Die Schröders in Hannover (Maschseefest)

Freitag, 15. August 2008 - BiBi

Zwei Wochen sind seit meinem letzten Besuch am Maschsee vergangen – und nun geht es wieder Richtung Hannover. Dachte ich erst, ich werde mich ziemlich allein gelassen vor der Bühne an der Löwenbastion fühlen, wendet sich das Blatt aber zum Guten. Nadine will anreisen – und auch Micha kann es möglich machen dank zeitigem Ende der Berufsschule.

Um 17.45 Uhr treffe ich an der Löwenbastion ein – guter Zeitpunkt, denn gerade läuft der Soundcheck. Stürmisch werde ich von Nina und Maren, Schröders-Fans aus Hildesheim, begrüßt und freue mich über ein Wiedersehen. Was mich auf jeden Fall genauso freut, ist die Tatsache, dass vor der Bühne keine Tische und Bänke stehen, sondern eine freie Fläche gelassen wurde. Dahinter dann ein Haufen Stehtische verteilt…das sieht gut aus und lässt Platz zum Rocken.
Kurz drauf kommt dann auch schon Nadine an. Wir haben uns seit dem 1. Mai nicht mehr gesehen und da gibt’s natürlich viel zu quatschen.
Der NDR2-DJ beschallt uns nach dem Soundcheck in erträglicher Lautstärke mit Partymusik, aber leider weiß niemand, wann die Schröders denn nun auftreten werden. Ich schätze, 20 Uhr. Aber ist irgendwie auch niemand da zum Nachfragen, also einfach Abwarten. Das Wetter ist super, nette Leute um einen herum, da vergeht die Zeit schnell.
Micha ist dann gegen 19 Uhr auch da, nach freudiger Begrüßung nehmen wir mal unseren gewünschten Platz vor der Bühne ein, besser ist das – bevor es andere machen ;) Während Micha sich etwas zu trinken holt, ertönt auch schon die Einmarsch-Musik der Schröders…wie jetzt? Spielt der DJ die nur so? Aber nein, ich sehe am Bühnenrand schon Drummer Sascha bereit stehen. Laut brülle ich nach Micha…es geht los :) – plötzlich und unerwartet.

Daher bin ich mental noch gar nicht richtig eingestellt und die ersten Songs „Scheissband“ und „Wie geht’s wie steht’s“ rauschen nur so an mir vorbei – was aber nicht schlimm ist, wie sich später noch herausstellt.
Frontmann Burger sagte dann auch an, dass es heute drei Sets geben wird mit jeweils Pause dazwischen, damit sich die Zuschauer ordentlich besaufen können. Und aufgrund der langen Spielzeit würden die Schröders denn jetzt auch mal schon lang nicht mehr gespielte Songs bringen und die guten Sachen kämen dann alle im dritten Set – was aber natürlich nicht stimmte, da die Schröders ja fast nur gute Sachen haben. Was für eine Freude für uns, ältere Sachen live zu hören. Damit ging es dann auch schnell los…“Goldener Reiter“ war dabei – noch mehr freute ich mich über „Schröder“ und am meisten wohl über „Tag der offenen Tür“. Aber auch Songs vom aktuellen Album „Endlich 18“ fehlten nicht, hier vertreten durch „Vater und Sohn“ und „MoDiMi“. Mit dem üblichen Üben des Applauses und des Jubels musste Burger sich nicht lange aufhalten, Hannover war da extrem gut am Start. Die Leute wollten Party und waren begeisterungsfähig.
„Nie mehr“ und „Frösche weinen nie“ waren dann wieder ältere Stücke – das letztere durfte dann fast komplett vom Publikum gesungen werden – dank großer Textsicherheit funktionierte das auch einwandfrei!

