Boppin'B in Köln (Werkstatt)

Freitag, 3. Oktober 2008 - Nadine

3.Oktober, Tag der deutschen Einheit - Für Deutschland natürlich ein Grund zum Feiern.
Für uns allerdings gab es noch etwas zu feiern, denn Robert wurde da geboren – Ok, ein paar Jahre früher, aber immerhin.
So ließen sich auch Roberts Eltern, besonders seine Mama rockt ja nur zu gerne zum Sound der Jungs ab, nicht lumpen und fuhren samt Sohn, “Schwiegertochter“ und naja mir (was bin ich dann eigentlich?) nach Köln in die Werkstatt.

Alle waren bereits im Norden und so ging es munter und gut gelaunt die A1 herunter, kleiner Zwischenstop zum Mittag und dann waren wir doch ziemlich fix in Köln. Und da ging die Show erst richtig los.
Auf den Eintrittskarten war als Adresse der „Grüne Weg“ niedergeschrieben und da Roberts Papa in seinem schönen neuen Auto ein Navigationssystem hat, wurde auch vorher keine Wegbeschreibung ausgedruckt, die Tante führt einen schon dahin.....Nur blöd, wenn man keine Postleitzahlen eingeben kann und es ungefähr sieben „Grüne Wege“ in Köln gibt. Wir ließen uns einfach mal zum ersten führen, der in der Nähe war. Hätten wir dort allerdings bei 1b geklingelt und gefragt, ob schon Einlass wäre, dann hätte man bestimmt die Polizei gerufen oder die Männer in Weiß, man weiß es nicht.
Also verließen wir das Wohngebiet. Auch ein Besuch einer Aral-Tankstelle lieferte keine näheren Infos, Roberts Papa wollte lieber noch eine Adresse ausprobieren, irgendwo im Süden 15 km weiter weg, Micha blätterte im Burger King Katalog und stellte Vermutungen an, wo die Postleitzahlen auf den Eintrittskarten zuzuordnen sein könnte, doch es half alles nichts. Der zweite Versuch war dann schließlich ein Getränkemarkt....Naja gut,so war für die Getränke am Abend wenigstens schon mal gesorgt. Micha drängelte dann darauf, die Auskunft anzurufen, die erst behauptete, einen Club namens „Werkstatt“ gäbe es nicht, aber irgendwie wurde es dann doch im Computer gefunden und vor lauter Verzweiflung hatte Robert in der Zeit über das Handy das Internet aufgesucht und die Wegbeschreibung auf der Seite der „Werkstatt“ gefunden. So konnten wir nun doppelt sicher sein und kamen auch ziemlich fix an.

Naja, eigentlich war es ja ganz lustig, besonders so lustige Reaktionen, als wir schon fast da waren: Roberts Mama: „Sind wir denn hier richtig?“.....Fahrer: „JAA!!.....Ich weiß doch auch nicht“......Aber wir waren es und dann wurde noch drei Mal im Kreis gefahren, weil den Frauen jeder Parkplatz zu weit war, es regnete ja schließlich, aber irgendwann hatten wir es dann tatsächlich geschafft und waren im Club angekommen.

Nachdem sich jeder mit jedem bekannt gemacht hatte, ging es auch schon bald los mit der Vorband „Cowboys on dope“. Drei Männer, bestehend aus einem Gitarristen, einem Sänger mit Akkustik-Gitarre und einem Mann am Schlagzeug, der allerdings sein Schlagzeug in einem Gitarren-Koffer versteckt hatte. Jawohl, so war es. Der Gitarren-Koffer lag auf einem Bar-Hocker oben auf und wurde nun Lied für Lied geschlagen, klingt strange, war aber eigentlich ganz lustig. Mit der Zeit allerdings wurde das Geräusch sehr heftig in den ersten Reihen, etwas zu penetrant.
Vieler der Songs haben mir vom Grundgerüst sehr gut gefallen, allerdings hat mich die Stimme des Sängers überhaupt nicht berührt, aber das ist ja Geschmackssache. Was auf jeden Fall nicht der Bringer war, dass die Band beim Betreten der Bühne bereits geraucht hat und auch während des Auftritts immer wieder zur Zigarette gegriffen hat. Das Publikum, gerade die Fans der Band, ignorierten dann natürlich ebenso die Nichtraucherschilder. Vielleicht gab es eine Sondergenehmigung, dann habe ich nie etwas gesagt, wenn allerdings nicht, finde ich es absolut nicht sozial. Die Fans hatten auf jeden Fall Spaß, tanzten, jeder auf seine Weise, und zum Ende hin wurde dann noch „Ghostriders in the sky“ gespielt. Nach einer Stunde konnte die Band wegen des straffen Zeitplans allerdings die geforderte Zugabe der Fans nicht mehr spielen und so hieß es für die Boppins extremst rascher Umbau und ab in die Vollen.

