Dropkick Murphys in Köln (Palladium)

Donnerstag, 27. März 2008 - Micha

Nachdem es für mich etwas kompliziert gewesen war, an Karten für dieses Konzert zu kommen (wie sich später herausstellt auch noch unnötigerweise), freue ich mich umso mehr, eine meiner absoluten Lieblingsbands das erste Mal live zu sehen. Die Dropkick Murphys spielen heute in Köln, und offensichtlich bin ich nicht die einzige, die sich sehr darüber freut, denn schon im Vorfeld musste die Veranstaltung wegen großer Nachfrage vom E-Werk ins Palladium verlegt werden. Dort angekommen finden wir uns am Ende einer recht langen Schlange wieder, als auch schon der Einlass beginnt. Währenddessen wird den Wartenden draußen immer wieder Bier und Schnapps angeboten, für mich auch eher ein ungewohntes Bild.
Im Palladium angekommen stelle ich dann ganz erstaunt fest, dass tatsächlich noch Plätze in der ersten Reihe frei sind und als echter Konzert-Junkie muss ich da natürlich hin.
Um 19 Uhr beginnt bereits die erste Vorband, deren Name aber aufgrund sehr undeutlicher Aussprache nicht zu mir durchdringt. Ist auch nicht weiter schlimm, ich finde das ganze eher langweilig und glücklicherweise ist der Spuk auch nach ein paar Songs, die alle gleich klingen, wieder vorbei.
Nach einer kurzen Umbaupause betritt dann die zweite Vorband die Bühne. Emscherkurve 77 aus Oberhausen spielen „Lieder aus der Kurve für den einfachen Mann“ und kommen beim Publikum sehr gut an. Die meisten der Songs drehen sich um das Thema Fußball, was eigentlich nicht so meine Welt ist, aber musikalisch gefällt es mir dann doch ganz gut. Texte wie „Deine Eltern sind Geschwister“ lassen dann aber doch einige Fragezeichen auf meinem Gesicht erscheinen. ;-)
Nichtsdestotrotz gefällt es dem Großteil und die Jungs verlassen unter Applaus die Bühne.
Wieder gibt es eine kurze Umbaupause, dass Palladium ist mittlerweile auch rappelvoll, viele sind wohl erst zum angekündigten Beginn um 20 Uhr erschienen.
Zeit also für die nächste und letzte Vorband des Abends. Die Broilers waren auch im Vorfeld als Support angekündigt, und so finden sich auch einige Fans der Band ein. Auch ein paar mehr, denn die Band ist schließlich nicht ganz unbekannt.
Songs wie „Alles was ich tat“ oder „Meine Sache“ kommen super an und es wird auch schon ordentlich Pogo getanzt.
Musikalisch gefällt es mir auch ganz gut, von den Texten verstehe ich leider nicht alles, was wohl auch an der etwas schwierigen Akustik liegt.
Nach einer guten halben Stunde ist aber auch die Zeit für die Broilers um, und auch wenn die Fans um eine Zugabe bitten, muss leider Schluss sein.
Sofort machen sich aber wieder „Let's go Murphys“ Rufe breit und ich finde auch, dass es nun wirklich Zeit wird für den Hauptact, schließlich ist es nun schon drei Bands später und mittlerweile 22 Uhr.
Bevor die Dropkick Murphys aber die Bühne betreten, gibt es erstmal noch ein Intro vom Band, sehr stimmungsvoll, aber für meinen Geschmack etwas lang.
Der erste Song ist dann gleich einer meiner absoluten Favoriten, „Famous for nothing“ vom akutellen Album. Vom ersten Ton an setzt aber auch ein unglaubliches Gedränge ein, scheinbar beschließen die knapp 4000 Leute, dass sie auch gern in der ersten Reihe stehen wollen. Dazu noch ordentlich Pogo und Crowdsurfing und der Punkrock ist perfekt. ;-)
Ich hätte mir schon noch ein bißchen mehr Bewegungsfreiheit gewünscht, aber bei einem Konzert dieser Größenordnung darf man das wohl auch nicht erwarten.
Auf der Setlist finden sich heute viele Songs der letzten beiden Alben, und da ich auch bisher nur diese beiden besitzte, freut mich das sehr.
So gibt es unter anderem „Jailbreak“, „Vices and Virtues“ und „Johnny, I hardly knew ya“ vom aktuellen Album „The meanest of times“ und „Captain Kelly's Kitchen“, „Citizen C.I.A.“ und „I'm shipping up to Boston“ von der „The Warrior's Code“
Die alten Songs sind für mich heute also quasi „neue“, die mir aber auch alle sehr gut gefallen. Besonders freue ich mich auch über die Version von „Amazing Grace“, die sowieso schon super klingt, und vom Publikum auch noch lautstark unterstützt wird. Ich bin leider nicht 100% textsicher, nehme mir aber vor, das bis zum nächsten Mal zu ändern.
Immer wieder fliegen auch Dinge nach vorne, darunter auch Schuhe, und ich frage mich in solchen Momenten immer: gehen die Leute am Ende ohne Schuhe nach Hause?!?
Außerdem fällt uns noch ein junger Mann auf, der es in recht kurzen Abständen durch Crowdsurfing immer wieder nach vorne in den Graben schafft und dort bejubelt werden möchte. Da sich die meisten aber doch eher auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren, hat er nur mäßigen Erfolg und gibt nach dem 4. Mal auf. ;-)
In den Zugaben ereignen sich dann auch noch für mich unglaubliche Dinge, denn bei einem Song werden die Frauen zum Tanzen aufgefordert, und zwar auf der Bühne! Bei so vielen Leuten kann das schon mal ein mittleres Chaos auslösen, das ganze war aber auf jeden Fall sehr lustig anzusehen.
Als dann aber beim letzten Song aber die Männer auf die Bühne gebeten werden (die hier auch deutlich in der Überzahl sind), gibt es erst ein richtiges Chaos und wir stellen fest, dass es ziemlich klug von der Band ist, diese Aktion erst beim letzten Song zu starten. Denn sonst würde man die ganzen Leute sicher nicht mehr von der Bühne bekommen. *g*
Das Konzert ist dann gegen halb 12 endgültig vorbei und wir bahnen uns langsam aber sicher den Weg Richtung Ausgang.
Eigentlich wollte ich mir noch ein paar Buttons kaufen, aber am Merch-Stand herrscht so ein Gedränge, dass ich das getrost aufs nächste Mal verschiebe.
Als Entschädigung kaufe ich dann vor dem Palladium noch ein Poster, die dort in rauen Mengen angeboten werden.
Wir haben die Theorie, dass das wohl die selben Leute sind, die vorher das Bier verkauft haben. ;-)

Fazit: Anstrengend, aber schön! Gerne wieder!

-Micha

Fotos aus dem Palladium