Die Schröders, Monsters of Liedermaching, Premium Flavour in Lamme (10. Lammer Open Air)
Neues Wochenende – neues Glück. Nach dem SCHLAMMassel in Cuxhaven stehen die Wetterprognosen auf Sommer! Endlich konnte sich mal wieder ein Hoch durchsetzen. Meine Laune war glänzend, als ich Richtung Braunschweig nach Lamme startete – einziger Wermutstropfen: Micha konnte heute nicht dabei sein, die Arbeit rief zu laut, als dass sie es ignorieren konnte.
Nach einer stressfreien Fahrt, nur einem ganz kleinen Verfahren kurz vor dem Ziel, landete ich in dem Dörfchen Lamme. Da es irgendwie keine Hinweisschilder auf das Festival gab, fuhr ich mal die vermutete Straße hoch und da kam mir schon meine Freundin Uta, mit der ich verabredet war, im Auto entgegen. Einmal kurz Passanten gefragt, schon wussten wir Bescheid.
Die Straße ein paar hundert Meter zurück gefahren und wir waren da. Der Durchgang zum Sportplatz, wo das Festival stattfand, war etwas unscheinbar – aber das war nun auch schon der einzige Kritikpunkt. Wahrscheinlich haben die Macher des Open Airs, das immerhin zum 10. Mal stattfand, nicht mit reichlich auswärtigem, ortsfremden Publikum gerechnet.
In der Zeit, in der Uta noch mal zum Auto ging, um ihre Jacke zu holen, kamen schon lauter liebe Leute an…Wiebke und ihr Freund, die ich von vielen Monsters-Konzerten kenne, Nina und Maren, die wir vor kurzem bei den Schröders kennengelernt haben – großes Hallo und Begrüßung…
Auf dem Festivalplatz sah alles total schnuckelig aus – so mag ich es. Richtige Größe, schöne Bühne mit kleiner Absperrung, aber nicht zu großem Graben. Im hinteren Bereich gab’s Tische und Bänke, diese suchten Uta und ich dann erst mal auf, war ja noch früh und wir wollten eins unsere seltenen Treffen ja auch zum Quatschen nutzen. In der Sonne sitzend war das natürlich sehr angenehm. So blieben wir auch noch sitzen, als die erste Band des Abends, Zoomite, startete – daher kann ich darüber nichts sagen, ich hab einfach nicht wirklich zugehört und aufgepasst – man möge mir verzeihen ;)
Über den zweiten Act des Abends, Premium Flavour, hatte ich mich im Vorfeld im Internet etwas schlau gemacht und war doch positiv gespannt. Als die Band auf die Bühne kam, holten Uta und ich uns noch schnell eine Bratwurscht und ab ging es vor die Bühne. Dort war es alles noch sehr locker, das Festival war publikumstechnisch auf jeden Fall noch nicht ausgelastet. Die erste Reihe war hauptsächlich von kleinen Kindern bevölkert, die teils gespannt zuhörten, sich aber teils auch einfach nur die Ohren zuhielten.
Da ich meinen Fotoapparat ja nach wie vor in Reparatur habe, hatte ich meine alte Digicam dabei, die ich seinerzeit durch die neue ersetzte, weil immer wieder Speicherkarten-Fehler auftraten. So natürlich auch jetzt! *grummel* Normalerweise muss ich sie dann an den PC anschließen und dann arbeitet alles wieder – gut, nun ist aber kein PC in der Nähe und ich hab einfach mal vor Wut auf das Ding eingeboxt…und es arbeitete wieder. Kann man verstehen, muss man aber nicht, Wackelkontakt oder so. Egal, ich konnte auf jeden Fall ein paar Bilder machen und damit war ich dann auch zufrieden.
Aber nun galt es erst einmal, die Monsters-Fanbase aus Emden zu begrüßen, mit denen wir schon heftig in Hamburg bei der Monsters-Party abgefeiert hatten.
Und nun konnte ich mich auch der Band konzentriert widmen, denn was ich hörte und sah, gefiel mir auf jeden Fall. Es handelt sich bei Premium Flavour zwar „nur“ um eine Cover-Band, aber die machte das wirklich ordentlich. Durchgehend rockige Titel wie „Rebel Yell“, „Kids in America“, „Everything about you“, „Wanted dead or alive“, “Paradise City” oder auch Mixes aus Stücken wie „Proud Mary“ und „Nutbush City Limits“ oder „Should I stay“ und „Twist and shout“ kamen beim Publikum höllisch gut an.
