Monsters of Liedermaching-CD-Release-Party in Hamburg (MarX)

Donnerstag, 31. Juli 2008 - BiBi

Ein neues Baby sollte geboren werden…schon vor der Geburt wurde der Name festgelegt. SITZPOGO soll es heißen. Komischer Name für ein Baby? Nicht, wenn es sich um den neuesten Silberling der Monsters of Liedermaching handelt – da ist es der bestmögliche Name! Nun ist es bei der Geburt eines Albums von Vorteil, dass der Termin dafür genau festgelegt werden kann. Freitag, der 1.8. sollte es sein. Und in diesen Geburtstag wollten die Monsters of Liedermaching hinein feiern.

Da allein feiern aber auch nicht immer glücklich macht, luden sie sich Gäste ein – natürlich Freunde, Verwandte, Wegbegleiter…und dankenswerterweise auch die Little Helpers, also die Leute vom Streetteam, die fleißig Flyer verteilen, überall Aufkleber anbappen und die Botschaft der Monsters in die Welt hinaus tragen.
Und da Micha und ich dazu gehören, erhielten auch wir eine Einladung zu dieser CD-Release-Party am 31.7. im Hamburger MarX, dem kleinen Club über der Markthalle. Die Freude war riesig, als wir lasen, wie die Monsters den Abend gestalten wollten…mit Auftritten von Pensens Band DAS PACK, Tottes Band MUSCHIKOFFER und Burgers Band DIE SCHRÖDERS…wie geil ist das denn, bitte?

DAS PACK und DIE SCHRÖDERS lieben wir eh heiß und innig – und nach dem erst vor kurzem stattgefundenen musikalischen Zusammentreffen mit der Salzgitter Band NULLBOCK war auch die Neugier auf MUSCHIKOFFER riesig…denn Totte und die Böcke bilden zusammen Muschikoffer. Gut, für mich als in der Nähe von Bremen wohnend gibt’s eh kein Halten, wenn Veranstaltungen in Hamburg stattfinden…eine Stunde Fahrt ist eben nicht viel. Aber für Micha schien es erst ein kaum lösbares Problem darzustellen. Denn genau am 1.8. beginnt ihre Ausbildung zur Fotografin und sie muss halt morgens in Wuppertal zugegen sein. Aber hey, ein Konzert-Junkie macht möglich, was eben geht – und die Bundesbahn spielte mit. Um 3.15 Uhr gab es tatsächlich eine Zugverbindung nach Wuppertal. Somit konnte Micha sowohl feiern als auch am nächsten Tag ihre Ausbildung beginnen. Und mal eine Nacht ohne Schlaf ist ja auch irgendwie machbar.

Da sie bereits aus fahrkartentechnischen Gründen bereits um 14.30 Uhr in Hamburg eintraf, hab ich mich auch schon zeitig auf den Weg gemacht und wir trafen uns am Parkhaus, Vis-a-vis des MarX. Okay, es ist noch früh, aber die Stadt ist heiß wie die Hölle, es sind eine Ecke über dreißig Grad, ich hab das Gefühl, der Asphalt kocht unter den Füßen. Irgendwelche Aktivitäten? Fehlanzeige, wir sparen uns unsere Kraft für die kommende Nacht. Unter der Markthalle gibt es eine Passage mit Antikgeschäften, dort befindet sich auch ein Café. Dorthin schleppen wir uns durch die Hitze und kühlen uns ab bei Käsekuchen mit Eis und Sahne (Apfelkuchen war scheinbar aus *lach*) und kühlen Getränken. Wiebke aus Braunschweig, ein Monsters-Fan, die wir schon häufiger auf Konzerten getroffen haben, schließt sich uns an…und als das Café um 18 Uhr dicht macht, haben wir die Idee, uns dann schon mal vor dem Eingang des Clubs zu postieren. Wo soll man jetzt auch noch großartig hin, rechneten wir doch damit, dass der Einlass gegen 19 Uhr stattfindet, da ja ab 20 Uhr gemäß Einladung die erste Band live auf der Bühne stehen soll.
Nachdem wir uns einmal um den Block und dann die steilen Eisenstiegen zum Marx hoch geschleppt hatten, empfing uns ein großes Hallo: Ihr seid ja viel zu früh…