Bereits die typischen Opener brachten gute Stimmung und Didi versuchte die Frage der Fragen auf diese Weise zu stellen: „Wenn ihr die Antwort nicht wisst, ruft das, was die anderen rufen.“ Zwischen einigen „Yeah“-Brüllern war aber hauptsächlich das „Scheißkapelle“ vertreten, das
klappte doch schon mal wunderbar. Michaelas Geburtstagswunsch für Robert wurde dann durch „Everybody Loves You“ erfüllt und besonders freuten sich Micha und ich über den „geheimen“ Wunsch „Take Me Away“. Das Publikum bewies bei „Chemical Reaction“ nicht nur Klatsch- und Gesangskraft, sondern auch die Fähigkeit das Takt-Schnippsens bei „ I Can't Dance“, einfach immer noch Gänsehaut pur diese Interpretation. Vor der Bühne wurde es allerdings immer unharmonischer, geraucht wurde als gäbe es keine Schilder und als dann ein Mann beim Versuch des Stagedivings auf den Boden fiel, hätte es beinahe ziemlichen Krawall gegeben, doch die Security konnte glücklicherweise retten.
Besonders beliebt machte sich Golo an diesem Abend, denn er bemerkte fröhlich und gut gelaunt, dass Köln doch zu gerne feiert, besonders Fasching, Helau- Helau! Aber wo er Recht hat, hat er Recht, Köln konnte feiern und tanzen und zwar mit Songs wie „How Low“ und „King Of The Bongo“. „Just Rockin' Rollin“ hat mich wieder Mal sofort überzeugt, einfach ein genialer Song und „Rockaway Beach“ von den Ramones geht einfach ab. Sehr schön ,dass man die zwei Songs öfter live hört! Aber es wurde nicht nur Musik gemacht, es wurde auch geturnt und gehüpft - Golo hüpfte wie ein Frosch bei „The Bop Won't Stop“, Frank dagegen spielte wie ein Flamingo auf einem Bein stehend Bariton, das nenne ich mal kreativ: Rock'n'Roll im Zoo !! :-D
Nach ein wenig Schunkeln bei „Hold on“ ging es dann aber mit „Ein Toller Tag“ und „Fred Vom Jupiter“ viel zu schnell dem Ende zu, denn um 22:30 Uhr musste Schluss sein, wegen der anschließenden Disco....Ja fragt mich nicht...
Aber eine Zugabe geht fast immer und so kündigte Didi schon an, dass sie leider dieses Mal nicht alle Wünsche erfüllen können und so hätten die Wünsche, die schon vorher schriftlich genehmigt und eingegangen sind (so drücke ich es jetzt mal aus) Vorrang. Ihr seht, alles demokratisch korrekt. :-D
So kamen wir noch in den Genuss von „Groove baby groove“, hat mich vom ersten Ton an überzeugt, was ist das für ein genialer Song. Nachdem Frank dann in Vorruhestand geschickt wurde, rockten nochmal alle gemeinsam ab zu „Blitzkrieg Bop“.

Trotz der etwas nervigen Unannehmlichkeiten vor der Bühne war es doch ein tolles Konzert !!
Wir verließen den Club dann leider relativ schnell, denn die Hinfahrt war für Roberts Papa schon lang genug und so traten wir den Heimweg nach Düsseldorf an und dieses Mal wussten wir ja auch den Stadtteil (hahaha...). Ein Stau vor der Philippshalle, 1 km vor dem Ziel, verlängerte den Weg dann allerdings doch noch etwas, da wäre man doch glatt zu Fuß den einen Kilometer schneller gewesen. ;-) Aber nach kurzer Parkplatzsuche konnten wir dann auch in die Betten fallen.

Aber das muss ich jetzt noch los werden - Wisst ihr, was wirklich „gemein“ ist? Wenn man am Montagmorgen zwei Weißheitszähne herausbekommt, am Freitagmorgen dann probiert, ein wenig zu spielen, weil man den Blick auf die sich langweilende Blechtröte einfach nicht länger erträgt, aber für den Anfang auch nicht mehr als 5 Minuten spielen kann und dann auf der Bühne so ein geiler Saxophonsound hingelegt wird. ;-) Da will man ja gleich erst Recht !!!

Aber so what, alles wird gut, schöner Abend war es und auf bald, Köln!