Speedswing, Pinkspots und der Hutclub und Jordan's Drive in Dortmund (FZW)

Freitag, 10. Oktober 2008 - Micha

Heute zieht es uns mal wieder ins FZW nach Dortmund, denn dort findet das „Jump, Jive&Wail“ Swing-Festival statt. Das allein ist ja schon Grund zur Freude, aber als eine von drei Bands sind auch noch Jordan's Drive angekündigt, die wir alle wirklich gerne mögen. Ende 2005 hatten wir die symphatischen Dänen das erste Mal live gesehen, seitdem auch das ein oder andere mal wieder, aber dann gab es eine lange Pause. Auch bei Jordan's Drive hat sich in der Zwischenzeit einiges getan, der Sänger Mr. Silver hat die Band verlassen, Gitarrist Jaco McPhearson übernimmt nun auch den Gesang. Vor ein paar Wochen erschien dann das neue Album „Bad Hair Day“ und nach den Hörproben auf myspace war für mich klar, dass ich die Band unbedingt mal wieder live sehen muss.
Es ist also ein mehr oder weniger sonniger Freitag, Robert holt mich von der Arbeit ab und nach einer kleinen Fast Food-Stärkung machen wir uns auf den Weg Richtung Dortmund, wo wir uns mit Nadine treffen wollen.
Dann eine SMS von Nadine: Sie wurde in Ostbevern (Kuhkaff zw. Osnabrück und Münster) aus dem Zug geschmissen, die Strecke ist komplett gesperrt und keiner weiß, wie es weiter geht.
Wem sowas schonmal passiert ist, der weiß, wie lange das dauern kann. Sehr lange. Länger, als ein vernünftiger Mensch für möglich halten würde.
Dass Nadine es nicht mehr pünktlich schafft, ist jetzt schon klar, deshalb fahren wir erstmal zum FZW.
Der Einlass findet etwas verspätet statt, wir wundern uns sowieso, dass noch nicht wirklich was los ist, aber das wird schon noch, denken wir.
Für Nadine geht es nach unfassbaren 2 Stunden Wartezeit weiter mit dem Bus Richtung Münster, bei uns startet derweil die erste Band „Speedswing“ aus dem Ruhrpott.
Der Name ist Programm, die Band hat mit 5 Bläsern eine wirklich fetten Sound, dargeboten wird eine Mischung aus Ska und Swing, die mir doch recht gut gefällt.
Leider spielt die Band vor bisher etwa 30 Leuten, was schon ein bißchen schade ist, denn beim anwesenden Publikum kommen die Songs sehr gut an. Es gibt sowohl eigene Songs wie auch Cover zu hören, deutsch und englisch, alles sehr abwechslungsreich und kurzweilig. So gibt es z.B. einen Song über Brokkoli und außerdem ein Cover von den Dead Kennedys.
Getanzt wird auch schon eher zaghaft, dafür aber umso schöner, Tanz des Abends ist nämlich der Lindy Hop.
Nach einer guten Stunde sind „Speedswing“ mit ihrem regulären Programm am Ende, dürfen aber nochmal für eine Zugabe zurück auf die Bühne.
Danach eine kurze Umbaupause, von Nadine die erleichternde Nachricht, sie ist gleich in Dortmund.
Mittlerweile macht sich der „Hutclub“ bereit, wartet aber noch auf ihre Sängerinnen, die „Pinkspots“. Kurze Zeit später sind auch die gefunden und entern die Bühne. Die 3 sind wirklich süß wie Zuckerwatte und sehen mit ihrem Kostümen und Frisuren absolut authentisch aus.
Auch Nadine hat endlich zu uns gefunden, worüber ich wirklich froh bin, denn zwischenzeitlich war sie kurz davor, umzudrehen und wieder nach Hause zu fahren, was ich auch sehr gut verstehen kann. Aber glücklicherweise sind wir ja noch trotz der deutschen Bahn überall angekommen und so soll es auch weiterhin bleiben.
