Monsters of Liedermaching in Nordhorn (JZ Scheune - Open Air)

Samstag, 3. Mai 2008 - BiBi

Tourabschluss der Monsters – och nö, schon? Menno…aber wir wollen dabei sein. Lange liebäugele ich schon mit diesem Konzert in Nordhorn – weil a) Tourabschluss-Konzerte eigentlich immer super sind, b) Konzerte in Nordhorn bisher immer was Besonderes waren und c) ich eh monsters-süchtig bin, da hilft kein Rausreden:-)

Da bei mir aber ja momentan doch alles etwas ungewiss ist, hab ich dieses Konzert mal nur so grob eingeplant – um mich dann doppelt zu freuen, wenn es klappt. Und siehe da, alles haut hin - ich muss nicht mal allein fahren, sondern Micha und Rob sind mit an Bord! Sehr gute Sache.

Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen, was uns da in Nordhorn erwartet – Angrillen mit den Monsters, steht auf den Eintrittskarten – aha, soso…jeder, der ein Ticket im Vorverkauf erwirbt, soll gratis vor Ort einen Monster-Burger bekommen (lustige Wortspiele über Bandmitglieder erspare ich mir in diesem Bericht, wir haben sie alle schon verbal in Nordhorn abgelassen und auch von anderen zu hören bekommen *gg*)
Da das ganze schon um 16 Uhr starten soll, düse ich mit etwas Verspätung ein wenig nach 13 Uhr hier los. Schweineteures Benzin tanken, auf die volle Autobahn und mit 120 km/h nach Bramsche eiern, dort Micha und Rob abholen…glücklicherweise fällt Micha schon nach fünf gefahrenen Kilometern ein, dass sie die Eintrittskarten in Bramsche liegen gelassen hat. Huch, waghalsig auf der stark befahrenen Straße gewendet und zurück. So vertrotteln wir eine weitere Viertelstunde…pünktlich zum Einlass ist das nun nicht mehr zu schaffen. Und dann noch kurz vor Nordhorn Stau – der ist aber nicht lang, also weiter. Und entgegen der vorherigen Male verbiestern wir uns dermaßen in Nordhorn, dass es eine wilde Hin- und Herfahrerei ist und ich jetzt auch weiß, dass die Stadt nicht ganz so winzig ist, wie ich immer dachte. Aber dann kommen wir doch endlich an, auf dem Parkplatz ist schon viel los, wie ist es dann erst auf dem Gelände des JZ Scheune? Nun ja, wir stellen es gleich fest…es sind schon einige Leute da, aber alles gaaaaanz entspannt. Also holen wir uns unseren Gratis-Monster-Burger ab – und herrjeh, er macht seinem Namen alle Ehre…der ist genauso großartig wie die Band selber. Pappsatt hocken wir auf der Bank vor der Bühne und freuen uns wie doof, dass es ein Open Air ist, dass die Sonne scheint, dass wir hier sind.

Aber man kann es ja auch nicht lassen und das Spekulieren und Überlegen geht los. Warum zum Henker sind auf der Bühne nur fünf Stühle? Was soll der eine Barhocker vor dem mittleren Stuhl? Klar, einer der Monsters wird wohl fehlen…ich tippe auf Labörnski – und frag mal nach…richtig…der Arme ist von der Grippe geplagt und konnte die letzten beiden Gigs der Tour nicht mehr mitmachen. Och…doof :(
Gute und auch schnelle Besserung von uns allen an dieser Stelle, lieber Börnski! Werde schnell wieder fit, du hast ja noch einiges vor in nächster Zeit, ne?
Tja, und die Sache mit dem Hocker auf der Bühne klärt sich dann auch – als ein junger Mann die Bühne betritt und mal den Support macht. Okay. Schöne Gitarrenmusik, teils deutsche, teils englische Texte – Songs wie „Faszination Wirklichkeit“, „Einfach nur relaxen“, „Jeder Tag ist Melodie“, „Alles anders als geplant“, „Legends“, „Everything runs slowly“ oder „I’ll never die“ versüßen uns die Wartezeit bis zum Beginn des Monsters-Konzerts. Ganz am Ende verrät der junge Mann uns dann auch seinen Namen: Gerrit Rüsken. (bei Interesse: www.gerritruesken.de )
Er war mir noch nicht bekannt, nicht mal vom Hörensagen, aber ich freu mich natürlich immer, neue Musiker zu entdecken.

