bullys aus aller Welt, die von ihren Besitzern vorgestellt werden. Ein Teilemarkt, Showprogramm – das ganze drei Tage lang, Haupttag ist aber der heutige Samstag. Abends gibt es ein Konzert von THE WHO, aber der Zutritt zu dem Gig der Alt-Rocker ist nur Karteninhabern möglich. Sasha hingegen tritt auf der Festplatzbühne auf. Dafür sind keine Tickets nötig, jeder kann dabei sein. Im Vorfeld wurde einer Freundin mitgeteilt, es wird ein 1,5-stündiges Konzert sein…hurra, also ein letztes Mal alle Songs erleben.

Am altgewohnten Platz an der A7 treffe ich auf Petra, um mit ihr weiter nach Hannover zu fahren. Die Anfahrt verläuft komplett ohne Komplikationen, der Messeschnellweg ist relativ leer, ruckzuck sind wir an der Messe angekommen. Wir parken im erstmöglichen Parkhaus – zwar eigentlich recht weit weg von unserem Ziel, aber auf der entsprechenden Internet-Seite stand ja zu lesen, dass es Bus-Shuttles vom Parkhaus zum Eingang gibt. Tja, Pustekuchen…ein freundlicher Parkeinweiser gibt uns die Auskunft, eigentlich wäre das ja auch so vorgesehen, aber man hätte heute die Info herausgegeben, der Shuttle wäre nur für V.I.P.-Gäste…so ein Mist, also das ganze Stück laufen. Hin ist ja okay, aber nach stundenlangem Stehen zurück? Mir graut es jetzt schon. Dann auf dem Messegelände Irritationen – wo ist denn nun der Festplatz? Mein ausgedruckter Plan macht auch nicht schlauer, aber wir schauen wohl so verwirrt, dass wir von einer freundlichen Mitarbeiterin angesprochen werden, die uns auch sogleich kompetent weiterhelfen kann.
Als wir auf dem Festplatz ankommen, hat soeben Barbara Schöneberger, die Moderatorin des heutigen Tages, die Bühne betreten und beginnt mit der ersten Präsentation…es ist 12 Uhr, der Platz vor der Bühne recht voll. Wir kommen aber vor zu unseren Freundinnen, die in der ersten Reihe bereits ihren Platz gesichert haben.

Ich beschließe, erstmal die Toiletten aufzusuchen, mir ist das gerade auch alles zuviel…ich mag große Menschenmassen, durch die man sich wühlen muss, gar nicht. Zur Beruhigung kauf ich mir dann ein Eis und versuche, mich wieder nach vorn durchzuschlagen. Die Shows auf der Bühne dauern jeweils eine halbe Stunde, finden zu jeder vollen Stunde statt und prämiert werden unter anderem die originalgetreuesten Bullys jeglicher Bauart, die am besten gepimpten, die am weitesten angereisten Teilnehmer, die hübschesten Bullys etc. Die Bühne ist recht groß, davor ist eine Auffahrtrampe, über die die zu prämierenden Fahrzeuge gefahren kommen – links raufgefahren, rechts wieder runtergefahren. Durch diese Rampe, die vorn noch etwas erhöht ist, kann man kaum sehen, was hinten auf der Bühne so stattfindet. Zweimal z. B. tritt die Bully Allstars-Band mit gutgemachten Coversongs auf – aber ich kann kaum die Musiker, die hinten stehen, sehen. Ein bisschen sorge ich mich, dass es bei Sasha ähnlich sein wird.
Nach der ersten Prämierungsshow lichten sich die Reihen dann schnell wieder und auch Petra und ich finden rasch einen Platz in der ersten Reihe – der jetzt auch nicht mehr wirklich verlassen wird, das ist ja klar.
Barbara Schöneberger macht sich so zwei- bis viermal ein bisschen lustig über uns Fans, die wir hier stundenlang auf Sashas Auftritt warten – versucht uns aufzumöbeln mit ihren Erzählungen , dass sie ihn gerade hinten getroffen hätte, sie hätten auch Körperkontakt gehabt, er riecht so gut…ach nee, was für Neuigkeiten *lach*.

Eigentlich vergehen die jeweiligen halbstündigen Shows immer relativ schnell, jedes Mal mischt sich das Publikum neu. Inzwischen sind weitere Fans dazu gekommen, die erste Reihe ist quasi voll…eine liebe Freundin aus dem Harz ist auch mit ihrer Schwester eingetroffen, sie finden noch direkt neben mir einen Platz…eigentlich kann es nun losgehen. Die Sonne scheint, auch wenn die Temperaturen nicht gerade warm sind.

