Monsters of Liedermaching und Silverado Allstars in Gittelde (HSV-Fanfest Schützenplatz)

Samstag, 7. June 2008 - Micha

Heute ist der erste Tag der Fussball-EM, aber mir ist das ziemlich latte, denn es ist Konzerttag. Und nach 2 Wochenenden daheim muss ich einfach wieder los. :)
Dafür haben wir uns auch gleich einen Doppelgig ausgesucht, denn heute spielen die Schröders und die Monsters in Gittelde. Das liegt übrigens im schönen Harz und ist auch ziemlich leicht zu finden, wenn man nicht die Abfahrt verpasst. Aber Improvisation soll heute alles sein (mehr noch, als zu diesem Zeitpunkt gedacht) und so tun wir einfach mal so, als hätten wir 'ne Ahnung. Da es nicht unser erster Besuch im Harz ist, klappt das auch ziemlich souverän, wir scheitern einzig und allein am Auffinden des Schützenplatzes, der aber auch nicht weiter ausgeschildert ist. Also lassen wir uns einfach von Einheimischen helfen („Fahren sie einfach geradeaus“ - ja, das kriegen wir hin ;-) ) und sind auch schon da. Auch ein schöner Parkplatz ist sofort gefunden, das Wetter ist auch schön, wir sowieso, also kanns losgehen.
Wir laufen auch sofort Totte in die Arme, der uns leider erstmal schlechte Neuigkeiten verkünden muss, denn Sascha von den Schröders ist krank und wird heute ausfallen. (lange Gesichter auf unserer Seite)
Es herrscht erstmal etwas Konfusion über den Verlauf des Abends, aber Burger klärt uns bald auf. Als Ersatz haben sich kurzfristig die Silverado Allstars gefunden, mit denen er und Hämpy dann gemeinsam auch ein paar Schröders-Songs spielen werden.
Wir lauschen also erstmal gespannt dem Soundcheck, das Festzelt füllt sich nur langsam und beinahe alle Anwesenden passen sicherlich noch bei Mc Donalds in die Kinderrutsche, you know? ;-) Aber 'n Bier in der Hand haben die meisten komischerweise trotzdem.
Ich geh nochmal kurz nach draußen, und als ich wieder rein komme, hat sich der bunte Kinderreigen mal glatt verdreifacht und drängelt sich nun wie blöde vor der Bühne.
Das ganze sieht gerade mehr nach einem Tokio Hotel Konzert aus, aber nichtsdestotrotz ist die Stimmung sehr gut, als die Monsters pünktlich um 20 Uhr beginnen.
Fred und Totte rocken auch sofort los mit „Marzipan“ und „Zwerge“, das Publikum singt und klatscht, also alles prima, doch kein Tokio Hotel Konzert.
Ich freu mich dann aber doch mehr über die nächsten Songs, denn Burger legt nach mit „Hartz IV“, Labörnski erzählt uns von seiner fehlenden Motivation und Pensen gesteht: „Du bist einfach nur kacke“ (Pensen, du bist einfach nur lustig ;-) )
Burger wird heute besonders unterstützt, denn seine ganze Familie ist da und so erlebt Sohn Titus mit überdimensionalen Kopfhörern sein allererstes Rockkonzert. Seine große Schwester Emily hingegen ist da schon Profi und zeigt ihrem kleinen Bruder, wie so richtig abrocken geht. ;-)
Dadurch, dass nun heute alles anders gekommen ist als gedacht, gibt es auch mal wieder ein paar mittlerweile seltenere Songs zu hören wie z.B. „Schlecht im Bett“ und „Döner“ (hab ich ewig nicht mehr gehört).
Der Klatschpegel ist heute auch extrem hoch, es wird bei so ziemlich jedem Lied durchgehend mitgeklatscht, was ich persönlich als ein bißchen störend empfinde, denn wir sind hier ja nicht im Musikantenstadl oder so. Was das ganze noch schlimmer macht, ist das fehlende Rhythmusgefühl von etwa 90 % des Publikums. Das ganze gipfelt dann schließlich darin, dass Pensen das Publikum bei Biene Bertha dazu auffordert, im absolut falschen Takt mitzuklatschen. Und was soll ich sagen, das ganze hört sich einfach nur... falsch an. Wenigstens kann ich jetzt aber drüber lachen. ;-)
Zum Abschluss des ersten Sets gibt’s dann nochmal was zum Mitsingen, nämlich „Durchschnitt“ und „Interesse ist gut“. Klappt auch ganz gut, wobei dreisilbige Namen den Gitteldern wohl noch Schwierigkeiten bereiten. ;-)
Jetzt ist erstmal Pause, ein bißchen Umbau auf der Bühne und wir warten gespannt auf die Silverado Allstars. Ein bißchen Bedenken hab ich ja schon, dass das gleich stimmunsgtechnisch in die Hose gehen könnte, denn schließlich erwarten die Meisten hier die Schröders.