Dann gab es noch mal ein kleines Päuschen – die von vielen zum Rauchen genutzt wurde. Ein Novum für mich: Auf dem Gelände durfte nicht geraucht werden. Häh? Open Air? Hallo? Also ich bin seit fast 14 Jahren vom Nikotin weg – und das ist auch gut so. Ich freu mich auch über jedes rauchfreies Clubkonzert. Nur warum nun auch noch draußen nicht geraucht werden darf, versteh ich nicht wirklich. Das ist nun doch zuviel des Guten. Die Raucher wurden auf den Parkplatz verbannt. Ob es nun damit zu tun hat, dass es sich um das Gelände eines Jugendzentrums handelt oder ob der Parkplatz einfach leichter zu fegen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber gut, das wurde in Nordhorn schon immer anders gehandelt…ich erinnere mich ans letzte Jahr, dort durfte, obwohl es noch kein gesetzliches Rauchverbot gab, erst ab 19 Uhr im Club geraucht werden. War auch nicht wirklich logisch.

Egal, endlich geht es los. Fünf gutgelaunte Kerle stürmten die Bühne und es ging gleich hoch her: „Zu meiner Band“, der beste Opener sowieso. Ein Kracher folgte dem nächsten, meist untermalt mit launigen Ansagen. Die fünf hatten wirklich Bock. Ob bei „Zwerge“, „Hartz 4“, „Schlittschuhlied“, „Montag“ – das rockte alles.
Als Fred sein wunderschönes Lied „Französische Kleinstadt“ sang, fuhr am Club ein Polizeiwagen mit Sirene vorbei…er konnte nicht umhin, laut zu fragen, ob hier gerade jemand geraucht hätte auf dem Gelände!
Totte schüttete auch heute wieder Häme über Johannes B. Kerner aus – geiler Song! :-)
Lange, lange hab ich es nicht mehr live gehört – aber Labörnskis Abwesenheit musste natürlich ein wenig Veränderung in die Setliste bringen – daher sang Burger uns: „Ich bin tot“ – große Freude über diesen Song! Bei „Blasenschwäche“ hat das Publikum schon toll mitgesungen, das wird riesig, wenn erst die neue CD da ist und noch mehr Leute den Text können.
Rüdiger Bierhorsts „Ich bin nicht frei“ führte uns kurz in ernstere Gefühls-Gefilden, aber bei Tottes „Häschen“ war dann schon wieder Gelächter angesagt, denn diesmal wurde Pensen von Fred geschlachtet…gut, er starb nicht ganz so spektakulär wie sein Kollege Börnski das jedes Mal tut, aber immerhin doch ein gutes Schauspiel!
Großartig fand ich auch Burger, der Labörnskis „Kleines Punkermädchen“ intonierte. Auch wenn der Text nicht zu 1000 % saß, hat er es klasse gemacht!
Nun war Rüdi mit seinem „Alphamännchen“ an der Reihe, aber schon durfte Burger weiter machen. „Gewalt“ hat sich schnell zu einem meiner persönlichen Favoriten gemausert. Ich hätte nie gedacht, dass man morgens mit den Zeilen „Gewalt – Gewalt – ich mach euch alle kalt“ im Kopf aufwachen kann und dabei glänzende Laune hat! Muss ich mir Sorgen machen?

Pensen sang dann: „Du bist einfach Kacke“ – auch sehr innovativ und lustig:-) – er hatte heute sowieso genialste Ansagen auf Lager.
Bei „Durchschnitt“ wurde lauthals mitgesungen und auch „Interesse ist gut“ war super! Gelächter auf allen Seiten, als Pensen das Publikum aufforderte, zum Abschluss des Liedes doch mal so zu tun, als wenn man eine Lupe in der Hand hätte. Alle machten mit, das sah großartig aus.