Die erste Pause verbrachte ich auf einer Bank neben der Bühne…ein bisschen ausdampfen, trotz kühler werdenden Temperaturen war mir extrem heiß :) – aber die 45 Minuten vergingen flott und dann ging es schon weiter. Opener des 2. Sets war zu Micha und meiner Begeisterung „Mädchen wie wir“, gefolgt von „Banküberfall“ und „LaLaLa“. Langsam ging auch das Gepoge ein paar Reihen hinter uns los…aber es hielt sich in erträglichen Grenzen. „Immer mehr“, „Emily“ oder „Bayern hat verloren“ wurde natürlich wieder frenetisch gefeiert. Obwohl auf der Setlist „Besoffen“, dem einzigen Stück auf dem aktuellen Album, das wir noch nie live gehört haben, stand, wurde uns das leider vorenthalten und dafür „Liebe ist..:“ gespielt. Zwar ein guter Ersatz, aber trotzdem schade.
„Wenn der Regen kommt“ gehört auch zu meinen Schröders-Favoriten, daher war es toll, den jetzt wieder mal live zu hören. Bei „Blues“ konnte Burger mit der Unterstützung des Publikums rechnen – und „Westerwald“ begeisterte die Massen dann genauso wie „Tod in der Nordsee“. Und damit war dann auch schon das zweite Set beendet. Wieder Pause, wieder etwas runterkommen und ausdampfen. Obwohl es eigentlich jetzt schon empfindlich kühl war (und auch endlich richtig dunkel, das passt doch besser zu Punkrock), war niemanden wirklich kalt.
Das dritte Set wurde dann mit „Wie geht’s wie steht’s“ eröffnet. Erstaunte Gesichter unsererseits, denn das gab es ja schon im ersten Set. Aber nicht schlimm, natürlich waren im Laufe des Abends immer wieder Leute dazugekommen, die den Anfang gar nicht mitbekommen hatten.
„Thomas“, „Laß uns schmutzig Liebe machen“ und „Frau Schmidt“ gehörten wieder zum regulären Programm, „Einfach gut“ hingegen gab es schon lang nicht mehr live.
Bei „Schrei“ gelang es Burger auch heute, den größten Teil des Publikums zum Hinhocken zu animieren – danach schallte dann der Urschrei der Massen über den friedlich im Mondlicht schimmernden Maschsee.
„Heute hier morgen dort“ beendete das reguläre Set, aber sofort gingen die Gesänge los: Wir woll’n die Schröders seh’n…“ Die ließen sich glücklicherweise nicht ewig bitten, Zeit war ja noch vorhanden. Und da jemand aus dem Publikum vehement „Frösche“ verlangte, wurde dann eben noch mal Frösche angestimmt. „Saufen“, „Lindenstraße“, „Nie mehr Rock’n’Roll“ gab es auch noch als Nachschlag.
Dann wieder Ende, wieder Rückruf-Gesänge…da immer noch Zeit war, kehrten die Musiker zurück und Burger sang „Holland“, einen Song von Joint Venture. Danach gab es als ungewöhnlichen Abschluss den Opener „Scheissband“ – und da es nun Punkt 23 Uhr war, musste leider Schluss sein mit der Live-Musik. Schade, wir hätten noch weiter rocken können. Aber der DJ vom NDR machte dann auch einen guten Job und legte einen gelungenen Mix auf, so dass vor der Bühne die Party weitergehen konnte. Man schwang das Tanzbein…Nadine, Micha und ich verweilten noch einen Zeitlang, bis wir mal zum Merchandise-Stand gingen, dort noch ein wenig Spaß mit seltsamen Leuten hatten, die einem Blasen ans Ohr quatschten und hysterisch quiekten, weil die Schröders ihnen Autogramme gaben und sich als sprechende Wesen herausstellten – und dann zogen wir drei auch von dannen.
In Schwarmstedt gab es noch einen kleinen Zwischenstopp, Essen fassen und gegen drei Uhr endete dann unser Abenteuer Maschsee bei mir zu Hause. Bis alle in die diversen Betten verschwanden, dauerte es zwar auch noch etwas, aber gegen halb fünf kehrte dann wohl doch endlich Ruhe ein und wir schlummerten unserem nächsten Konzerttag entgegen, von dem die Micha dann berichten wird.

- BiBi -

zu den Fotos von den Schröders