Sänger Corey o’Save deckte mit seiner guten Stimme einen breiten Bereich an Songs ab und war wie der Rest der Band äußerst bewegungsfreudig. Da war richtig was los on stage:)
Gut gefiel mir auch das Bühnen-Outfit der Musiker – alle trugen rot-schwarze Lederhosen und farblich passende Hemden, nur der Sänger stach mit weißem Hemd hervor.
Ein Schlagzeugsolo geriet mir persönlich etwas zu lang, aber trotzdem wurde die Band nach Beendigung des Hauptsets zurück auf die Bühne geholt. Corey gab uns mit „You give love a bad name“ einen ausgezeichneten Jon Bon Jovi und auch Metallica-Kracher „Whiskey in the jar“ machte noch mal richtig Spaß.
Dann war aber Zeit für einen Umbau – die Schröders sollten als nächstes folgen. Wir hatten uns zwischenzeitlich unseren Platz in der ersten Reihe gesichert und ich freute mich riesig, dieses Mal auch wirklich die Bands, für die ich angereist war, zu Gesicht zu bekommen.
Nach einem kurzen Soundcheck war es dann soweit. Inzwischen halb zehn, ertönte die Anfangsmelodie zu den Schröders…gutgelaunt startete das Set mit „Scheissband“, gefolgt zu meiner großen Freude von „Mädchen wie wir“. Wir bekamen Songs wie „Lalala“, „Laß uns schmutzig Liebe machen“, „Thomas“ (mit ordentlich Lachflashs dabei), „Vater und Sohn“, „Emily“ (gewidmet der kleinen Anouk, die vorn im Graben das ganze Konzert gespannt verfolgt – auch ein echtes Punkrock-Mädchen;) zu Gehör. Beim obligatorischen Applaus-Training überzeugte das Publikum auf Anhieb, da blieben keine Fragen offen. Frenetisch feierten alle gemeinsam ab. Auch Pogo gab es reichlich, aber zu meiner großen Freude ausnahmsweise mal auf der linken Seite, so dass wir rechts unbehelligt unseren Spaß hatten.
Meine Schmerzen waren auch vergessen – ich hab noch immer vom Schlamm-Wandern in Cuxhaven einen verklemmten Muskel oder ähnliches in der Wade, den ich auch mit einer Schmerztablette nicht still bekam – aber die Schröders schafften es…Viva Punkrock:)
Sehr lustig war auch der Bühnenhintergrund anzusehen - eine Leinwand hing dort, das Band-Logo wurde drauf projeziert - und mitten drin das Konterfei eines Schafs (nee, das war wirklich kein Lamm, wie man es in Lamme vielleicht erwarten könnte) - hübsche Zusammenstellung, über die ich dann bei den Monsters nochmal lachen konnte *gg*
Viel zu schnell eilte die Zeit davon und schon wurde das letzte Lied „Heute hier morgen dort“ angekündigt. Aber die Zugabe-Rufe donnerten über den Platz und es gab noch einen guten Nachschlag mit „Saufen“, „Liebeslied“ und „Nie wieder Rock’n’Roll“.
Da es nun auch inzwischen 23 Uhr geworden war, wurden wir vom Umbau-Geschehen auf der Bühne komplett abgelenkt mit einem wirklich hübschen Feuerwerk zum 10jährigen Bestehen des Festivals. Musik im Stil von Mike Oldfield gab es dazu – das war wunderschön anzuschauen.
Als wir unsere Aufmerksamkeit wieder nach vorn lenkten, waren bereits einige Monsters-Members auf der Bühne, die Phase des Soundchecks begann…es war ca. 23.30 Uhr, als die Monsters dann loslegen konnten. Ich war etwas besorgt, dass das Set zu kurz gerät, freute mich aber einfach, alle sechs Liedermacher auf der Bühne zu sehen. Nachdem vor zwei Wochen in Lippetal Labörnski fehlte und letzte Woche in Cuxhaven gleich alle sechs fehlten, war es doch ein schöner Anblick:)
Die Reihen hatten sich aufgrund der späten Stunde schon ein bisschen gelichtet, aber trotzdem war noch genug feierfreudiges Volk da.