Nun ein bisschen Pause. Vor dem Konzert hatten wir ein Pärchen aus Hamburg getroffen, die wir vom dortigen letzten Schröders-Konzert kannten. Sehr lustig, was die so aus früheren Schröders-Zeiten zu erzählen hatten! So ein Neu-Fan wie ich saugt ja solche Geschichten wie ein Schwamm auf!

Nachdem wir uns mit Getränken versorgt hatten, ich mir festes Schuhwerk angezogen hatte, weil es nun in Latschen doch etwas kühl wurde, ging es auch schon weiter mit Teil 2 des Monsters-Konzerts. „Ich mag mich“ von Fred…er meinte, das müsste heute gut klappen, soll ja auch noch auf die Platte – also ging schief, was schief gehen konnte…aber egal, weil es einfach nur zum Schießen komisch war. Freds Kommentar dazu nach dem Song: Hm, ich hab etwas unsauber gespielt. Ja nee, is klar!
„Sabine hat auf Sand gebaut, denn Horst hat keinen Hunger“ kommt ja als Punkstück daher – und somit ist auch Sitzpogo gefordert. Da ging’s aber mal in Nordhorn heftigst ab. Sehr zur Belustigung der Musiker auf der Bühne!
„Weltklassemelodie“, „Sexkranker Ex-Punker“, „MoFo-Mücken“ und „Quizmillionär“ waren die nächsten Programmpunkte.
Bei Pensens „Schwach sein“ wurde sein Wunsch, vom Publikum mal asozial ausgebuht zu werden, natürlich erfüllt…und noch mehr…nach dem Song wurde sich der Beifall ziemlich gespart, dafür aber sang das Publikum: Geh doch zu Hause, du alte Scheisse! – Pensen schlich wie ein begossener Pudel von der Bühne, Totte fand es jetzt auch sehr unfair, mit einem Micky Krause-Song zu antworten. Aber Pensen kam danach sofort selbstbewusst wie eh und je zurück auf die Bühne und bekam dann natürlich auch den verdienten Applaus.
Nun wurde es Zeit für die ruhige Viertelstunde, die heute nur aus zwei Songs bestand, die aber beide wunderschön sind. Burgers „Selbstverständlichkeit“, der Song für alle Langverliebten – und Rüdis „Ich hab dich lieb“, der Song für überhaupt jeden. Ich kann die beiden nicht oft genug hören!
Totte erfüllte nun einigen Rufern ihren Wunsch und kam mit seinem „Türen“-Song rüber. Burger konterte mit „Ich trink dich schön“, auch schon länger nicht mehr live gehört.
Fred beendete das 2. Set mit „Schönheits-Chirurgie“. Wir Konzert-Junkies sind natürlich beim Refrain sofort wieder aufgestanden – und Nordhorn mit uns. Gut so, was für eine Stimmung!
Logisch, dass sofort „Oh oh oh oh Monsters“ angestimmt wurde. Was die Nachbarschaft vom JZ wohl gedacht haben muss? Aber vielleicht wird in Nordhorn immer so ausgelassen gefeiert. Jedenfalls dauerte es nicht sehr lange (höchstens eine Zigarettenlänge;-), bis die Musiker zurück auf die Bühne kamen. Burger begann mit „Tod in der Nordsee“, wo lauthals mitgesungen wurde. Freds neues Stück „Die reine Poesie“ hatte nun einen Schwierigkeitsgrad zugelegt. Wird doch von jedem Monsters-Member ein Glöckchen geläutet, musste Pensen in Vertretung von Labörnksi gleich mit zwei Bimmeln ran – und hat dies super gemeistert. Drum legte er auch gleich mit „Dralle.Drinks.de“ nach. Rüdi forderte dann auch sogleich auf: „Trink mit mir“ – und schon war es wieder Zeit für den letzten Song der 1. Zugabe „Haste mal“. Pensen wies vorher aber noch drauf hin, dass auf der Wiese vor der Bühne ja alles voller „Pensenblümchen“ wäre – ach, wie süß:-)

