The Sinners in Lüneburg (Gasthausbrauerei Nolte)

Samstag, 29. März 2008 - BiBi

So wie der Monat begonnen hat, wollen wir ihn auch beenden…mit einem Sinners-Konzert. Prozedur wie gehabt: Micha mit dem Zug nach Sagehorn, ich hol sie ab, wir haben noch etwas Zeit bei mir, dann ab ins Auto und auf die Autobahn. Lüneburg ist etwa so weit wie Hamburg, gut, ein Ticken weiter, aber das macht ja nichts ;-)
Mein Routenplan ist heute leider etwas ungenau – die Abfahrt, die wir nehmen sollen, führt auf jeden Fall nicht ans gewünschte Ziel, die Gasthausbrauerei Nolte. Irgendwie sind wir schon an Lüneburg vorbei – also wieder zurück, eine frühere Abfahrt raus und siehe da, wir sind am Ziel. Parkplätze sind Mangelware, aber trotzdem haben wir dann irgendwann einen. Es ist kurz nach 19 Uhr, noch viel Zeit bis zum Beginn. Das Gasthaus hat natürlich schon auf, darum nichts wie hinein.
Die Sinners – Tino, Andreas und Matthias – sind bereits mit Aufbau und Soundcheck fertig und warten aufs Essen. Sie sitzen am Eingang des Saales und kassieren heute selber die fünf Euro Eintritt…man muss als Musiker schon sehr vielseitig sein :-)

Wir suchen uns schon mal im Saal ein schönes Plätzchen, so weit vorn wie möglich. Viele Tische sind reserviert, aber zwei Plätze sind dann doch noch frei. Gut, Jacken hingehängt und wieder in den vorderen Schankraum gewechselt. Die Zeit bis zum Konzertbeginn vergeht mit viel Sabbelei im Flug. Wir wechseln gegen 21 Uhr wieder in den Saal, wo inzwischen alle Tische belegt sind. Vor der Bühne ist schön Platz, ein paar Stehtische sind auch noch aufgestellt. Uns ist klar, heute werden wir auf jeden Fall nicht beim Konzert sitzen bleiben!

Dann kurz nach 21 Uhr geht es auch los. Die Sinners betreten die Bühne – schick gestylt in Anzügen mit weißen Hemden. „Come on“ eröffnet heute den musikalischen Teil des Abends. Schon das zweite Lied eine Überraschung für mich: „Little star“ – kannte ich noch nicht von der Band. Weiter geht’s mit einem Stück vom ersten Album: „Loss of Hair“. Tolle Cover wie „Mona Lisa“, „I wonder why“ oder „Road to nowhere“ folgen. Großartig ist, dass ein Wunsch von Micha, den sie geäußert hatte, prompt erfüllt wird: “Games people play” in Acapella. Über „Slippin’ and slidin’“ freu ich mich nicht minder – ein nostalgischer Hauch an die gute alte Dick Brave-Zeit streift mich ;-) – beendet wird das Set mit dem Beatles-Klassiker „You better run for your life“.
Ha, das war schon mal prima. Auch die Tanzfläche vor der Bühne hatte sich immer mehr gefüllt, aber nun gehen wir erstmal an unseren Tisch, denn der Abend ist noch lang und man muss ja mit seinen Kräften haushalten.

Beim zweiten Set rücken wir dann auch noch näher an die Bühne heran, ich filme den einen oder anderen Song mit und da stört es mich doch, wenn tanzende Menschen vor mir sind. „Fools fall in love“ von Elvis ist der erste Song dieses Durchgangs. Wir wissen den Song jetzt noch mehr live zu schätzen, seitdem wir auf der neuen Boppin’ B-CD die etwas seltsame Version gehört haben:-) Aber auch in diesem Set geht es Schlag auf Schlag und wir freuen uns über Stücke wie „Blue Moon“, „Denise“, „Gunning for the dog“, „Helpless falling in love“ oder „Rama Lama Ding Dong“. Eine riesige Überraschung ist dann „I’m on fire“ – es ist noch nicht lang her, dass Micha mir gegenüber äußerte, das Lied würde sie soooo gern mal von den Sinners hören –voilà…
Noch mal richtig absteppen können dann alle beim „Peppermint Twist“ – wobei man wirklich feststellen kann, dass vor der Bühne gut was los ist, aber an den Tischen ist es eher mau. Man hat das Gefühl, die Band ist lediglich dazu da, Begleitmusik zum Essen und Trinken zu spielen. Aber gut, jeder soll auf seine Art den Abend genießen.

