Boppin' B in Förste (Zum Schwarzen Bären)
Ganz entspannt am Samstagnachmittag starte ich in ein musikalisches Wochenende, auf das ich mich schon seit langem freue. Diesmal sind nicht meine lieben Mit-Konzertjunkies an meiner Seite, sondern jemand, für den das alles eine Premiere werden wird. Uta habe ich Anfang des Jahres quasi durch Sasha und meine Konzertberichte über ihn kennen gelernt, eine wunderschöne Freundschaft ist dadurch entstanden. Wir haben uns in der Open Air-Saison einige Male bei Sasha-Events getroffen, aber diesmal will sie auch Boppin’ B und Monsters of Liedermaching kennenlernen.
Beginnen wir in Förste, einem beschaulichen Örtchen nahe Osterode. Ich bin bereits das dritte Mal hier und habe die beiden vorherigen Konzerte in bester Erinnerung. Perfekt geplant und durchgeführt vom Veranstalter Robin…und er bietet uns einen außerordentlichen Service. Wir dürfen Quartier bei ihm zu Hause nehmen. Fast zeitgleich treffen Uta und ich bei ihm daheim ein. Wow, was für ein Timing. Immerhin haben wir völlig unterschiedliche Wege gehabt.
Nach einem kurzem Aufenthalt in unserem schönen und riesigen Zimmer machen wir uns auch schon auf den Weg in den Gasthof „Zum Schwarzen Bären“, wo das Konzert von Boppin’ B heute stattfinden soll. Ein paar Bekannte sind bereits da und nach der Begrüßung wenden wir uns erst einmal der Speisekarte zu…und entscheiden uns beide für Currywurst-Pommes – okay, nicht sehr kreativ, aber uns war danach:-)
Nach dem schmackhaften Essen können wir auch schon eine Etage höher in den Konzertsaal. Da neben der Bühne Stühle stehen, können wir es uns auch noch bequem machen, nach und nach weitere bekannte Gesichter begrüßen. Wir haben uns eh viel zu erzählen, so vergeht die Zeit bis zum Konzertbeginn wie im Flug.
Leider füllt sich der Saal nur sehr langsam und als die Band um 21.15 Uhr auf die Bühne geht, ist es nicht wirklich voll – schade, das war die letzten Jahre anders. Aber wie man die Musiker kennt, so ist es auch heute. Wenig Leute verderben auf keinen Fall ihre gute Laune, die sich auch ruckzuck aufs Publikum überträgt.
Erst einmal startet das erste Set mit „Army of Rock’n’Roll“ und „The only way“. Bei „Hit the roadjack“ wird die Antwort auf die Frage „Do you feel alright“ erklärt, und ich finde, für die paar Leutchen im Saal klingt das auch gut und laut!
Im ersten Set geht’s weiter mit Songs wie „Sh-Boom“, „Everybody loves you“, „Wild saxophone“ oder „Bop won’t stop“. Die im Februar erscheinende Single „On the radio“ ist jetzt schon unbestritten ein Highlight im Programm. Im Finale dieser Halbzeit werden noch „Ein toller Tag“, „Hand in hand“, „Scheisskapelle“ und „Rooftop“ gespielt. Abschluss-Song ist das Lied vom König im Affenstall. Dann gibt es eine wohlverdiente Pause für alle…die Temperaturen im Saal sind schon jetzt wieder so groß, dass sich ordentlich Schwitzwasser auf den Fensterscheiben bildet. Super ist für uns natürlich, dass wir uns in Niedersachen befinden und auch hier das Rauchverbot eingehalten wird. So ist es einfach besser zu ertragen.
Die Pause wird auch dazu genutzt, Golos Monitorbox wieder in die Gänge zu bekommen. Sie hat bisher hartnäckig ihren Dienst verweigert und es dauert eine ganze Weile, bis endlich ein Ton aus ihr kommt. Aber dann kann es endlich weiter gehen.
Da aber Frank und Micha noch nicht wieder aus der Pause zurück sind, gibt’s zu Beginn des zweiten Sets mal ein Schmankerl…“Rumble in Brighton“, von Golo gesungen…yeah!
Aber nun ist die Kapelle wieder vollzählig und weiter geht’s mit dem nächsten Sasha-Cover „It ain’t that bad“ und „Drive my car“.
