Nullbock-Jubiläum in Salzgitter mit Fred, Totte und den Schröders (Kulturscheune)

Donnerstag, 2. Oktober 2008 - Micha

Heute ist der Tag, auf den wir uns wohl die letzten Wochen am meisten gefreut haben. Die Band Nullbock, die wir vor ein paar Monaten im Harz kennengelernt hatten, feiert heute in Salzgitter ihr 10-jähriges Jubiläum.
Als Gäste geladen waren außerdem noch Fred und Totte sowie die Schröders, es versprach also, ein langer und lustiger Abend zu werden.
Bevor dieser Abend aber beginnen konnte, hatte ich noch eine ziemlich lange Zugfahrt vor mir.
Endlich in Salzgitter angekommen traf ich mich direkt mit Bibi am Bahnhof, die mir erstmal von ihrem kaputten Auto berichtete. Erste Frauendiagnose: Das Auto macht komische Geräusche. Außerdem ist der Auspuff lose. Besteht da womöglich ein Zusammenhang? Bevor wir in wilde Spekulationen verfallen, fahren wir erstmal zur Kulturscheune, die zum Glück nur ein paar Meter entfernt ist. Von dort aus ruft Bibi den ADAC, der mal mit Sicherheit mehr Ahnung hat als wir.
Während wir also auf die gelben Engel warten, treffen auch Wiebke und Inga ein, außerdem werfen mehrere Männer einen kritisch-fachmännischen Blick unter den Wagen, können uns aber auch nicht weiterhelfen. Also weiter warten.
Inzwischen sind mehrere Security und Sanitäter aufgelaufen, was uns ein bißchen Sorgen macht. Wird in Salzgitter so wild gefeiert?
Dann ein Anruf vom ADAC-Menschen: Er ist in genau 3 Minuten da. Ahja. 10 Minuten später ist er dann tatsächlich da.
Mittlerweile ist Einlass, sodass ich nicht mehr viel von den Reparatur-Versuchen mitbekomme, etwas später erstattet Bibi mir dann aber Bericht. Die Benzinpumpe hat einen Defekt, ob das Auto uns noch nach Hause bringt, ist mehr oder weniger Glückssache. Sowas will man zu Beginn eines langen Abends auf jeden Fall nicht hören. Wir versuchen aber, uns nicht entmutigen zu lassen und hoffen das beste.
Erstmal versorgen wir uns mit Getränken und ich freue mich über extrem günstige Longdrinks (Baccardi-Cola 2 Euro).
Die Scheune füllt sich langsam aber sicher und pünktlich um 20 Uhr entern dann Fred und Totte die Bühne. Nullbock begrüßen aber zunächst ihr Publikum, dann darf Totte loslegen mit den "Zwergen". Die Stimmung ist auf jeden Fall von Anfang an super, es wird mitgesungen und gefeiert und obwohl ich gestehen muss, dass die etwas häufiger gespielten Songs nicht unbedingt meine Favoriten sind, hab auch ich 'ne Menge Spaß.
Es geht weiter mit "Marzipan", gefolgt von "Döner" und "Schlecht im Bett".
Bei "Sabine hat auf Sand gebaut..." fordert Totte wie immer zum Sitzpogo auf, ein Großteil des Publikums setzt sich auch tatsächlich auf den Boden, der Pogo fällt aber heute relativ harmlos aus.
Fred kündigt dann den letzten Song an und verabschiedet sich mit "Ich mag mich".
Aber bei der ausgelassenen Stimmung ist es natürlich klar, dass das Publikum die beiden nicht einfach so gehen lässt, und so darf jeder noch eine Zugabe spielen. Fred beginnt mit dem "Herzblatthubschrauber" und Totte sendet einen letzten Abschiedsgruß an alle Raucher mit "4 Meter".
In der Pause kündigt uns Schröders-Mercher Timmey dann an, dass heute alles etwas anders sein wird, und meine erste Vermutung trifft auch sofort ins Schwarze. Sascha ist heute nicht da, deshalb übernimmt O-Lee kurzerhand das Schlagzeug und Timmey den Bass.
So gibt es heute doch eher die Klassiker zu hören, von "Scheissband" als Opener mal abgesehen.
Ich vermisse ein paar Songs, vor allem eben die vom aktuellen Album, aber der Stimmung tut das trotzdem keinen Abbruch. Das Publikum feiert "Bayern hat verloren", "Lass uns schmutzig Liebe machen" und "Frösche weinen nie" wie jedes Mal.
Timmey macht seinen Job übrigens ziemlich überzeugend und auch O-Lee sieht hinter dem Schlagzeug ganz gut aus. Und doch ist es eben nicht das selbe, ich stelle fest, dass Sascha eindeutig fehlt und ich doch lieber alles wieder so wie gewohnt hätte.
Aber für heute kann man da nunmal nichts machen und deshalb an dieser Stelle ganz viel Respekt für den spontanen Ersatz.
Bei "Frau Schmidt" darf Totte dann auch noch Hämpy ablösen und Andre übernimmt den Bass an Stelle von Timmey, so ist die Verwirrung wenigstens ganz komplett. ;-)