Nach einer weiteren Pause dann auf zum Finale. Chris Reas „Julia“ kommt rockig daher, „Crazy little Mama“ sowieso. „Runaround Sue“ ist eh der Klassiker schlechthin, immer gern gehört. Dann eine weitere Knaller-Überraschung: „The lion sleeps tonight“ WOW, wirklich prima. Und gleich noch einen bisher nie gehörten hinterher: „Stand by me“. Da passt das auch nicht ganz so schnelle und romantische „Three steps to heaven“ super dazu.
Nun gibt eine weitere Acapella-Einlage mit „Da Doo Ron Ron“. Auch „You took my heart away“ und „Boogie woogie country girl“ fehlen heute nicht. Aber dann ist auch dieses dritte Set vorbei.

Doch Lüneburg fordert vehement nach Zugaben – und die Band geht auch gar nicht erst von der Bühne, sondern legt gleich noch mal nach mit “Crazy beat of love”, “Why do fools fall in love” und “Remember then”. Damit geht ein wirklich schönes Konzert dann leider zu Ende.

Ich schlendere gleich mal wieder zu unserem Platz. Micha hat einen Bewunderer gefunden…ein Einheimischer hat ein Auge auf sie geworfen, und als sie mal schnell zur Toilette geht, kommt der Typ zu mir, um mir was mitzuteilen. Inzwischen läuft Musik von CD, die Geräuschkulisse ist recht laut – ich gucke den Typen fassungslos an und frage nach: Hast du gerade gesagt, meine Freundin ist ein Schaf?
Oh nein, um Himmels willen, niemals…Deine Freundin ist echt scharf – das hat er gemeint. Ich rutsche fast vom Stuhl vor Lachen. Mit diesem Herrn geht’s noch ein bisschen lustig weiter, er entschuldigt sich alle zwei Sätze, dass er ja betrunken ist – aber da er nicht zu aufdringlich oder unhöflich ist, vertreiben wir ihn nicht von unserem Tisch. Irgendwann hat man sich dann auch ausgetauscht, wo jeder so herkommt…und er kann’s kaum glauben, dass man so weite Strecken fährt für ein Konzert…er fragt mich dann, ob wir in Bremen keine Zähne haben. Ich frage dreimal nach, immer wieder wiederholt er seine Frage – und ich bin echt angepisst…ja, hab ich denn eine kaputte Kauleiste und Zahnlücken? Er guckt mich völlig irritiert an – bis ich dann endlich verstehe, was er meint…ob es in Bremen keine Szene gibt, eine Rock’n’Roll-Szene…oh mein Gott!

Leider haben bei mir inzwischen Magenschmerzen eingesetzt, Frühstück ist lange her und die Magensäure kämpft lediglich gegen Cola-Light und hat somit freie Bahn, die gereizte Magenschleimhaut anzugreifen. Da im Saal jetzt eh Schluss ist, begeben wir uns mal nach vorn in den Schankraum, wo wir auch auf die Band treffen. Ein wenig bleiben wir noch, aber inzwischen ist es dank Uhrumstellung nach drei Uhr und wir machen uns dann auch auf den Heimweg.
Am Ortsausgang Lüneburg finden wir tatsächlich noch einen Burger King, der die Uhrumstellung ignoriert hat (letztes Jahr waren wir in Bramsche bei Mc Donalds, da wurde demonstrativ um 2 Uhr, also Sommerzeit 3 Uhr das Licht ausgemacht und die Stühle hochgestellt) und uns noch köstlich bewirtet.
Gegen fünf Uhr sind wir wohlbehalten wieder daheim, aber dann heißt es natürlich erst noch einmal Fotos und Clips gucken, bevor ich dann gegen sieben Uhr endlich in den Schlaf finde.

- BiBi -

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