Natürlich wird auch wieder viel Quatsch auf der Bühne fabriziert und geredet. Hauptthema schien mir fast der Hintern im Allgemeinen und im Besonderen zu sein…von Fingern, die in solchen stecken und ähnliches. Da kriegst du die Motten bei solchen Erzählungen *gg*. Einzelheiten erspare ich dem geneigten Leser lieber, man kann es ja hinterher sowieso nicht annähernd so gut rüberbringen wie die Boppin-Bande das auf der Bühne macht!
Das inzwischen nicht mehr sehr oft gespielte „Sex Bomb“ erfreut mich heute sehr, aber noch mehr mein geliebtes „Volare“. Leider sind die „Förster und Waldfrauen“ (wie Micha die Einheimischen nennt) nicht sehr sangesfreudig und ich habe teilweise das Gefühl, ich singe allein (bei „Wind of change“ war das auch so…ich entschuldige mich dafür ;-), ich weiß, es tut weh, wenn ich laut singe).
„King of Bongo“ und „How low will you go“ fehlen auch heute nicht. Dann eine große Freude für mich: “Do it to me”, einer meiner Lieblingssongs vom noch aktuellen Album “Bop around the Pop”. „I can’t dance“ höre ich heute das zweite Mal live, ist ja ein ruhiges Stück, angelehnt an Elvis’ „Fever“. Heute ist es auch im Hintergrund leise und so kommt der Song sehr viel besser rüber als in Kaiserslautern.
Veranstalter Robin hat auch einen Musikwunsch geäußert, der dankenswerterweise erfüllt wird: „The lion sleeps tonight“ – oh Mann, so schön hab ich das Lied noch nie gehört. Tonmann Maik legt ordentlich Hall auf Frankys Stimme und ich finde es grandios.
Natürlich fehlen auch heute „Jump jive and wail“, „If you believe“ und „Boulevard of broken dreams“ nicht. Dann ist es schon Zeit für den letzten Song, der heute „Fred vom Jupiter/Wer hat an der Uhr gedreht“ ist.
Tja, und was dann passiert, finde ich auch eher seltsam. Ich bin tatsächlich die einzige, die Zugabe brüllt. Die anderen beschränken sich auf Klatschen. Bisschen peinlich, aber egal. Ich habe beim Konzert schon soviel gejohlt, da kommt’s nun auch nicht mehr drauf an. Glücklicherweise lässt man mich nicht lange brüllen und weiter geht’s…“Blitzkrieg Bop“ – nächsten Monat als Download-Single zu erwerben – ich freu mich drauf!
Eine junge Frau äußerte ebenfalls einen Wunsch, der nun erfüllt wurde: „The wanderer“ – wie genial, neulich in Kaiserslautern das erste Mal von Boppin’B gehört, nun gleich noch mal…und die Überraschung hört nicht auf, es folgt „Buona sera“ *seufz* - Aber auch mit einem Zugabe-Set war es noch nicht vorbei. Inzwischen ist es zwar Mitternacht, also hat der Volkstrauertag begonnen, da darf eigentlich keine Musik gespielt werden. Doch für ein paar weitere Zugaben werden alle Augen zugedrückt und wir dürfen uns über „Wild life“ freuen, einem noch brandneuen Song. Ein eher älterer begeistert mich auch wieder schwer: „Hey Pachuco“ – und als krönendes Highlight „Summertime“ – mir bleibt nichts, als glücksseelig die Augen zu verdrehen und zu genießen!
Leider wird auch nur kurz noch Musik von CD gespielt, dann muss alles ausgestellt werden. Sehr schade, aber tut unserer guten Laune keinen Abbruch. Wir bleiben an diesem Abend noch sehr lange im „Schwarzen Bären“, lernen nette Leute kennen, trinken, lachen und quatschen. Aber um 3.30 Uhr ist dann genug und wir machen uns auf den Weg zu unserer schönen Unterkunft. Während Uta schnell einschlummert, brauch ich wie immer mein Stündchen, um „runter zu kommen“ – ich glaube, zu viele Glückshormone rauschen mir durchs Blut, das dauert immer ein wenig, bis der Schlaf mich einholt.
Leider wird es im nächsten Jahr kein Konzert dieser Art in Förste geben…aber ich hoffe ganz stark auf 2009 und hoffe, dass Robin dann auch wieder Zeit und Lust hat, so ein Event auf die Beine zu stellen – ich bin dann auf jeden Fall wieder dabei!
- BiBi -
Und hier geht’s zu den Fotos aus Förste
