Cosmo Klein and Friends (Sasha, Maya Saban, Rolf Stahlhofen, Gregor Meyle) in Dortmund (Friedensplatz)

Freitag, 6. June 2008 - BiBi

In den vergangenen Jahren gehörte Dortmund wohl zu den am meisten von mir frequentierten Städten dieses Landes – eine musikalische Hochburg, nicht zuletzt dadurch, dass sowohl die von mir sehr geschätzten Cosmo Klein als auch Sasha dort wohnten und musikalisch sehr aktiv waren. Aber im Leben bleibt nichts, wie es war und so zog erst Sasha in den hohen Norden und nun verlässt auch Cosmo das Ruhrgebiet – aber nicht, ohne es noch mal richtig krachen zu lassen und sich selbst eine Abschiedsparty zu schenken. ;)

Im Vorfeld der lang erwarteten Fußball-Europameisterschaft hatte die Stadt Dortmund zu einer Warm-Up-Party auf dem Friedensplatz eingeladen und hierfür Cosmo engagiert. Der ließ sich nicht lumpen und brachte gleich einige Freunde mit – Maya Saban, Gregor Meyle, Rolf Stahlhofen und Sasha. Ein besonderes Konzert also, das in dieser Form sicherlich einmalig bleiben wird.
Aber auch Zookee und Die Lebenden Legenden waren als Music-Acts angekündigt. Beides Dortmunder Bands, erstere waren mir völlig unbekannt, die Legenden hingegen waren mir durchaus ein Begriff, nicht zuletzt durch die gesangliche Mitwirkung von Tine, Silke und N.D.N., die ich aus Cosmos Kreisen seit längerem kenne. Meine Freude, diese furiose Truppe endlich auch live zu sehen, war also groß.

Nun ist es so, dass die Sasha-Fans sehr ausdauernd und zäh sind – wo er auftritt, tauchen die ersten Fans früh auf und harren geduldig aus, um sich die besten Plätze vor der Bühne zu sichern. Da ich nun auch absolut nicht zu den Leuten gehöre, die ein Konzert von weiter hinten genauso genießen können wie aus der ersten Reihe, musste ein goldener Mittelweg gefunden werden…also nicht morgens um 10 Uhr bereits an der Bühne kleben, immerhin sollte die musikalische Veranstaltung ja erst um 19 Uhr beginnen – aber eben so rechtzeitig kommen, dass man schon noch vorn ein Plätzchen bekommt. Unser Kompromiss war dann, so gegen 16 Uhr am Friedensplatz einzutreffen. Ein bisschen Stau auf der A 1 muss auch immer eingerechnet werden, der blieb aber diesmal aus und Petra und ich trafen tatsächlich schon um 15.15 Uhr ein. Genialerweise gibt’s direkt eine Parktiefgarage unter dem Friedensplatz, so dass man, kaum hat man das Auto verlassen, bereits am Ziel angekommen ist. Ich liebe kurze Wege zur Bühne… :)
Der Platz war abgesperrt, aber es gab an allen Ecken Einlassgitter. Warum wir genau an dem Einlass, der dem Parkhaus-Ausgang am nächsten wan, nicht hinein durften, wurde uns nicht erklärt, lediglich, dass wir weiter gehen sollten. Bei der nächsten Möglichkeit dann aber wurden wir durchgelassen, wenn uns auch sofort alle Getränke abgenommen wurden. Ich murrte darüber, hatte ich mir am Vorabend extra noch die Hausordnung der Stadt Dortmund für den Friedensplatz genau durchgelesen…dort stand lediglich etwas von Glasflaschen, aber keineswegs von kleinen Plastikflaschen. Das war den Ordnern natürlich egal (wofür solche Ordnungen dann veröffentlicht werden, bleibt auch ein Geheimnis).
Die erste Reihe war schon wohl gefüllt, aber nach ausführlichen Begrüßungen und Gratulationen (Kerstin feierte heute ihren Geburtstag) bezog ich meinen Platz auf der rechten Seite vor der Bühne. Da aber nun auch erstmal keine weiteren Leute kamen, konnte man in Ruhe etwas zu trinken holen, eine Toilette suchen oder sich sonst wie entspannen. Es blieb eigentlich auch recht lange so ruhig auf dem Platz. Aber dann füllte sich „die gute Stube Dortmunds“ doch nach und nach.

