Cosmo Klein (Phunk-Guerilla) in Hannover (Raschplatz-Festival)

Sonntag, 13. Juli 2008 - BiBi

Oft klappt es in diesem Jahr nicht, Auftritte von Cosmo zu besuchen. Er ist häufig mit seinem Live-Clubbing unterwegs, das ist aber nicht so meine Schiene – aber wenn es ein amtliches Konzert in erreichbarer Nähe gibt, bin ich natürlich dabei.

In Hannover sollte das 1. Raschplatz-Festival stattfinden und gelockt wurden die Leute mit eben Cosmo Klein mit seiner Phunkguerilla und mit den Disco-Boys.
Super fand ich dann die Auftrittszeit – 15 Uhr…das ist doch mal ein amtlicher Sonntagnachmittag.
So verließ ich kurz nach 11 Uhr gutgelaunt mein zu Hause, um mich auf halber Strecke mit Petra zu treffen. Weiter ging es in die Innenstadt Hannovers. Und – oh Wunder – wir fanden ohne Verfahren gleich das von mir ausgewählte Parkhaus am Bahnhof. Hannover hat uns sonst leider schon oft mit irren Straßenführungen etc. überrascht, da ist es nicht selbstverständlich, direkt zum Ziel zu finden ;)
Nun musste nur noch der Raschplatz gefunden werden. Ah, raus aus dem Parkhaus, über einen kleinen Platz – und da sahen wir schon die Absperrungen für das Festival. Es war kurz vor 13 Uhr, eigentlich war ich verwundert, dass noch kein Einlass stattfand, denn sollte es doch um 13 Uhr schon losgehen – oder doch nicht? Nee, wohl nicht. Über den Zaun lauschten wir dem Soundcheck der Phunkguerilla und ich freute mich, Cosmos grandiose Stimme zu hören.

Wir durften dann auch erst gegen halb zwei den Bereich betreten – die sind dort nicht wirklich sehr gut organisiert gewesen.
Unsere Enttäuschung war uns wohl aufs Gesicht geschrieben, als wir die Absperrung passierten und uns in so einer Art Unterführung befanden. Was? Das soll ein Platz sein? Es müffelte leicht nach Kanalisation…hm…aber wenn man die Unterführung, wo seitlich auch reichlich Getränketresen aufgebaut waren, verließ, stand man in der Sonne – ein Glück. Hier gab es drei breite Stufen, dahinter ein ebener Platz, dann weitere Stufen. Auf dem Platz waren die Instrumente aufgebaut, links und rechts noch DJ-Pults. Die Stufen waren aber durch eine Absperrung blockiert, so dass Petra und ich uns auf eine Treppe hockten, die in die zweite Ebene führte. Hinter der Bühnenplattform waren Liegestühle aufgestellt und es gab Futterstände.
Irgendwann wurden dann die Absperrgitter entfernt und Petra und ich hockten uns auf die breiten Stufen…ich genoss die Sonne, die vom Himmel strahlte. Wow, hatte ich im Vorfeld doch wirklich Angst, dass der eine oder andere Regenschauer uns einen Strich durch die Rechnung machte, war nun klar: keine Regenwolken weit und breit. Petra jaulte sogar ein wenig über zu großer Hitze. Nee, genau richtig. Von den DJs wurden karibische Klänge aufgelegt und mit Augen zu und dem Ignorieren des leichten Kanal-Duftes konnte man richtig gut chillen.
So entspannt wartete ich dem Konzert entgegen, das dann ca. 15.30 Uhr auch losging. Der Platz vor und auch hinter der Bühne war gut gefüllt, wobei viele wohl eher drauf aus waren, Club-Sounds zu hören und auf die Disco-Boys zu warten. Aber Cosmo präsentierte sich sehr gut gelaunt, gewaltig bei Stimme, tanzfreudig und animierte das Publikum beständig zum Mitmachen. Irgendwie drückte er mir gleich zu Beginn auch noch seine Digicam in die Hand, so dass ich gleich einen doppelten Fotojob machen konnte. Dazu noch Klatschen, Tanzen, Mitsingen – das nenn ich mal multitasking-fähig, oder? ;)

Als Opener war „Love in progress „ sehr gut gewählt, da konnten die Leute schon mal mit ihm vertraut werden. Die Phunkguerilla war mit Klaus Fischer am Bass, Kai Holland an der Gitarre, Felix Lehrmann am Schlagzeug und Tobias Philippen an den Keyboards gut am Start.
„Oh“ war der zweite Song des Nachmittags, gefolgt von „Beautiful mind“. Leider war das Publikum wohl eher zum Zuhören als zum Mitmachen auf dem Raschplatz. Trotz größter Bemühung des Künstlers waren die Gesänge doch eher verhalten.

Nun wurde kurzfristig das Programm umgestoßen, es hätte eine Ballade folgen sollen, aber die Musiker waren der Meinung, es sollte doch eher druckvoll weiter gehen. „Why“ stand also als nächstes an. Klar, das Cosmo die Bühne immer wieder verließ, sowohl die Treppe hoch lief, oben am Geländer tanzte und sang, dann in den hinteren Bereich ging, dann wieder vor der Bühne und unter der Unterführung zu finden war.

Mit „Shortstory Life“ folgte nun doch ein eher ruhiger Song – aber dann: „Barkeepers Home“ – wie geil, dieses Stück endlich mal wieder live zu hören – eines meiner liebsten…Hey Hey:)

Mit „I’ll make you feel“ gab es dann sicher wieder gute Kost für die Clubsound-Liebhaber. Obwohl schon als letzter Song angekündigt, stimmte das zum Glück nicht. Denn mit „Partytrain“ ging es noch mal richtig ab. Dann eine Premiere für mich – ein neuer Song, der mir auch sehr gut gefiel: „Everlasting now“.

Da die Musiker danach die Bühne verließen, stimmten wir in der ersten Reihe natürlich mal laute Zugabe-Rufe an, in die viele einstimmten. Also gab es noch einen Nachschlag. Hätte ich mir „Crazy“ gewünscht, gab es den durchaus schönen Song „Grandpa“ – aber da es sich um eine Ballade handelte, guckten die Zuschauer etwas bedröppelt…was schnelles wäre irgendwie besser als Abschluss gewesen, aber gut!

Dann war es leider wirklich vorbei, Cosmos Programm hat immerhin eineinviertel Stunde gedauert. Gut, der Eintritt von 13 Euro ist da schon nicht gerade preiswert, aber was können die Veranstalter dafür, dass wir nicht vorhatten, den Disco-Boys später noch beim Plattenauflegen zuzugucken. So konnte ich Cosmo seinen Fotoapparat wiedergeben in der Hoffnung, dass die Bilder gelungen sind – die Sonne verhinderte jegliche Kontrolle auf dem Display. Wir verabschiedeten uns dann auch relativ zügig und zockelten zum Parkhaus zurück. Und weil wir ja so zeitig dran waren, kehrten wir noch bei Kentucky Fried Chicken auf der Vahrenwalder Straße ein, ein ausdrücklicher Wunsch von mir…super Idee…trotz allem war ich kurz nach 19 Uhr zu Hause, war bestens gelaunt und strahlend, denn dieser Sonntag war richtig nach meinem Geschmack! Einfach durchflutet von guter Musik und strahlender Sonne! Mehr, bitte…

- BiBi -

zu den Fotos von Cosmo Klein and the Phunkguerilla