Cosmo Klein (Phunkguerilla) in Hamburg (Stage Club)

Sonntag, 6. April 2008 - BiBi

Sehr gespannt startete ich am frühen Sonntagabend nach Hamburg. Heute wollte ich mein erstes Phunkguerilla-Konzert besuchen – ein Projekt von Cosmo Klein, in dem er mit vielen verschiedenen Musikern durch die Clubs dieses Landes tourt. In Hamburg sollte das ganze im Stage Club stattfinden…der Club befindet sich in der Neuen Flora, einem Musical-Theater.

Fester Bestandteil der Phunkguerilla-Band sind eigentlich Sänger Cosmo Klein, Bassist Claus Fischer aus Köln (überregional bekannt geworden durch seine frühere Zugehörigkeit zur TV TOTAL-Band Herb and the Heavytones) und Sängerin Maya Saban aus Berlin. Die restlichen Musiker sucht Cosmo in den jeweiligen Regionen, in denen aufgetreten wird. So entsteht jedes Mal eine neue Konstellation der Band.

Für Hamburg waren noch vorab auf www.cosmopolytix.de folgende Musiker genannt worden: Gunther Papperitz (Keyboard), Anna Reynolds (Background-Vocals), Keile (Guitars) und Tobias Held (Drums). Es versprach also alles sehr spannend zu werden.

Da der Beginn der Veranstaltung nicht wirklich ersichtlich war (einfach nur 20 Uhr ist sehr ungenau…was 20 Uhr? Tür auf??? Musik los???) beschlossen Petra und ich, gegen 19 Uhr in Hamburg zu sein. Wir trafen uns wie gewohnt an der Autobahn kurz vor Hamburg und ich fuhr mit ihr weiter. Sie setzte mich dann an der Neuen Flora mal ab und machte sich auf die Parkplatz-Suche – dies war schnell erfolgreich erledigt und wir suchten den Clubeingang und stellten erfreut fest, dass wir im Foyer der Neuen Flora nicht nur sehr angenehme Temperaturen, sondern auch noch Sitzgelegenheiten vorfanden.

Im Club tobte der Soundcheck, also klar, dass hier noch kein Einlass stattfinden kann. Die Türen öffneten sich dann ca. 20.15 Uhr, Eintritt kostete 12 Euro. Wir suchten uns in gewohnter Manier den direkt vor der Bühne stehenden Tisch. Vier Cocktail-Sessel standen drum herum. Mit der Platzwahl zufrieden, wurde erst mal der sehr schöne Stage Club erkundet. In der Mitte des Raumes befand sich eine offene Kaminstelle, in dem ein Feuer flackerte. Die Bühne war recht flach, aber doch geräumig. Direkt neben unserem Tisch war der Raum durch einen Vorhang abgetrennt, hinter dem Vorhang befand sich der Backstage-Bereich.
Der Club füllte sich nur zögerlich. Sonntagabend ist wohl nicht so Ausgehzeit für die Hamburger, dachte ich noch so…aber irgendwann waren dann doch die zahlreich vorhandenen Sitzgelegenheiten belegt, auch wenn ich wieder das Gefühl hatte, über die Hälfte der Besucher waren Mitglieder der Hamburger Musiker-Szene – zumindest entdeckte ich einige mir wohlbekannte Gesichter :-)

Mit einer kleinen Verspätung betraten die Phunkguerilla-Musiker dann um 21.15 Uhr die Bühne. Dies wurde vom Publikum kaum wahrgenommen, zumindest gab es keinen Szenen-Applaus. Das bewegte Cosmo natürlich dazu, gleich mal zu mäkeln und nun aber tosenden Applaus für die Phunkguerilla-Girls Maya und Anna einzufordern. Klappte dann etwas spärlich, aber immerhin. Mit „Love in progress“ startete das erste Set. Guter Opener, ich kenne und liebe den Song schon seit einem Jahr! „Ooh“ war der zweite Programmpunkt, gleich gefolgt von „Beautiful mind“, einem Lied, das mir sehr am Herzen liegt. Es wurde auch eine richtige lange Version, Cosmo verließ, wie von ihm gewohnt, immer wieder die Bühne, um im Publikum zu singen und zu tanzen. Er forderte vehement zum Aufstehen und Mitmachen auf…klappte teilweise. Viele Besucher waren Sonntagabend wohl nicht so auf Action eingestellt.
„Short Story Life“ folgte. Ein Lied, zu dem Cosmo Textideen über seine Homepage eingeholt hatte. Jeder konnte ihm mailen, was er gern im Song verarbeitet haben möchte und dies wurde von Cosmo dann textlich umgesetzt. Ein interaktiver Song, quasi.
Ein Prince-Cover war der nächste Programmpunkt – aber dann startete die Phunkguerilla noch mal richtig durch. Aufstehen und tanzen, war die Devise. Cosmo holte konsequent Leute nach vorn, er tanzte mit ihnen – und des gelang…Die Menge kam in Bewegung. Bei Songs wie „I’ll make you feel“, „Barkeepers Home“ oder „Partytrain“ kann man auch irgendwie nicht sitzen bleiben. So wurde Sonntagnacht noch mal richtig abgesteppt.
Zum Ende des Sets durfte dann wieder gechillt werden beim ruhigen „Grandpa“. Danach verabschiedete sich die Band in eine Pause. Gut für die Raucher, die sogleich den Club verließen (schön, dass es auch in Hamburg inzwischen in den Locations rauchfrei geworden ist) und ihrem Körper den gewohnten Nikotin zuführen konnten – gut für uns, wir konnten uns mal eben frisch machen oder für Getränkenachschub sorgen.