Der letzte Song ist dann "Nie wieder Rock'n'Roll" und die Textzeile "...und der Bus ist wieder platt" animiert uns heute zu einem lautstarken "...und das Auto ist wieder platt". Gut, passt nicht so wirklich in den Reim, dafür aber definitiv zu unserer Gemütslage.
Aber auch die Schröders werden nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen, soviel Zeit muss sein.
Da darf dann natürlich auch ein weiterer Klassiker nicht fehlen und so gibt es zum Abschluss noch „Saufen, saufen, saufen“.
Dann ist aber wirklich Schluss und es gibt eine letzte Umbaupause. Wenige Minuten später finde ich mich in der etwas absurden Situation wieder, mit mehreren Frauen vor dem Herrenklo Schlange zu stehen, da die Schlange vor dem Frauenklo mal gleich so lang ist, dass sie durch den gesamten Vorraum reicht. Mal ein kleiner Hinweis an den Betreiber: 2 Toiletten für etwa 200 Frauen sind wohl doch ein bißchen zu wenig. ;-)
Trotz meines geschickten Herrenklo-Manövers verpasse ich aber den Dudelsack auf der Bühne, von dem mir später berichtet wird. Schade drum.
Mit "Wir sind die Böcke" stellen Nullbock dann erstmal klar, wer denn da nun auf der Bühne steht. Der Saal ist mittlerweile wirklich voll, aber nicht zu voll ,also eine wirklich angenehme Atmosphäre zum Feiern.
Mit „Hey Vicky“ und „Politik, Sex und Geld“ folgen auch gleich 2 meiner Favoriten und ein Blick auf die Setliste verrät mir, dass noch weitere folgen werden. Die Setliste ist überhaupt ziemlich lang, was mich natürlich freut, da sind noch so einige Songs dabei, die ich nicht kenne.
Super auch, dass heute wieder der „Punkorama Lovesong“ dabei ist, denn den hab ich schon beim ersten Konzert sofort zu meinem absoluten Liebling erkoren.
Die Band feiert übrigens mal mindestens genauso wie das Publikum, es finden wilde Stagediving-Aktionen statt, BHs werden um die Wette gesammelt (Adri gewinnt heute) und auch sonst ist einiges los auf der Bühne.
Leider fühlt sich Bibi während des Konzerts mehr und mehr unwohl und muss etwa nach der Hälfte raus an die frische Luft.Wirklich schade, denn so als eingespieltes Team haben wir zu zweit auf jeden Fall mehr Spaß.
Es folgt der Ärzte-Song „Junge“, der mir persönlich im Original sehr gut gefällt, aber auch in der Nullbock-Version durchaus annehmbar ist. Ich muss allerdings sagen, dass mir die eigenen Songs doch lieber sind, aber das spricht ja auch nur für die Band, finde ich.
Lustig ist dann auf jeden Fall das Medley aus „Viehcän“ „Kartoffelsupp“ und anderen, ich hatte gar nicht damit gerechnet, diese Perlen heute Abend zu hören. :-)
Toll auch, dass Totte auch nochmal auf die Bühne darf und es noch 2 Muschikoffer-Songs zu hören gibt: „Palma 3000“ und „Alsterstaat“ Auf jeden Fall eine sehr gute Wahl! :-)
Mit dem Hosen-Cover „Wünsch dir was“ ist dann aber auch schon der offizielle Teil zum Ende gekommen, was aber natürlich nicht heißt, dass das Konzert schon vorbei sein muss. Zur Zugabe ist auch Bibi dann wieder da und gemeinsam feiern wir noch „Wir danken euch“ und „Für immer jung“.
Das Konzert ist nun aber wirklich vorbei und da es Bibi immer noch nicht wieder so 100-prozentig geht, beschließen wir, die angekündigte Aftershow-Party auszulassen und uns so langsam von allen zu verabschieden. Das funktioniert leider nur bedingt, denn wir werden ziemlich unsanft und vor allem unfreundlich vor die Tür gesetzt. Hier auch mal ein kleiner Hinweis an alle "Ich-hasse-meinen-Job"-Securitys: Mit ein bißchen Freundlichkeit stößt man möglicherweise auf weniger Widerstand und mehr Verständnis. ;-)
Nichtsdestotrotz wären wir gern noch ein paar Minütchen geblieben, einfach um sich noch ein bißchen zu unterhalten und den Abend nicht ganz so abrupt enden zu lassen.
Wir machen uns also auf den Weg zum Auto und sind überaus erleichtert, dass das komische Geräusch beim Anlassen nicht mehr ganz so komisch klingt. Dazu noch ein bißchen Musik, und schon hört man gar nicht mehr, dass etwas kaputt sein könnte. Die absolute Frauentaktik. ;-)
Unser nächster Halt ist dann die Raststätte Schwarmstedt, wo es für mich das schon fast traditionelle Rührei gibt, Bibi entscheidet sich hingegen für den klassischen Mantateller.
Gut gestärkt treten wir dann den letzten Rest der Strecke an, und glücklicherweise lässt uns das Auto auch nicht im Stich, sodass wir wohlbehalten zu Hause ankommen.

-Micha

Fotos von Fred und Totte
Fotos von den Schröders
Fotos von Nullbock