Totte eröffnete dann auch gleich mit „Türen“; Burger legte mit „Tod in der Nordsee“ nach. Kurz vor Beginn der Monsters kam eine Mutti mit ihren zwei Töchtern nach vorn, wollte wohl, dass die Kleinen sich vor uns stellen. Ich schlug dann vor, sie doch zu den anderen Kiddies in den Bühnengraben zu hocken, was dann auch gemacht wurde. Leider schlief die kleinere der beiden nun aber im Sitzen ein und die Große verlangte von der Mama, dass sie ihre Schwester wieder mitnimmt…das ganze Hin und Her ging dann leider eine Weile, so dass mir „Moti“ von Labörnski irgendwie ganz durch die Lappen ging. Vielleicht ist die Uhrzeit auch für so kleine Kinder nicht mehr geeignet, wenn sie schon im Sitzen einschlafen? Man weiß es nicht!
Es folgte ein bunter Reigen älterer und neuer Songs. „Quizmillionär“, „WSV im KaDeWe“, „Zwerge“, „Blasenschwäche“ etc. Bei „Marzipan“ waren die Zuschauer-Chöre extrem laut – und Totte ging ausnahmsweise fremd und kuschelte anstelle mit Burger mal mit Rüdi.
Als dann Tottes „Sabine hat auf Sand gebaut denn Horst hat keinen Hunger“ gespielt wurde, passierte es – zack, komplette Soundanlage ausgefallen. Nix mehr Gitarre, nix mehr Mikro – alles weg.
Aber die Monsters zögerten nicht lang, sondern kamen alle vorn zum Bühnenrand und setzen den Song eben unplugged fort. Großartig! Andere Bands wären schmollend von der Bühne gegangen oder wie aufgeschreckte Hühner durch die Gegend gerannt, aber hier ging es einfach weiter. Das Publikum nahm es dankend auf und sang mit Burger im Anschluss „Hartz 4“. Dann hatte die Toncrew den Defekt schon wieder halbwegs im Griff, es gingen zwar noch nicht alle Gitarren, aber es wurde eben ein bisschen hin und her getauscht und weiter im Takt.
„Schlittschuh-Lied“, „Pure Emotion“, „Weltklassemelodie“ (wo wir dank Wiebke mit Wunderkerzen wedeln konnten), „Sexkranker Ex-Punker“, „Punkermädchen“, „Interesse ist gut“ etc. – einfach wundervoll!
Dann hieß es auch schon: Letzter Song – das war dann wahrlich „Die reine Posie“ mit dem Glöckchen-Gebimmel. Der Song begeisterte auch diesmal die Massen.
Die Musiker waren noch nicht mal von der Bühne, als schon die Monsters-Chöre erklangen. Sie kehrten gern zurück, mussten aber angesichts der späten Stunde ankündigen, dass keine verstärkte Musik mehr erlaubt wäre. Aber wir hätten das ja auch vorher schon so gut geübt – wird eben etwas unplugged weitergespielt. Genial!
„Sususu“, „4 Meter“, Schönheitschirurgie“ und auch noch „Algerien“ – Liebe Monsters, dafür habt ihr meinen vollen Respekt, ich weiß, dass das sicher heftig auf die Stimmbänder gegangen ist. Aber ich kann versichern – solidarisch mit euch bin auch ich heute heiser!
Nun war es auch tatsächlich bereits ein Uhr und ein toller Konzerttag war beendet. Wir fanden uns irgendwie dann doch alle vor der Bühne wieder zusammen und plapperten noch eine Weile, begrüßten und verabschiedeten den einen oder anderen Musiker und dann war es auch an der Zeit, langsam aufzubrechen. Ich hatte Wiebke versprochen, sie und ihren Freund noch mitzunehmen und irgendwo in Braunschweig abzusetzen, weil sie nicht wirklich Gelegenheit hatten, nachts vom Dorf wegzukommen.
So verließen wir gemeinsam das schöne Lammer Open Air und fuhren glückselig in die Nacht. Meine Fahrt endete dann morgens um halb vier und mir bleibt eigentlich nichts weiter, als den Machern dieses Festivals auch für die nächsten Jahre alles Gute zu wünschen – und wer weiß, mit dem richtigen Line-Up komm ich auf jeden Fall gern wieder!
- BiBi -
Fotos vom 10. Lammer Open Air von Premium Flavour
Die Schröders
Monsters of Liedermaching
