Die Schröders, Nullbock und Der Schulz in Bornum (Bornum-Rock)

Freitag, 11. Juli 2008 - Micha

Harz again today, das heißt für mich, früh aufstehen. Deshalb muss ich auch unbedingt den neuen Luxus des seit kurzem eröffneten Starbucks im Düsseldorfer Hbf nutzen. Das Koffein versagt aber kläglich und ich verschlafe fast die komplette Zugfahrt, die somit also recht ereignislos ist, für mich zumindestens. ;-)
Ankunft bei Bibi, wir haben uns wie immer viel zu erzählen, lassen das letzte Wochenende nochmal Revue passieren und schon ist es Zeit, aufzubrechen.
Die Fahrt ist ein einziges Deja vu, nur dass wir heut mal eine Abfahrt früher die Autobahn verlassen.In Bornum angekommen folgen wir der Beschilderung, passieren einen Toilettenwagen, fahren durch viel Matsch hoch in einen Wald und parken etwas oberhalb des Festivalgeländes. Türen auf, ah, Musik. Türen wieder zu. Wohl die erste Band, aber was wir da hören, lässt uns doch lieber noch eine Weile im Auto warten.
Bibi und ich wagen uns dann aber doch nochmal aus dem Auto, und gucken erstmal gespannt von oben auf das Geschehen hinunter. Ich hatte mir im Vorfeld eine etwas niedrigere Bühne als am letzten Wochenende gewünscht und Bibi würde sich über eine Absperrung vor der Bühne freuen. Wir schauen also hinunter und brechen spontan in schallendes Gelächter aus. Die „Bühne“ ist ein kleines, ebenerdiges Holzhäuschen und die „Absperrung“ besteht aus einer Art Holzzaun. Wenn man es genau nimmt also das, was wir uns gewünscht haben, nur eben auf Harzer Art. ;-)
Nachdem wir dann unseren Eintritt gezahlt und unser Bargeld in Öngs (heutiges Festival-Zahlungsmittel) umgetauscht haben, schauen wir uns das ganze nochmal aus der Nähe an. Es ist noch nicht viel los und wir suchen uns in aller Ruhe einen hübschen Platz vor der Bühne aus.
Für uns erster Programmpunkt ist dann der Schulz, der mit langer Vorrede von einem sehr motivierten Moderator/Veranstalter angekündigt wird.
Heut mit Bass und Schlagzeug unterstützt, gibt es für uns soliden Rock mit deutschen Texten und einer sehr angenehmen Stimme zu hören. Gefällt auf Anhieb! Und mit Texten wie „Mir scheint die Sonne ausm Arsch“ kann man ja auch gar nichts falsch machen. ;-) Schade, dass vor der Bühne noch nicht allzu viel los ist, so bleibt die Stimmung etwas auf der Strecke, aber andererseits ist die dargebotene Musik auch eher was zum ruhigen Zuhören. Nach etwa einer Dreiviertel-Stunde ist für ihn die Zeit aber auch um, was wiederum zu einer kurzen Umbaupause und einer erneut geradezu frenetischen Ansage führt.
Nun sind Nullbock an der Reihe, die auf jeden Fall auch ein paar Fans mitgebracht haben, denn es wird vor der Bühne schon etwas voller.
Der erste Song geht gleich super nach vorn, Punkrock wie er Spaß macht, das ist alles schon mal sehr vielversprechend. Auch die Texte sind wirklich lustig, so werden wir unter anderem über Adris liebste Klo-Lektüre informiert und haben auch sonst sehr viel zu lachen. ;-)
Ich freue mich riesig über „Als der Staat gewann“, was ja immer schon zu meinen Totte-Favourites gehörte. Heute also in der Punkrock-Version, da gefällts mir nochmal besser.
Mein Herz gewinnen die Böcke aber heute mit dem „Punkorama-Lovesong“, der bis heute immer noch Ohrwurm ist. Ist das Liebe? Auf jeden Fall. ;-)
Auf vielfachen Wunsch gibt es außerdem noch das Hosen-Cover „Wünsch dir was“, für mich also auch noch ein kleines Stückchen Heimat im Harz. :-)
Aber auch ruhige Töne wie „Für immer jung“ kommen beim Publikum durchaus gut an und so dürfen wir uns auch noch über eine Zugabe freuen, bis dann endgültig Schluss sein muss, denn die Schröders stehen mittlerweile vollzählig in den Startlöchern.
