Die Schröders, EL*KE in Eimen (Jang-Festival)

Samstag, 5. Juli 2008 - BiBi

Das Jang-Festival in Eimen steht an diesem Wochenende auf dem Konzertplan…der Routenplaner verrät mir, dass dieser Ort irgendwie zwischen Bad Gandersheim und Alfeld liegt. Na gut, dann mal wieder in den Harz.
Da Micha und ich Zeit haben, genießen wir ab der Autobahnausfahrt die schöne hügelige Landschaft (für uns Flachland-Tiroler ja immer wieder ein hübscher Anblick) und machen sogar einen kleinen Schlenker über Bad Gandersheim – man muss ja wissen, wo unsere liebste Punkrock-Band so ihre Wurzeln hat. Sehr hübsche Stadt – wenn auch völlig überlaufen, okay, waren Domfestspiele, ist vielleicht nicht immer so überfüllt dort.

In Eimen angekommen musste man einfach den Papptafeln folgen, die den Weg zum Festival-Platz wiesen. Der Weg führte in die Berge hoch und höher und noch höher. Irgendwann dann ein Parkplatz und Autos am Straßenrand. Dazu ein Weg, an dessen Anfang ein Imbisswagen stand – das war das Kassenhäuschen. Micha fragte kurz nach, ja, wir waren richtig. Ein Parkplatz war zum Glück auch noch frei, und dann wollten wir uns an den beschwerlichen Aufstieg machen, denn das Festival findet oben auf dem Berg statt…puh…ich hörte nur ganz leise Musik, schloss daraus, es ist wohl noch ein ganz schöner Fußmarsch. Och, ja, ein bisschen noch, meinte die Ticketverkäuferin und zeigte auf den heranfahrenden Mercedes Kombi: „Aber der da kann euch hochfahren.“ Häh? Wie jetzt…tja, wir hatten super Glück, es war einer der freiwilligen Helfer dieses Festivals, der uns dann tatsächlich bis vor die Bühne fuhr. Klasse Service!

Wir sahen uns ein wenig um…Panorama wie im Allgäu. Hügel und Täler rundherum, auf den Hügeln saßen Leute und konnten prima auf die Bühne sehen. Hinter dem Festivalgelände eine Wiese voller Zelte, bewohnt von einem Haufen Teenager, die auch größtenteils schon alle volltrunken waren. Na ja, ist ja auch immerhin schon 18.30 Uhr, da wird es ja auch Zeit, den Alkoholpegel ordentlich ausschlagen zu lassen *kopfschüttel*

Es gab rund um die recht hohe absperrfreie Bühne einen Döner-Wagen, einen Getränkestand, einen Stand für Kaffee und gebratenen Reis (was für eine Kombination) und ein paar Verkaufsstände. Die Preise waren sehr zivil. Sechs Dixie-Toiletten rundeten das kuriose Ambiente ab. Irgendwie passte das alles nicht so wirklich in diese beschauliche Berg-Landschaft, aber gut, warum nicht. Mal was anderes.

Wir machten es uns erst einmal auf einer Bank hinter der Kaffeebude gemütlich, da uns die Bands, die noch spielten, nicht wirklich interessierten und bis zum Auftritt der Schröders um 22.30 Uhr noch einige Zeit war. Micha musste noch einmal den steilen Abstieg zum Auto wagen, da sie ihre Jacke im Auto liegengelassen hatte und es abends ja doch etwas kühl wurde. Ansonsten näherte sich langsam ein Fesselballon, dem wir fasziniert zuschauten – er landete tatsächlich auf der Wiese nebenan. Inzwischen hatten auch die Musiker der Band EL*KE mit ihrem Programm angefangen. Micha hatte sie bereits vor zwei Tagen bei Bochum Total im Vorfeld der Schröders gesehen und war überzeugt, dass sie mir auch gefallen…Rischtisch…wir gingen zum Platz vor die Bühne und mir gefiel wirklich, was ich da hörte und sah. Guter Rock, deutsche Texte, angenehme Stimme. Geil. Am Tag zuvor war CD-Release des neuen EL*KE-Albums „Häuser stürzen ein“, daher gab es natürlich viele Sachen vom neuen Album. Ich denke, das werde ich mir auf jeden Fall zulegen, so der eine oder andere Song gehen mir nicht mehr aus dem Hirn, z. B. „Tanz ab“ oder „Liebe oder Wahn“.
Leider war es vor der Bühne nicht wirklich voll – man wurde immer wieder aufgefordert, doch nach vorn zu kommen. Eine Aufforderung, der ich normalerweise sofort folge, aber vor der Bühne gab es halt die Pogo-Crowd, die die komplette Bühnenbreite ausnutzte. Daher hielten Micha und ich uns dezent im Hintergrund auf. Ein wenig war das nicht pogende Publikum auch vom inzwischen gelandeten Heißluftballon abgelenkt, das erlaubte aber doch, ein paar Fotos mit Seltenheitswert zu schießen – eine belebte Bühne mit Ballon als Hintergrund *gg*.