Der zweite Teil des Abends begann dann um 23 Uhr und bestand aus einer Phunkguerilla-Jam-Session, es wurde also mehr oder weniger Freestyle gespielt. Startete das erste Stück auch sehr chillig, ließen die Musiker es dann aber doch extrem krachen und knallharter Rock ertönte…da fühl ich mich auch gleich musikalisch zu Hause. Der zweite Song zelebrierte den Funk…und mittendrin erzählte Cosmo eine Geschichte von seinem Hund, den er mal hatte. Calvin Klein ist sein Name (ein süßes Kerlchen, ich kenn ihn persönlich ;-) und Cosmo berichtete, dass er ihn einst beim Einkaufen am Kiosk vergessen hatte – angebunden am Baum wartete der arme Calvin darauf, dass Herrchen ihn abholt. Cosmo bat das Publikum nun, interaktiv einzugreifen und Calvins Trauergeheule zum Besten zu geben. Also jaulten und heulten wir für Calvin – hat Spaß gemacht!
Danach rockte es wieder heftig, Cosmo sang in Deutsch dazu. Auf Nachfrage, was denn als nächstes für eine Musikrichtung folgen könnte, wurde Reggae vorgeschlagen, aber Claus Fischer winkte vehement ab. Also gab’s wieder funkige Töne. Natürlich konnten auch die Musiker immer wieder im Einzelnen zeigen, was sie konnten – Soli wurden eingestreut. Wenn ich auch nicht so sehr auf Keyboard-Solo-Einlagen stehe, bin ich beim Gitarrensolo dann wieder voll dabei. So passt es auch prima, dass ich Gitarrist Keile am 10. Mai beim Hamburger Hafengeburtstag mit seiner Band Kings und Killers sehen werde. (www.myspace.com/kingsandkillers) - Ich bin sehr gespannt.
Die fünfte Nummer startete dann sehr Jazz-angehaucht *schüttel* - das geht für mich leider gar nicht, dieser Musikrichtung kann ich nichts abgewinnen – aber das ganze steigerte sich doch enorm, die Phunkguerilla-Girls kehrten auch wieder auf die Bühne zurück und alle groovten noch mal richtig ab. Dann verabschiedeten sich die Musiker – hm, dieser Schluss war doch sehr plötzlich. Das zweite Set hatte somit mal gerade 40 Minuten gedauert, da hätte ich gern noch etwas mehr gehabt.
Leider wurde auch sofort CD-Musik angestellt, so dass es keine Chance auf Zugaben gab. Der Club leerte sich auch sehr schnell, gut…wer am nächsten Tag früh aufstehen muss, hatte es nun natürlich eilig. Da lobte ich mir meinen Urlaubstag. Auch Petra hatte es nicht eilig und so blieben wir noch eine Weile im schönen Stage-Club, bis wir uns dann in die Runde verabschiedeten.
Zügig waren wir auch wieder an unserem Autobahntreffpunkt, ich stieg in mein Auto um und startete weiter durch Richtung Heimat…blöd nur, dass ich mal gerade eine Autobahnabfahrt weiter wieder anhalten musste…Reifen geplatzt, Ende der Reise. Und da ich zu blond bin, um einen Autoreifen nachts allein im Dunklen auf der Autobahn zu wechseln, freute ich mich einmal mehr, ADAC-Plus-Mitglied zu sein. Ich folgte sogar den Anweisungen des ADAC und wartete auf den Techniker außerhalb des Autos, auf der Leitplanke hockend…blöd, dass es gerade eine ziemlich kalte Frostnacht war. Trotzdem wärmte mich innerlich der Nachklang an einen sehr schönen, hochmusikalischen Abend.

Gespannt werde ich die Aktivitäten auf der Phunkguerilla-Page beobachten, denn jedes Konzert wird komplett mitgefilmt und geschnitten und Ausschnitte hiervon dann ins Netz gestellt. So kann man die Entwicklung der Songs mitverfolgen!

- BiBi -

Zu den Fotos der Phunkguerilla