Die letzte Show um 17 Uhr (eigentlich ursprünglich als Anfangszeit für Sasha genannt) zieht sich sehr lang hin. Nein, es ist nicht nur die Ungeduld, aber noch etliche weitere Prämierungen werden vorgenommen, diverse Leute aus der Vorstandsetage von VW interviewt etc.
Inzwischen ist auch durchgesickert, dass Sasha auf jeden Fall nur eine Stunde auftreten wird. Es ist 18 Uhr durch, als es endlich soweit ist und Barbara Schöneberger Sasha ansagt. Die Band steht schon bereit und endlich startet das Set – mit „Miracle mile“, wie gewohnt. Das Publikum ist nicht gerade euphorisch, das Mitsingen bei „This is my time“ und „Rooftop“ ist nicht überragend. Nun, stört uns nicht, singen wir halt lauter. Glücklicherweise sind die Musiker nicht zu weit hinten platziert, man kann alle gut sehen.

Sasha sucht sich heute zum Probieren seines Tees, den er sich auf der Bühne einschenkt, ausgerechnet meine Freundin aus dem Harz aus. Liebenswürdigerweise gibt sie das Glas mit dem Tee an mich weiter…ich bin nicht sicher, ob ich trinken soll, würde ja gern mal probieren. Aber ich strecke Sasha das Glas entgegen, er lacht nur und sagt, wir sollen ruhig probieren, wir wüssten doch eh, was es ist. Okay, ich trinke ein Schlückchen und gebe weiter die Reihe runter. Nicht schlecht, aber doch recht scharf. Mein Ingwertee daheim brennt nicht so, dieser ist eindeutig mit frischem Ingwer gekocht.

Zu meinem Entsetzen folgt auf „Rooftop“ sofort „If you believe“ – zwei Songs einfach weggelassen…oh Menno. Dann ist es schon soweit und das Akustik-Set beginnt, bestehend aus „Coming home“, „Chemical reaction“, „Lucky day – I’m still waitin’“ – fertig…ah, viel zu schnell. Hier wurde „Owner of my heart“ gestrichen.
Sasha nutzt die gesamte Rampe, um mal nach links, mal nach rechts zu wetzen. Immer in Aktion, der Mann:-)

Nun ist es Zeit für „We can leave the world“ – und dann kommt richtig Panik bei mir auf, denn Sasha verabschiedet sich nach dem Song und verlässt mit der Band die Bühne. Hallo? Wo ist „Turn it into something special“ geblieben?
So aber nicht mit uns…da hilft nur lautes Zugabe-Brüllen. Unser Wunsch wird gehört, die Musiker kommen zurück – ein Glück, noch eine kleine Gnadenfrist.

Eine Freundin wirft unser Geschenk für Sasha auf die Bühne, das er eigentlich bei „Turn it“ bekommen sollte – ein knuddeliges Schaf…na, okay, wir sind sonst nicht von der Plüschtier-Fraktion, aber dieses Schaf ist eine Anspielung…hat Sasha doch in Münster den Spruch gelassen (nach einem lustigen Clip, bei YouTube zu finden) „Abschied ist ein schweres Schaf“. Für uns ist es quasi ein Abschied – und es ist ein dickes Schaf – mit einem Schild um den Hals, auf dem nur die Worte „Abschied“ und „schwer“ zu finden sind.

Doch irgendwie entdeckt Sasha das Schildchen nicht. Er betrachtet zwar das Schaf, findet es wohl auch putzig – und riecht zu allem auch noch daran…*lach* - okay, macht ja nichts.
Leider gibt es in der Zugabe auch nur noch einen Song – natürlich „Good-Bye“. Das war wohl mein bisher kürzestes Konzert, das war nicht mal eine Stunde. Durch die ganzen Prämierungen ist die Zeit einfach zu kurz gekommen, sehr schade.

Aber man soll ja nicht jammern über die Songs, die man nicht hatte, sondern sich freuen über die, die man genießen konnte. Es war ein schönes Konzert – und man hat den Vorteil, sehr früh wieder daheim zu sein, denn unsere Wege trennen sich gleich nach dem Konzert aus verschiedensten Gründen. Jeder hat noch irgendetwas vor, so dass ich tatsächlich schon kurz vor 21 Uhr zu Hause bin und mich um die Nachbereitung des Tages kümmern kann.

- BiBi -

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