Dargeboten wird Swing ganz im Stil der 30er Jahre, ein völliges Kontrastprogramm zur ersten Band, aber nicht weniger schön.
Auch hier gibt es sowohl deutsches als auch englisches zu hören, auch so einiges bekanntes wie z.B. der Klassiker „Bei mir bist du schön“.
Aber auch eigene Songs wie „Rentnersein“ oder „Wunderschöner Tag“ könnten direkt aus den 30ern stammen. Besonders gut gefällt mir auch „Lug und Trug“, ein Song, der nach Aussagen der Band von Hildesheim handelt.
Mit einer lustigen Cover-Version von Lollipop besingen sich „Hotspot“, „Beautyspot“ und „Lollyspot“ einfach mal selbst und der Klassiker „My and my shadow“ kommt auch auf deutsch super an.
Natürlich dürfen auch die Pinkspots noch eine Zugabe geben, die haben sie sich aber auch wirklich verdient nach so einer perfekten Show.
Dann gibt es wieder eine kleine Umbaupause und die Herren von Jordan's Drive stehen in den Startlöchern, heute leider ohne ihren Saxophonisten John Diboy, der dieses Wochenende verhindert ist. Das Saxophon wird ersetzt durch eine Posaune, und schon kann der Spaß losgehen.
Mittlerweile ist auch das FZW etwas voller geworden, und es haben sich noch mehr tanzfreudige Menschen eingefunden, darunter nun auch die Pinkspots im Publikum.
Passend zum Festival darf natürlich heute „Jump, jive and wail“ nicht fehlen und auch andere Klassiker wie „Hit the Road, Jack“ haben den Weg ins Programm gefunden.
Da ich die Band heute das erste Mal in dieser Besetzung sehe, bin ich natürlich auch gespannt, wie sich der Wechsel des Sängers denn so auswirkt, aber ich muss sagen, Jaco macht seinen Job wirklich gut und auch die Show ist so energiegeladen und lustig wie immer.
Kompliment auch an die Aushilfs-Posaune, der zwar teilweise vom Blatt abspielen muss, aber seine Sache trotzdem sehr gut macht.
Es folgt einer meiner absoluten Lieblingssongs: „ I will let you go“, sowie natürlich auch vieles vom neuen Album, unter anderem „Bad hair day“ und „Hey Fats“.
Die 5 stecken mit ihrer guten Laune und der wunderschönen Musik so an, dass Nadine und ich gar nicht mehr aufhören zu tanzen, was wirklich enorm Spaß macht.
Besonders freue ich mich auch über „We jive you crazy“, ein Song, der absolut Programm ist.
Bei einem Schlagzeug-Solo ist Schlagzeuger Pedro dann so energisch, dass er kurzerhand das Fell der Bassdrum zerschlägt und erstmal ein neues aufziehen muss.
Das bedeutet aber noch lange keine Spielpause für den Rest der Band, der es sich am Bühnenrand gemütlich macht und mit einem ruhigen Stück die Zeit überbrückt.
Das Konzert ist leider auch viel zu schnell vorbei, doch natürlich bitten wir die Dänen noch einmal zurück auf die Bühne.
Zu „Can't take my eyes off of you“ können wir noch einmal unsere letzten Tanzkräfte mobilisieren, bis es dann endgültig Abschied nehmen heißt. Ehrensache, dass wir noch schnell am Stand vorbei schauen, ein paar Worte mit den Jungs von Jordan's Drive wechseln und natürlich die neue CD kaufen.
Da es aber mittlerweile auch schon recht spät geworden ist, machen wir uns dann auf den Heimweg.
Rückblickend muss ich nocheinmal sagen, wie viel Spaß dieser Abend gemacht, was vor allem an dem sehr abwechslungsreichen Line-Up lag, deshalb an dieser Stelle auch mal ein Kompliment an das FZW. :-)

-Micha

Fotos von Speedswing
Fotos von Pinkspots und der Hutclub
Fotos von Jordan's Drive