Boppin' B und The Sinners in Hamburg (MarX)

Dienstag, 9. Dezember 2008 - BiBi

Warum musste ich heute Morgen mit einem entzündeten Hals aufwachen? Das ist gemein, ich wollte das Jahr eigentlich ohne eine weitere Erkältung beenden. Aber nee, da kannst du aufpassen, wie du willst…da niest dich eine im Amt an und zack – einen Tag später bist du selber leidend. Aber nicht mit mir…soll’s doch wehtun im Hals, das ignorier ich. Blöd, dass das nur so auf die Stimmbänder schlägt. Aber auch das soll mir egal sein.

Um kurz nach 17 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Hamburg, um sowohl die Sinners als auch Boppin’ B wieder zu sehen. Ich freu mich so sehr, denn auch die Micha ist endlich mal wieder am Start, wir haben uns eine Weile nicht mehr gesehen und wollen einfach einen schönen Abend haben. Sie fährt aber direkt von der Arbeit mit dem Zug nach Hamburg, so dass ich erstmal allein reise. Bei uns eisregnet es, die Straßen sind rutschig…bäh. Aber schon fünf Kilometer später ist alles vorbei, Wetterumschwung deLuxe:)

Ich bin zeitig aufgebrochen, da die A 1 momentan mit Baustellen übersät ist. Der Ausbau auf sechs Spuren hat endlich angefangen. Und man hört jetzt halt täglich von kilometerlangen Staus. Daher plane ich lieber etwas mehr Zeit ein…und komme ganz ohne Stau durch…dadurch bin ich superfrüh in Hamburg, muss noch über eine halbe Stunde warten, bis Micha ankommt. Aber ich freu mich, denn ich finde fast direkt vor dem MarX einen Parkplatz. Der ist kostenlos, denn es ist schon nach 18 Uhr…viel Geld gespart, das benachbarte Parkhaus hätte 12 Euro gekostet.

Ich simse und telefoniere aus Zeitvertreib und erschrecke, als Micha zurück simst: Der Zug steht, keine Ahnung, wann es weitergeht…och nee. Natürlich…das einzige Mal, dass ich keine Eintrittskarte habe, sondern sie die besorgt hat…hm…naja, keine Panik, Einlass ist 20 Uhr, ist ja noch eine Weile hin. Und dass ich dringend mal auf Toilette müsste, ignoriere ich – solange es geht…doch als sich die Verspätung als doch nicht unerheblich herausstellt, mache ich mich auf den Weg, die steilen Treppen zum Marx zu erklimmen…es ist kurz vor 20 Uhr, der Einlass hab begonnen und ich erkläre meine Not…ich komm auch wirklich, wirklich sofort wieder raus, aber lasst mich auf Klo :)
Der Mann am Einlass ist supernett und winkt mich sofort durch – und prompt laufe ich erstmal dreiviertel der Sinners und einem Fünftel der Boppins in die Arme…aber viel Zeit für Erklärungen ist nicht, ich stürme durch auf die sanitären Anlagen…ah, wie gut das tut…

Danach mache ich mich brav wieder auf den Weg raus aus dem Club, erkläre dem einen oder anderen, warum…aber der Türsteher sagt, ich soll drin bleiben und kann meine Karte vorzeigen, wenn meine Freundin da ist. Sooo nett, vielen Dank! Die Leute vom MarX sind sowieso alle spitze!
Also geh ich schon mal in den Konzertraum, der noch äußerst leer ist…und nun dauert es auch nicht mehr lang und die Micha stürmt herein, juchhuh:) – nach einer ausführlichen Begrüßung macht sie sich noch eben auf den Weg zu meinem Auto, um Klamotten wegzubringen und ich zeig am Eingang meine Karte vor…und nun geht’s Schlag auf Schlag…lauter nette Freunde und Bekannte kommen und wollen begrüßt werden – unter anderem auch Fred Timm von den Monsters of Liedermaching, der sich heute einen schönen Abend bei gutem Rock’n’Roll machen will. Großes Hallo auf allen Seiten.
Micha und ich sind auch noch total am Quatschen – haben uns so viel zu erzählen – als plötzlich die Sinners dann loslegen. Wir sind beide etwas überrumpelt und brauchen einen Moment, um jetzt auf Konzertmodus umzuschalten.
Aber die Sinners starten nicht gerade langsam, sondern gehen gleich in die Vollen…“Jump jive and wail“ als erstes, gefolgt von „Rama Lama Ding Dong“. Sie lassen das Hamburger Publikum, das sich schon zahlreich eingefunden hat, schön mitsingen und alle haben Spaß. So auch bei „Crazy little Mama“ oder „The last time“. Dann ist Weihnachtszeit – schön:) – mit „St. Claus is coming to town“. Mit viel Herzschmerz geht es weiter „Helpless falling in love“ oder „Fools fall in love“. Leider wird auf der Setlist „Rudolph“ ausgelassen, hätte ich mal wieder gern live gehört. Aber „Viva Las Vegas“ ist auch recht. „Gloria“ sowieso, ist immer noch eins meiner liebsten Songs der Sinners. Das kann man auch vom folgenden „BoogieWoogie Country Girl“ sagen.
Die Stimmung ist super, der Saal tanzt. Das ganze wird ja auch auf www.ligx.de live übertragen (und ist dort danach dann als Aufzeichnung weiterhin anguckbar). Die Sinners gehen ins Finale mit „Road to nowhere“, „Take a chance“ sowie „I’m on fire“. Wobei ich bei diesem Song immer nur wackelnde Augenbrauen vor mir sehe – wer die alten Boppin’ B-Clips auf YouTube mal anschaut, weiß, was ich meine…
Mit „Come on“ beenden die Sinners ihren schönen Auftritt dann…huch, ist die Zeit wieder schnell vergangen.
Ich nutze die Umbaupause, um mal schnell wieder für kleine BiBis…ne? ;) – aber dann geht’s auch schleunigst weiter mit der Scheisskapelle aus Aschaffenburg. Inzwischen ist es schon wieder sehr heiß im MarX und der Laden echt gut voll…für einen Dienstagabend finde ich das absolut in Ordnung.
Auch heute kann sich die Setlist wieder durchaus sehen lassen und die Boppin-Bande legt gleich mal los mit „Rock’n’Roll“ und legt mit „Sh-Boom“ nach. Schade ist es, dass Thomas bei der kleinen Bühne in den Hintergrund verbannt wurde. Er musste den ganzen Abend Ärsche gucken…
Nach „The only way“ folgt das inzwischen seltener gespielte und schon arg vermisste wunderschöne „Radio“, gefolgt von „Honey Hush“…yeah, Hiho Silver, sag ich da nur.
Dass die Hamburger laut „Scheisskapelle“ brüllen können, beweisen sie beim gleichnamigen Lied. „Wild saxophone“, „Mädcheninternat“ und „Take me away“ kommen höllegut beim Publikum an. Die Männer auf der Bühne sind auch absolut blendend gelaunt. Golo führt uns seine Augenbrauen-Gymnastik vor, die Plaudereien auf der Bühne führen wieder von einem zum anderen…und trotzdem kommt die Musik nicht zu kurz. „Chemical reaction“ ist immer so mein Song, um verstärkt zu fotografieren. Bei „Hand in Hand“ bin ich dann schon wieder aktiver – aber irgendwie ist mir nicht gut…es ist superheiß, okay, das ist im MarX normal. Aber warum so ein Turbo in meinem Magen kreist, verstehe ich nicht…ich hab lediglich ein alkoholfreies Bier getrunken. Es fällt mir immer schwerer, bei der Sache zu bleiben, trotz tollen Songs wie „“I can’t dance“, „Just rocking“, „King of Bongo“ oder „How low will you go“. „If you believe“ bekomme ich noch mit, dann entschließe ich mich aber, doch mal den Saal kurz zu verlassen. Dadurch verpasse ich leider ein paar tolle Lieder, besonders um „Fools fall in love“ tut es mir sehr leid, aber ging nicht anders. Aber irgendwann habe ich mich dann des alkoholfreien Biers entledigt und schwupps – geht es mir wieder besser. Also schnell zurück zur Bühne und bei „Ubangi stomp“ weiterfeiern…alles wieder gut:)