Vor den Türen des MarX standen bereits Tische und Bänke bereits, die von den Monsters-Members bevölkert waren. Nun störten wir bereits kurz nach 18 Uhr ihr trautes Beisammensein…es war mir schon ein bisschen peinlich, aber wir durften natürlich bleiben:) Und dass der Einlass erst ab 20 Uhr sein sollte, konnte man ja nun wirklich nicht ahnen.
Aber die Zeit bis dahin verging wie im Flug mit viel Geplapper und Gelächter. Wir erfuhren, dass ca. 130 Leute da sein werden, man also locker im kleinen MarX Platz hat. Puh, sehr gut, denn als wir dann im Club waren, wussten wir, warum man im Sommer keine Club-Konzerte veranstaltet…was für eine Hitze in den Räumen. Trotzdem harrten wir drei vor der Bühne aus, immer wieder guckten Leute hinein, betraten den Konzertraum aber nicht. Burger sagte dann irgendwann Bescheid, wir könnten uns entspannen, es geht nicht vor 21.15 Uhr los…ja, woher sollen wir das wissen? Inzwischen war ich aber in angeregten Gesprächen mit einer Emdener Fan-Truppe verwickelt, die man auch immer wieder auf Konzerten trifft, so dass wir trotzdem im Raum blieben.
Ich machte mir natürlich ein bisschen Gedanken über das Zeitgefüge, denn drei Bands bis Mitternacht? Und so spät erst anfangen? Hm…denn um Mitternacht sollte ja eigentlich das Album verkauft werden. Ich dachte, ab da ist der musikalische Teil dann abgeschlossen.

Aber dann war es endlich soweit – die Monsters versammelten sich hinter der Bühne und traten dann geschlossen vor die Anwesenden, um sie zu begrüßen, sich nochmals bei den Little Helpers zu bedanken und die Bands des Abends anzukündigen. DAS PACK startete nun auch in der Hitzehölle des MarX – und zwar gleich mit einem neuen Song namens „Waschzwang“. Juchhu, am Tag davor hatten Pensen und Flozze neue Songs, eben auch diesen, bei MySpace online gestellt, ich hatte die Lieder schon rauf- und runtergehört und freute mich natürlich doppelt, nun in den Live-Genuss zu kommen.
„Angelala“ folgte als nächstes…ein schon bekannter Song. Flozze ließ es sich auch heute nicht nehmen, sich auf der Bühne zu entkleiden. Sehr zur Belustigung des Publikums hatte man ihm einen nach unten zeigenden Pfeil in die Oberkörperbehaarung rasiert – bildlich natürlich in der Fotogalerie zu betrachten ;)

Passend zu den Temperaturen folgte „Saunamann“, auch ein neues Stück, das richtig abging. Aber um etwas das Tempo zu drosseln, folgten zwei langsamere Songs, unter anderem „Komm mit mir“ – feine Sache. Aber es gab keine Gnade – „Geh mir aus der Sonne“ trieb den Schweiß erneut aus den Poren heraus, ebenso „Kapitän“ und „Fass mir an die Füße“. Ich war einigermaßen verwirrt, als sich plötzlich jemand an meinen Füßen zu schaffen machte – häh? Wat is los? Ah…Adri, Sänger von Nullbock nahm Pensens Aufforderung wörtlich und hatte sich dazu meine Füße ausgeguckt! Vor lauter Lachen verpasste ich fast, was auf der Bühne passierte. Nun wurde nämlich Fred Timm dazu gebeten, um mit dem Pack seine Ballade „Nr. 2“ zu singen. Natürlich in Pack-Geschwindigkeit. Meine Güte, war das genial! (Falls jemand einen Clip davon gemacht hat, bitte melden! Das muss ich noch mal sehen!!!).
Rüdi folgte als nächster. „Winterschlussverkauf im KaDeWe“ als richtig verrockte Version. Die Bühne bebte, auch wenn’s textlich etwas holperte, aber das ist auch echt nicht einfach, einen oft dargebotenen Song plötzlich in ein ganz anderes musikalisches Gewand zu kleiden.

Damit sollte das Pack nun erstmal die Bühne verlassen – aber natürlich forderten alle eine Zugabe, die uns mit „Mein Schwan“ gewährt wurde.