Moderator des Abends war Der Wolf…seines Zeichens auch DJ, so dass er mit einem Kollegen vorab versuchte, mit Musik vom Plattenteller Schwung in die Bude zu bekommen. Doch um 19 Uhr kündigte er dann die Dortmunder Bürgermeisterin an, die ein paar Begrüßungsworte sprach und somit das Public Viewing eröffnete, auch wenn die EM erst einen Tag später beginnen würde. Danach kamen dann die drei Musiker von Zookee auf die Bühne. Schlagzeug, Bass, Gitarre – und der sehr ansehnliche Gitarrist Christoph fungiert gleichzeitig als Sänger. Er hat eine angenehme Stimme, nur fehlt mir hier ein wenig der Wiedererkennungswert. Sie spielten gradlinigen Rock, wohl alles eigene Stücke. Leider ging es mir dann wie so häufig bei Vorbands – eine halbe Stunde wäre genug gewesen, irgendwann hab ich das Gefühl, ich hab das alles schon gehört und es langweilte mich dann ein wenig. Aber das spricht jetzt nicht gegen die Qualität der Musiker, war nur einfach nicht hundertprozentig mein Ding. Die Band machte ihre Sache gut und wurde mit warmem Applaus bedacht. Der Auftritt dauerte ca. eine Stunde, dann verließen die Musiker die Bühne…und dann kam eigentlich das peinliche: Obwohl niemand um Zugabe bat, kamen sie zurück und spielten noch einen weiteren Song, nachdem sie das Publikum animierten, Zugabe zu rufen. Eine kleine Gruppe tat es dann. Eigentlich ist so was echt überflüssig…und hinterlässt keinen guten Eindruck…aber in diesem Falle wurde es bei mir damit wettgemacht, dass mir der letzte Song tatsächlich am besten von allen gefiel.

Nun ein kurzes Päuschen, unterlegt von Plattenteller-Musik (die DJs liebten auf jeden Fall Jan Deelay sehr), dann die Ansage für Die Lebenden Legenden. Ich konnte vorher bereits beobachten, wie sich diverse Männer seitlich auf der Bühne Kissen unter ihr Hemd stopften…genau, das waren die Herren von den Lebenden Legenden, die in Anzügen und imitierten Bäuchen nacheinander auf die Bühne gekarrt wurden – mit einer Sackkarre. :)
Als dann soweit alle Musiker (Percussion, Drums, Trompete, Saxofon, Posaune, Bass, Gitarre) ihre Plätze eingenommen hatten, erschien N.D.N. mit einem Buch in der Hand und „las“ daraus vor. Er erklärte quasi die Entstehung der Musik auf humorvolle Art. Aber dann folgten die beiden Sängerinnen Sista Silk und Tine und ab ging die Post. Die Lebenden Legenden spielen einen sehr geilen Funk, aber das ganze auch sehr abwechslungsreich. Von Balladen über Disco bis rockigen Tönen war alles dabei, aber wie gesagt, alles im Funk-Style. N.D.N. ist ja ein sehr quirliger Geselle, der über die Bühne tobte, sich auch nach einer Weile dem Jackett und der Decke entledigte, die unter seinem Hemd steckte. Auch die Perücke flog zwischenzeitlich in die Ecke, damit er besser von der Bühne springen konnte, das Publikum zum Tanzen animierte etc. Die Bläser gefielen mir sehr gut, es gab auch keine überlangen Soli, die Mädels sangen sich die Seele auf dem Leib – das alles brachte eine super Stimmung.

Mir hat es Spaß gemacht, auch wenn die Auftrittszeit mit 1,5 Stunden ja nicht eben vorband-mäßig war. Das Ganze endete mit einem langen Medley – und da fing ich an, mir ein wenig Sorgen zu machen, denn zeitlich wurde es nun knapp für Cosmo and Friends. Das Set der Legenden musste ja komplett abgebaut werden und für die Musiker von Cosmo alles neu aufgebaut werden. Soundcheck musste auch stattfinden – und so kam es, wie es kommen musste…es gab technische Probleme und unsere Nerven wurden sehr überstrapaziert, denn Cosmo konnte so erst um 22.45 Uhr starten, also mit einer Viertelstunde Verspätung. Da aber klar war, dass die Zeit ja nicht am Ende angehängt werden kann, weil um Mitternacht Schluss zu sein hatte, war ich schon genervt. Da hätte man ja doch ein wenig eher mit dem Aufbau anfangen können! Soviele gute Musiker und so wenig Zeit…