Weiter geht es mit „Radio day“ und „I kissed a girl“ – großartig. Bei „Runaround Sue“ singen die Hamburger so laut, dass man es sicher noch am anderen Ende der Stadt hört. Ich versuche mich, etwas zurückzuhalten, denn meine Stimme ist eh schon total angeschlagen und ich hab am folgenden Tag ein Vorstellungsgespräch, da macht sich das ja auch nicht so gut. Aber zwischenzeitlich vergesse ich mich dann auch immer und brüll einfach mit. Die Micha gibt auch alles, steht keine Minute still, hüpft und tanzt. Auch ihr macht der Abend sichtlich Spaß.

Mit „The Bop won’t stop“ endet erstmal das Hauptset, die Band verschwindet hinter der Bühne, aber nicht lange. Natürlich will Hamburg mehr und bekommt mehr. Zwei Zugabeteile folgen mit diversen Stray Cats-Klassikern, den Ramones-Knallern „Blitzkrieg Bop“ und „Rockaway Beach“. Aber auch „Save my soul“ und „Hod Rod Girl“ gibt es noch auf die Ohren. Doch dann ist leider wirklich alles wieder vorbei…Das Publikum tummelt sich aus dem Saal, wir bleibe noch ein bisschen, aber auch nicht zu lang, denn wir wollen mal gucken, was im Foyer so los ist. Ah, nette Leute sitzen dort herum beim SmallTalk, also hocken wir uns dazu und haben noch eine Menge Spaß bei lustigen Unterhaltungen. Ein gewisser Liedermacher hat auch einen sehr guten Abend gehabt und wir bedauern sehr, als er gehen muss…aber man kann es verstehen, er hat am nächsten Tag noch einen wichtigen Termin ;)

Wir beweisen heute extremes Sitzfleisch, aber die Zeit ist auch echt so schnell verflogen – und wir sind ganz überrascht, dass es zwei Uhr ist, als wir den Club mit der Band zusammen verlassen. Die Sinners sind leider schon früher gegangen, da auch auf sie am nächsten Morgen dringende Verpflichtungen warten.
Micha und mir fällt ein, dass die letzte Mahlzeit mal schon 12 bis 14 Stunden her ist und so steuere ich den Rastplatz Stillhorn an, um einmal mehr Curry-Pommes mit Ketchup-Bratwurst zu essen. Das scheint eine Spezialität dort zu sein – und was sollte der ganze Curry auch auf der Wurscht…auf den Pommes macht der sich doch viel besser *gg* - Micha findet es schon spät genug, sich ein Frühstück mit angeblich fünf Rühreiern zu bestellen…ich würde mal sagen, entweder sind die Eier von Küken gelegt worden – oder aber der Koch hat es nicht so mit dem Zählen. Whatever, irgendwann geht’s weiter, schön vorsichtig, die Straßen sehen teilweise glatt aus und irgendwann nach vier Uhr sind wir dann auch wohlbehalten zurück in Fischerhude…und sind beide der einhelligen Meinung: Dieser Abend war einfach Spitze:)

- BiBi -

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