Logisch wurde eine weitere Zugabe gefordert, und Fred disste im „Herzblatthubschrauber“ die Nachbarstadt Lingen. Ich denke, er weiß aber, dass dieses Jahr dort noch ein Monsters-Auftritt ansteht und kann diese Schmach dann wieder wettmachen!
Bei Rüdigers „Winterschlussverkauf im KaDeWe“ übernahm Burger dann Labörnskis Musical-Arien-Part *lach* - schöner Versuch ;-)
Und schon war es Zeit für Pensens „Reggae hat nur drei Akkorde“ – die ganze Monsters-Mannschaft tanzte verzückt auf der Bühne herum. Bei „SuSuSu“ hatten natürlich alle wieder beim Refrain die Arme zu heben und Schwenkbewegungen zu machen. Ich bekam sogar eine Sondereinladung dazu, da ich mich kurzfristig mit meiner Kamera beschäftigte :-) – ich gelobe Besserung.
Dann kam ein bisschen der Fools Day durch. Als letztes Konzert einer Tour macht die Crew ja für gewöhnlich einigen Schabernack mit den Musikern. Diesmal traf es Pensen und Totte, deren Stimmen bei der Wechselansage zu „4 Meter“ arg verzerrt wurden. Mal Micky Maus, mal tiefster Bass…schwierig zu verstehen, die beiden hatten selber starke Kommunikationsschwierigkeiten, aber wir lachten uns kaputt.

Bei so einem großartigen Publikum gibt es dann ja noch ein stromloses letztes Musikstückchen – „Algerien“. Die Zuhörer wurden direkt vor die Bühne geholt und alle kamen…das lautlose Klatschen und Jubeln musste geübt werden, klappte dann aber auch. Aber nach dem Lied brandete der Applaus noch mal richtig laut auf. Und kaum wurde CD-Musik eingespielt, tickten so einige der Nordhorner Jugendlichen richtig aus und fingen ohne Vorwarnung an zu Pogen und schmissen da die Leute um, die teilweise über die Bänke purzelten. Hallo? Muss nicht sein, oder?
Wir entfernten uns schnell, um nicht auch noch Opfer dieses ungestümen Übermuts zu werden.
Nun war es 21.15 Uhr und alles vorbei – hach, wie schade…aber auch: hach, wie schön das wieder war. Ein bisschen tummelten wir uns noch auf dem Gelände, doch dann verabschiedeten wir uns. Da für mich am nächsten Tag schon wieder ein Trip nach Hamburg anstand, Micha und Rob auch einen vollgepackten Sonntag hatten, dachten wir, es wäre sinnvoll, mal nicht erst morgens gegen sechs daheim anzukommen.
Nun, das es uns plötzlich noch nach einem Milch-Shake gelüstete, kam so richtig unvermittelt. Aber kein Ding, auch Nordhorn verfügt über unseren Lieblings-Junkfood-Dealer Burger King. Also den aufgesucht und kaum standen wir vor dem Tresen, ertönte aus den installierten TV-Geräten „Radio“ von Boppin’ B. Micha und ich brachen in Verzückungsschreie aus und mussten erst mal gucken, denn das Video lief ja gleich dazu. Das ganze hat uns dann wohl doch gleich hungrig gemacht, dass wir alle mal was Richtiges zu Essen bestellten und die Shakes dann nur noch als Nachtisch zu uns nahmen.

Dann verließen wir flott das hübsche Nordhorn, landeten diesmal auch nicht fast in Holland (alles schon passiert:-) – und ich konnte meine Begleitung wohlbehalten in Bramsche abliefern…mit einem warmen Gefühl der Lebensfreude und Glückseligkeit in mir landete ich dann auch noch vor 1 Uhr zu Hause – und freu mich schon wie doof auf nächsten Samstag – Hafengeburtstag mit den Schröders und den Monsters – und Das Pack noch obendrauf! Ich mag es, wenn sich Dinge kombinieren!

- BiBi -

zu den Fotos von Gerrit Rüsken
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