Nachdem die Band ihr Programm beendete hatte und die Umbauarbeiten für die Schröders begonnen hatten, pirschten Micha und ich uns dann doch mal zur Bühne vor, denn Schröders von hinten – das geht mal gar nicht. Da die Bühne ja recht hoch war, wäre es gut gewesen, wenn man einen Abstand hätte halten können, das war aber nicht möglich, weil sich immer wieder große Typen vor einen aufbauten…also blieb nur die Flucht nach vorn, wir gingen direkt vor an die Bühne und viele folgten unserem Beispiel. Nicht gerade optimal zum Schauen, der Nacken wurde schon sehr in Anspruch genommen, aber scheißegal. Nur die Harten komm’ in’ Garten. Das stellte sich dann beim Konzert der Schröders wirklich heraus…denn das Pogo-Volk wollte ja weiter seiner Leidenschaft frönen und nahm da auch keinerlei Rücksicht drauf, dass es inzwischen wesentlich voller war, der Platz vor der Bühne eben gut gefüllt war. Als der erste Ton des Schröders-Openers „Scheissband“ erklang, ging es auch gleich los. Mir liefen Bierströme den Rücken hinunter, die Arme herab. Eieiei…und immer wieder gab’s kräftige Tritte mit Springerstiefeln, aber meinen Platz gab ich deshalb trotzdem nicht auf, sondern feierte Songs wie „Wie geht’s wie steht’s“, „MoDiMi“, „Vater und Sohn“, „“Lass uns schmutzig Liebe machen“. Da Burgers Tochter Emily auf den Schultern des Opas dem Konzert beiwohnte, widmete der stolze Papa ihr natürlich den gleichnamigen Song.
Bei „Schrei“ klappte es auch heute wieder, dass alle in die Hocke gingen, aber sie sprangen auch fast alle zu früh hoch. Gut, in benebelten Gehirnen wird nur noch bei Eins gezählt, da wartet man nicht mehr auf Drei :)

„Frau Schmidt „ kam wie immer höllegut an, leider dreht die Masse da auch immer am meisten durch und den Stoß, den ich in die Nierengegend bekam, spüre ich leider heute, zwei Tage später, immer noch sehr.
Da viele Schröders-Fans da waren, musste Burger bei „Frösche weinen nie“ nicht viel tun, das Publikum war textsicher.
„Heute hier morgen dort“ bildete auch diesmal den krönenden Abschluss…viel zu kurz, dieses Konzert. Zum Glück durften die Schröders noch zwei Zugaben-Songs spielen, was sie dann mit „Saufen“ und „Liebeslied“ erledigten.
Obwohl auch danach noch die Zugabe-Rufe erschallten, war natürlich keine Zeit mehr, da die nächste Band ja auch endlich auf die Bühne wollten.

Wir gingen aber wieder an den Rand. Die Umbaupause erschien mir recht lang, erst nach Mitternacht starteten dann die Männer von Emil Bulls, aber der Platz vor der Bühne hatte sich rapide geleert, ich denke, viele der betrunkenen Jugendlichen waren einfach in ihre Zelte gekrochen oder lagen sonst wo am Rand herum.
Da mir die Musik der Band auch überhaupt nicht zusagte, hab ich nicht weiter drauf geachtet, wunderte mich nur, warum der Sänger teilweise in ein Mikro sang, dass in Kniehöhe aufgestellt war. Aber jeder hat halt so seine Eigenart.

Nachdem ich dann morgens um halb fünf wieder daheim gelandet war, hatte ich dazugelernt: Eimen liegt nicht im Harz, sondern im Weserbergland – und man kann auch da Konzerte veranstalten, wo zwei Tage vorher noch die Kühe geweidet haben und mit ihren Kuhglocken geklingelt haben – ist ja auch eine Art Musik :)

- BiBi -

Zu den Fotos von EL*KE und
Die Schröders