Ich freu mich sehr, dass heute auch Sascha endlich wieder am Start ist, denn auch wenn Martin ihn würdig verteten hat, war es einfach nicht das selbe und Sascha hat eindeutig gefehlt.
Also schnell wieder etwas umbauen, die Ansage darf natürlich auch nicht fehlen, denn so erfahren wir, dass die Schröders durch einen Bausparvertrag der Wüstenrot finanziert werden, oder so ähnlich... ;-)
Los geht’s wie immer mit „Scheissband“, vor der Bühne ist es jetzt richtig voll, die Stimmung super und der Pogo ausgelassen. Bibi und ich haben heut die Plätze getauscht, ich stehe ungewohnt mittig und kriege mehr vom Pogo mit als sonst. Außerdem ereilt mich das zweifelhafte Vergnügen einer Bierdusche, was meinen Spaß heute aber auch nicht trüben kann. Heut ist alles hübsch, wir sowieso, und ich genieße vor allem Saschas Spielfreude, das macht wirklich extremst Laune, da zuzusehen.
Da die Schröders heut mal wieder ein bißchen länger spielen, sind auch endlich mal wieder Songs wie „Lalala“ dabei, den ich in letzter Zeit schmerzlich vermisst habe und der heute super zu meiner Stimmung passt. Bei „Emily“ fragt Burger dann, ob es denn auch Kinder im Publikum gibt, ein kleiner Junge steht vor der Bühne auf den alle deuten, aber Burger nur: „Nee, du bist schon zu alt.“
Burger, sowas kann man auch diplomatischer ausdrücken. ;-)
Heute gibt’s auch mal wieder „Bayern“ und natürlich die übliche Frage dazu, wer sich denn überhaupt nicht für Fußball interessiert. Schön, dass sich auch Teile der Band melden, diejenigen sammeln gleich noch mehr Sympathiepunkte. ;-)
Bei „Schrei“ geht wirklich wieder ein Großteil des Publikums wenigstens in die Hocke, denn richtig hinsetzen geht hier mal gar nicht, der Regen hat das Gelände in ein einziges Schlammloch verwandelt.
Wir sind sowieso ziemlich froh, dass es beim Konzert einigermaßen trocken bleibt, aber nicht-nass-werden stand ja auch auf unserer Wunschliste.
Hätte ich gewusst, dass das mit dem wünschen so gut klappt, hätt ich mir noch ganz andere Dinge gewünscht, aber ich sollte ja mal nicht gierig werden. ;-)
Wie immer hören wir „Heute hier, morgen dort“ als Abschied, zumindestens als vorläufigen, denn natürlich werden die Schröders nicht ohne Zugabe nach Hause gelassen.
Ehrensache, dass noch die Klassiker wie „Saufen“ und „Tod in der Nordsee“ zum Besten gegeben werden, ich persönlich freue mich besonders über den Wunsch des Veranstalters, der unbedingt „Lindenstraße“ hören will. Natürlich wird ihm dieser Wunsch auch erfüllt und als wirklich allerletzten Song gibt es dann noch „Blues“.
Obwohl nach den Schröders noch eine weitere Band spielen soll, leert sich für mein Empfinden das Gelände doch recht schnell. Zumindestens vor der Bühne hält es kaum noch jemanden. Uns ja auch nicht, aber wir wollen auf jeden Fall Sascha begrüßen und noch ein bißchen quatschen. Zwischendurch erzählt mir Timmey noch, was ich unbedingt in den Bericht schreiben soll, aber ich hab's in der selben Sekunde wieder vergessen. *g*
Der Abschied fällt mir heute ziemlich schwer, da das nächste Wiedersehen noch etwas im Ungewissen liegt und so oder so noch ziemlich lange hin ist.
Aber was sein muss, muss eben sein (wieso eigentlich?!?) und so wagen Bibi und ich auch bald den Aufstieg im Dunklen über den matschigen Weg zum Auto. Dort erstmal umgezogen (you remember, Bierdusche) und in einem kleinen praktischen Handbuch nach dem nächsten Burger King gesucht. Da es aber in der Nähe und auf unserer gesamten Strecke keinen gibt, finde ich das kleine Buch doch nicht mehr so praktisch. Die alternative Raststätte ist aber ein Glücksgriff, die Portionen üppig und wir am Ende doch satt.
Später bei Bibi zu Haus noch schnell Fotos gucken und feststellen, dass der Harz doch irgendwie seinen ganz eigenen Charme hat.

-Micha

Fotos von Der Schulz
Fotos von Nullbock
Fotos von den Schröders