Immerhin ist ja ein Schröder auf der Bühne, O-Lee singt heute und spielt außerdem Bass und Schlagzeug. Sehr spannende Sache. Aber es finden sich noch mehr bekannte Gesichter auf der Bühne ein, unser aller Lieblingsmercher Timmey spielt heute Gitarre und O-Lees bessere Hälfte Majimbi gibt 'ne prima Sängerin ab.
Da ich noch keine richtige Vorstellung hab, was uns da nun erwartet und ich sowieso von Natur aus neugierig bin, werfe ich mal einen Blick auf die Setliste und bin ziemlich überrascht über die Vielfalt der Songs. Von „Word up“ über „Mama Mia“ und „Viva las Vegas bis hin zu „Too Sexy“ ist so einiges dabei.
Der erste Teil des Konzertes wird auch wirklich super, viele Songs sind auf eigene Art interpretiert und rocken richtig das Haus. Am schönsten ist es, dass ich mittlerweile ganz vergessen habe, dass dies eigentlich ein Schröders-Konzert sein sollte, weil ich so viel Spaß habe.
Irgendwann ist es aber dann doch Zeit für die versprochenen Songs und Burger und Hämpy betreten die Bühne.
Auf Grund der ungewöhnlichen Situation gibt es heute leider nur die Schröders-Klassiker zu hören, insgesamt 7, die aber ordentlich Stimmung machen. Ich freu mich sehr über „Lindenstraße“, auf jeden Fall einer meiner Favoriten von den älteren Songs.
Mittlerweile wird auch ordentlich Pogo getanzt, was aber ziemlich harmlos ist, denn die meisten sind ja nur halb so groß wie ich. ;-)
Die Silverado Allstars knüpfen sehr passend mit „Junge“ von den Ärzten an, was hier auch begeistert angenommen wird.
Die letzten beiden Songs sind dann „So Lonely“ und „Über den Wolken“, beides sehr cool und ich bin richtig traurig, dass nun schon wieder alles vorbei ist.
Jetzt ist aber wieder Monsters-Time, und nach einer erneuten kurzen Umbaupause kann es auch sofort losgehen.
Fred startet mit „Ich mag mich“ und um beim Essenthema zu bleiben, legt Totte nach mit „Sabine hat auf Sand gebaut, denn Horst hat keinen Hunger“.
Das zweite Set gefällt mir von der Songauswahl etwas besser und mein Favorit, Pensens Schlittschuhlied, ist heute sowieso das absolute Highlight, denn Pensen fordert alle auf, bei diesem Song in der Halle Schlittschuh zu fahren, was schlussendlich in einer Polonaise endet.
Ein wiederum etwas seltenerer Song ist Rüdis „Indiskret“ sowie „Penisneid“ von Frische Mische, das ich überhaupt noch nie live gehört habe. Gefällt mir aber super!
Das Publikum hat sich auch etwas geändert, der Altersdurchschnitt scheint deutlich angehoben. Sehr passend dazu auch Freds Ansage um Mitternacht, dass nun alle unter 18 leider gehen müssen. Wie gut, dass ich das schon ein paar Jahre hinter mir hab. ;-)
Abschluss des regulären Sets ist dann endlich mal wieder „Ich muss weg“, das ich schon richtig vermisst hatte.
Aber kaum haben sich die Monsters verabschiedet, erklingen natürlich lautstarke Zugabenrufe, die Fred mit seinem „Herzblatthubschrauber“ beantwortet.
Burger erklärt uns, wie man zu echtem „Selbstvertrauen“ gelangt und Totte erzählt uns von seinem „Entspannenden Stuhlgang“.
Mit dem letzten Song „Trinkt mit mir“ leitet Rüdi prima zur Aftershow-Party über.
Die Monsters bauen ab, und ein DJ-Pult wird aufgebaut. Das dauert aber irgendwie eine ganze Weile, was leider zur Folge hat, dass das Zelt so gut wie leer ist, als der DJ loslegen will.
Davon abhalten lässt er sich aber nicht, und ein paar Tanzwillige finden sich dann doch noch. Ich kann meine Beine sowieso nicht stillhalten und hab noch 'ne Menge Energie übrig.
Die Musik ist anfangs auch ziemlich gut, der DJ schlägt eine Brücke von den Disco Boys zu AC/DC (ja ok, is ne ziemlich lange Brücke), endet dann aber leider bei Mark Medlock und DJ Ötzi. Letzterer vetreibt dann sogar uns aus dem Zelt.
Unterwegs halten wir dann noch an der Raste, die uns schon Silvester überzeugt hat und beobachten auf der Autobahn, wie langsam die Sonne aufgeht.

-Micha

Fotos von den Monsters
Fotos von den Silverado Allstars