Nun folgte eine Umbaupause, Totte kam auch mal rüber, um Bescheid zu sagen, dass es noch ein wenig bis zum Beginn von Muschikoffer dauern wird, ihm war wohl unseres Kleben vor der Bühne auch unheimlich *lach* - aber wir können so schlecht aus unserer Haut. Doch in diesem Fall haben wir uns auch auf den Weg gemacht und sind an die frische Luft gegangen, haben dort Bekanntschaften vertieft, neue gemacht und plötzlich hieß es: Reinkommen geht weiter.
Oha, nun aber…Premiere der Konzert-Junkies bei Muschikoffer. Aber das hat auch sofort gezündet. Vom ersten Takt an war ich begeistert, ähnlich wie bei Nullbock ist das absolut meine Musik. Schnell, gut gelaunt, spaßig, freche Texte. „Kampfanfrage“ war der Open. Hatte ich auch mit Tottes Song „Sabine hat auf Sand gebaut denn Horst hat keinen Hunger“ am Anfang so meine Schwierigkeiten bei den Monsters-Konzerten, liebe ich das Stück inzwischen ja abgöttisch und von Muschikoffer dargeboten war es einfach nur heiß und schnell und rockig und WOW! Ich kann gar nicht mehr alle Songs wiedergeben, die gespielt wurden, erinnere mich noch an „Eiskaffee“, U-Bahn Station“, „Palma 3000“ und natürlich „Als der Staat gewann“.
Es gab Sitzpogo vom Feinsten, als die Band das Publikum zum Hinsetzen auf den Boden aufforderte und dort alle pogten – was für ein Anblick :)
Die anderen Monsters feierten vor der Bühne mit, Pensen hatte sich auch einen Platz in der ersten Reihe gesichert. Fred sang bei „Eiskaffee“ auf der Bühne mit, irgendwann kam O-Lee von den Schröders dazu und übernahm Flitzes Bass und irgendwie waren ständig andere Leute auf der Bühne und es war ein einziges großes Happening.

Auch Micha wurde auf die Bühne geholt. Sie zuppelte sich wohl häufiger an ihrem Oberteil herum, um den korrekten Sitz zu prüfen – das hatte Flitze bemerkt und er bat sie dann nach oben, sie könne das auch dort machen und mal richtig mittanzen. Zumindest ein Bier sprang für sie noch von Totte heraus *lach*
Labörnki war dann ebenfalls Gastsänger – sein „Punkermädchen“ sollte er zum Besten geben, aber er schien mir etwas auf dem Aggro-Trip zu sein. Kaum auf der Bühne, schüttete er sein volles Bierglas über Micha und mir aus…das meiste lief in Michas Tasche, die hektisch nach ihrer Kamera und Handy suchte, um schwerere Schäden abzuwenden. In der Zeit entledigte sich Börnski seines T-Shirts und schmiss es mir mit voller Wucht an den Kopf – hä? Macht man das so, wenn man da oben Punkrock singen will? Ja, möglich…Sasha hat auch schon mit Handtüchern nach mir geworfen – und der singt ja beim besten Willen keinen Punkrock :)

Doch irgendwann war dann der MUSCHIKOFFER-Auftritt fertig – ich war es auf jeden Fall auch…Mensch, war das klasse.
Nun wurde wieder umgebaut – diesmal für DIE SCHRÖDERS. Ich hatte irgendwie jedes Zeitgefühl verloren, aber als Burger dann ansagte, Umbau wäre fertig, aber Konzert geht erst um Mitternacht weiter, guckte ich dann doch auf die Uhr. Oh, kurz vor halb zwölf, nun, viel Zeit, mal wieder sanitäre Anlagen aufzusuchen, Getränkenachschub zu holen, ein bisschen draußen rumzuhängen. Ah, da war noch was Wichtiges. Hatte ich doch im Vorfeld dieses Abends mit Adri vereinbart, dass Micha und mir CDs von Nullbock und Muschikoffer mitgebracht werden, wollten wir uns die jetzt auch unter den Nagel reißen…so folgte kurz darauf der Austausch von Bares gegen Silberlinge. Nun fehlte nur noch der Star des Abends, die neue Monsters-CD, aber es war ja noch nicht Mitternacht.