Schon bei den Auftritten der Legenden wurde mir klar, dass hier auf dem Friedensplatz ein Großteil der Menschen da waren, um Sasha zu sehen. Immer wieder wurde sein Name gerufen…so waren diese Leute dann sicherlich auch gleich zu Beginn des Cosmo & Friends-Konzertes zufrieden, weil Cosmo zusammen mit Sasha mit „This is my time“ startete. Als nächstes legte Cosmo solo mit dem wundervollen „Love in progress“ nach. Dann bat er Gregor Meyle auf die Bühne, der sich mit Akustikgitarre begleitete und „Irgendwann“ sang. Ich kannte Gregor nur von den Auftritten bei Stefan Raab und fand dort gut, dass er stets eigene Songs gesungen hat und nicht wie die anderen Kandidaten von SSDSDSSWEMUGABRTLAD nur gecoverte Sachen zum Besten gab. Er hat eine sehr schöne Stimme und ist auch mit Sicherheit ein sehr talentierter Musiker, nur fand ich ihn jetzt nicht so passend zu diesem Event. Aber gut, wenn er ein Freund vom Cosmo ist, hat er dort natürlich seine Berechtigung.
Cosmo kehrte auf die Bühne zurück und brachte Maya Saban gleich mit, zusammen sangen sie ihr Stück „Schön dass du anrufst“.
Nun wollte Cosmo wohl etwas mehr Drive in die Sache bringen und wich von seiner Setlist insofern ab, dass „Beautiful mind“ vorgezogen wurde. Eine gute Idee, bei dem Song geht’s eigentlich richtig ab. Leider stellte sich das Publikum meiner Meinung nach als etwas unfair heraus. So rasend auch Sasha bejubelt wurde, so verhalten waren die Reaktionen bei den anderen Musikern, obwohl die auch alles gaben und gute Auftritte hinlegten. So etwas geht mir aufgrund meines Gerechtigkeitssinns schon sehr gegen den Strich. Natürlich sind Sashas Auftritte super und etwas besonderes, aber die anderen haben es doch nicht schlechter gemacht, auch wenn sie nicht ganz so bekannte Namen tragen. Hm…

Aber nun war es Zeit, den letzten Kumpel auf die Bühne zu bitten. Ex-Söhne Mannheims-Member Rolf Stahlhofen, den ich nun seit 2002 in regelmäßigen Abständen immer wieder mal live erlebe, sang vom „Glückstag“. Sehr geil!

Jetzt kehrte Cosmo mit Maya auf die Bühne zurück und beide brachten die Herzen des Publikums mit „Das alles ändert nichts daran“ zum Schmelzen. Bin ich im Dezember noch in Tränen ausgebrochen, konnte ich diesmal das Lied absolut genießen. So ein schönes Duo ;)
Gregor war nun wieder an der Reihe, mit einem langsameren Stück namens „Soll ich dich befreien“. Das war nicht so meins, ebenso nicht das folgende „Why“ von Cosmo, welches mir persönlich zu house-lastig ist.
Aber nun war wieder Zeit für Everybodys Darling Sasha, nach dem ja eh die ganze Zeit frenetisch gekreischt wurde. Keyboarder Maik griff in die Tasten des Schifferklaviers und wir bekamen „Lucky Day“ geboten. Das ist auch definitiv ein Lied, das ich nie überhaben werde, egal, wie oft ich es höre. Gute Laune pur…dementsprechend euphorisch die Stimmung auf dem Platz.
Maya brachte danach mein Lieblingsstück von ihr: „Klare Liebe“ und Gregor kam noch einmal auf die Bühne, spielte diesmal E-Gitarre und sang „Hörst du mich“. Dann war wieder Zeit für Rolf, der über die Bühne tobte bei „Besser jetzt als nie“.
Von Sasha mal wieder „Hard to handle“ zu hören, war auch großartig. Cosmo gab dann noch einmal alles bei „I’ll make you feel“ – und dann wurde auch schon der letzte Song angekündigt. Dafür kamen alle Akteure auf die Bühne und es gab zu meiner allergrößten Freude „Gib mir Musik“, dem Song von Edo Zanki, bei dem Rolf und Sasha irgendwann Anfang dieses Jahrtausends mitgewirkt hatten. Die Bühne kochte…
Zwischenzeitlich wurde die Band vorgestellt, von denen mir aber lediglich Maik Schott an den Keyboards, Klaus Fischer am Bass und natürlich Patrick Fa am Schlagzeug bekannt waren.
Dann war leider alles vorbei, es war fünf Minuten nach Mitternacht, man hatte also schon überzogen, aber mehr war einfach nicht drin. Wie ärgerlich, später auf der Setlist, die Cosmo mir gab, lesen zu müssen, dass eigentlich noch als Zugabe „Lucky Man“ von Cosmo und Sasha geplant war.

Nun stießen dann auch Micha und Rob, die aus arbeitstechnischen Gründen erst später auf den Friedensplatz kommen konnten, zu mir vor. Begrüßung – und eigentlich auch schon Abgang…denn zur After-Show-Party im Café Hösels, die immer wieder angekündigt wurde, wollten wir nicht gehen. Da am nächsten Tag für Micha und mich das nächste Konzertereignis im Harz vor uns lag und man zwischenzeitlich da doch noch ein Stündchen schlafen möchte, machten Petra, Micha und ich uns dann langsam auf die Heimfahrt. Natürlich noch Essenfassen beim Burger King in Dortmund, gehört ja dazu! Kurz nach vier Uhr waren wir dann zu Hause und kaum zwei Stunden später dann wohl auch im Bett, sinnierend über ein musikalisches Ereignis der Extraklasse und voller Vorfreude auf den nächsten Tag!

- BiBi –

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