Gegen 0 Uhr sammelten sich dann die Monsters of Liedermaching wieder auf der Bühne, um dann kurz nach Mitternacht ein dick verpacktes Exemplar des SITZPOGO-Albums auszupacken – begleitet vom Jubel der anwesenden Gäste. Ah, Geburt gelungen – und es tat nicht mal weh :) – die stolzen Väter (oder waren sie nun die Mütter?)kündigten dann Freibier an, aber auch, dass es denn jetzt mit den Schröders weitergeht.
Drummer Sascha kam noch schnell zu mir rüber und gab den Tipp, wir sollten uns mal ein paar Songs überlegen, die wir gern hören wollen und diese dann bei Nachfrage kund tun. Hektisches Grübeln, was wir denn alles gern mal live hören wollen…Micha entschied sich für „Liebesrakete“, ich war mehr für „Dein ist mein ganzes Herz“. Aber erstmal begannen die Schröders mit „Scheissband“ und „Wie geht’s wie steht’s“. Dann kündigte Burger an, dies wäre ja kein gewöhnliches Konzert und man solle nun mal seine Wünsche äußern. Wildes Geschreie ertönte, Micha kam mit ihrem Wunsch gar nicht durch, und im Prinzip hab ich auch nicht wirklich einen Songtitel verstanden, der gewünscht wurde…so gab es dann eben das, was Burger wohl verstanden hat…z. B. „Emily“ und „Lass uns schmutzig Liebe machen“ oder auch „Frösche weinen nie“, dass das Publikum aber allein singen sollte – Klappte auch ganz gut. .
Micha hatte dann die gute Idee, ihren Wunsch aufzuschreiben, hielt O-Lee den Zettel hin, der aber gleich ablehnte: Das können wir nicht. Och guck…mein Wunsch hatte dasselbe Schicksal. Aber dann schrieb Micha „Banküberfall“ auf den Zettel und siehe da, den konnten sie noch:) – schon Hammer, bei der Hitze diesen rasenden Song…aber wir hatten ihn schon länger nicht mehr live gehört und genossen jeden Takt.

Bei „Bayern hat verloren“ wurde natürlich Fred mit auf die Bühne gebeten, um zu singen. Klar, ein alter Norbert & die Feiglinge-Song – quasi aus Freds Feder, da muss er einfach mitmachen.
Zu „Immer mehr“ holte Burger Fabian Schulz (von den WOHNRAUMHELDEN) auf die Bühne, denn der Song stammt aus seiner Feder. "Frau Schmidt" wurde natürlich auch gespielt, hier wurde als Gast-Gitarrist Adri auf die Bühne geholt, der fullminant mitrockte!
“Schrei“ gab es dann als eigentlich letzten Song, aber ohne Zugabe dürfen auch die Schröders die Bühne nicht verlassen. Ein tobendes Publikum sorgte für Nachschlag, den es in Form von „Heute hier morgen dort“ gab. Puh…nun war dieser Teil des Abends beendet. Alles stürzte hinaus, um die CD zu erwerben. Ich musste mir erst mal ein Glas Wasser besorgen, mein Flüssigkeitshaushalt war arg gestört. Dann sind wir zum Auffrischen in die sanitären Anlagen gepilgert und danach suchten wir hektisch einen Stand, um das Album zu erwerben…aber eigentlich war’s nur ein Karton, aus dem Burger die CD verteilte und Fred, der neben ihm saß, sammelte den Obolus dafür ein. Egal, meine, meine, meine:) Lang erwartet, mich selbst auch auf Fotos im Booklet gefunden – so ist es super.

Aber da nun noch eine Weile Zeit war, bis Micha und Wiebke zum Zug mussten, stürzten wir uns auch ein bisschen ins Getümmel…mal mehr, mal weniger. Ich fühlte mich schon teilweise recht ausgelaugt, aber es gelang dann doch, weitere Kraftreserven zu mobilisieren und eine extrem lustige Zeit zu haben. Um halb drei fingen wir dann mit unserer Tschüß-Sagen-Runde an, die ja auch noch etwas dauerte, aber auch im MarX war sonst überall Aufbruchstimmung. Trotzdem machten wir uns nur schweren Herzens auf den Weg. Micha und Wiebke kamen eben noch mit bis zum Eingang des Parkhauses, denn dank Michas Bahncard kostete mich so das Parken keine 12, sondern nur 7,80 Euro. Man freut sich auch über kleine Dinge:)
Dann hieß es Abschied nehmen, die Mädels zogen von dannen, ich wankte erledigt zum Auto, holte gleich eine Flasche Wasser aus dem Kofferraum, die dann leer war, bevor ich das Parkhaus auch nur verlassen hatte. Dank leerer Straßen war ich in 50 Minuten daheim – aber irgendwie hätte die Heimfahrt länger dauern dürfen, denn ich hörte natürlich die Monsters-CD und ehrlich, das Grinsen im Gesicht erzeugte schon fast ein bisschen Kopfweh…

Nun bleibt nur eins…Danke zu sagen an a) die Monsters of Liedermaching für ein großartiges drittes Album, die freundliche Erwähnung in eben diesem und eine Nacht, die ich nie vergessen werde und b) all die netten, lieben, fröhlichen und freundlichen Menschen, die sonst noch zum Gelingen dieses Feier beigetragen haben mit guter Laune und Glückseligkeit.

- BiBi -

Die Bilder haben wir diesmal alle in ein Album gepackt, es war eine solche Vermischung der Musiker und da es die Monsters-Party war, sind alle Fotos im Monsters-Album zu finden…
Check it out!!!