Die Schröders und Planet Emily in Hamburg (MarX)

Freitag, 12. Dezember 2008 - Micha

Zum zweiten Mal in dieser Woche sitze ich im Zug nach Hamburg, dieses Mal sogar ohne nennenswerte Verspätung. Ein Hoch auf die Bahn.
Hoch.
Wie immer treffe ich mich mit Bibi vorm Parkhaus, Zeug im Auto verstauen, und ab zum Marx.
Als wir dort um die Ecke biegen, machen wir erstmal ziemlich große Augen. Bis weit auf den Bürgersteig stehen hunderte Menschen. Was geht? Die können doch alle unmöglich zu den Schröders wollen...ihr Outfit bestätigt das auch: lange Haare, schwarze Klamotten...nee, definitiv keine Punkrocker. ;-)
Auf Nachfrage erzählt man uns, dass heute in der größeren Markthalle Opeth spielen. Fragezeichen in unseren Gesichtern. „Die machen böse Musik“. Aha, soso.
Wohl oder übel müssen wir uns also in die Schlange einreihen, da es für beide Konzerte nur einen Einlass gibt. Aber immerhin kriegen wir nette Gesellschaft, Neu-Hamburger Chris ist heute natürlich auch am Start und so gibt es ein freudiges Hallo.
Kurz nach 20 Uhr beginnt dann auch der Einlass, was aber einfach nur ewig dauert...als wir dann in Sichtweite des Eingangs kommen, wird uns auch klar, warum. Jeder wird einzeln durchsucht und abgetastet. Scheint ja wirklich böse Musik zu sein. Als wir dann an der Reihe sind, wird Bibi erstmal ihre Wasserflasche abgenommen und dann wird von ihr ein Fotopass verlangt. Schon wieder ratlose Gesichter. Dann die Frage, ob wir denn auf der Gästeliste stehen. Verzweifelte Erklärungsversuche unsererseits: "Wir wollen doch bloß zu den Schröders." Achso, ja dann wäre alles ok, wir dürfen durch. Nach gefühlten 5 Stunden sind wir also endlich im Marx angekommen. Im Foyer ist es rappelvoll, weshalb wir uns gleich in den Konzertraum verkrümeln. Nach und nach trudeln auch ein paar bekannte Gesichter ein, der Saal füllt sich.
Support sind heute Planet Emily, eine junge Band aus Hannover, die dann auch so gegen 21 Uhr starten.
Die meisten Songs kommen ziemlich rockig daher, mit einer Prise Punk und deutschen Texten. So singt Caro z.B. von One Night Stands oder auch dem Paradies, das Gitarrist Lennart in Südafrika entdeckte.
Am besten gefällt mir der Song 10000 Volt, eine Nummer mit Ohrwurm-Garantie.
Alles in allem geben die 4 eine solide Leistung ab und hinterlassen bei mir einen durchaus positiven Eindruck.
Da ich aber die Schröders eindeutig viel zu lange nicht gesehen hab, wird es nun doch Zeit für den Hauptact des Abends.
Opener ist wie immer "Scheissband", dann gibt es eine kleine Überraschung. Neu im uns bekannten Programm ist "Tag der offenen Tür", auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung.
Ansonsten hat sich allerdings nicht viel an der Setlist geändert, es gibt wie immer die Klassiker "Wie gehts, wie stehts", "Lalala", "Bayern", "Frösche" und viele mehr. Auch die Favoriten vom aktuellen Album sind dabei und ich muss sagen, dass gerade diese Songs auch immer noch zu meinen liebsten gehören.
Die Stimmung ist heute auch sehr gut, der Laden ist gerammelt voll, was leider auch bedeutet, dass es zeitweise auch mal recht anstrengend werden kann. Der Pogo fällt ja in Hamburg sowieso irgendwie immer heftiger aus, doch zum Glück hat sich Chris heute bereit erklärt, mein persönlicher Pogo-Puffer zu sein. ;-)
Das funktioniert auch ziemlich gut, danke nochmal dafür! :)
Bei "Frösche" wird natürlich wieder lauthals mitgesungen, heute setzen sich sogar alle auf den Boden, was beinahe andächtig aussieht. Auf jeden Fall ein schönes Bild.
Heute wird auch gestagedived, ein junger Mann übertreibt es allerdings etwas und hängt sich an die Deckenbeleuchtung und die Heizungsrohre. Das sieht zwar zunächst ganz lustig aus, hat aber Folgen. Dazu später mehr. ;-)
Der selbe junge Mann verschafft uns dann auch eine Bierdusche, also ich sag mal, wenn schon scheiße, dann mit Schwung. Aber auch das kann er später tatsächlich noch toppen.
Musikalisch geht es aber erstmal weiter mit meinem geliebten "Banküberfall", gefolgt von "Thomas" und "Schrei".
Die letzten beiden Songs sind dann wie immer "Frau Schmidt" und "Heute hier, morgen dort".
Aber bei der Stimmung sind Zugaben natürlich vorprogrammiert, und so entern die Schröder erneut für 3 Songs die Bühne.
Wir freuen uns über „Mädchen wie wir“, „Tod in der Nordsee“ und „Liebeslied“.
Die Hamburger und Zugereisten finden allerdings, dass 3 Songs einfach zu wenig sind und fordern mehr.
Da lassen sich die Schröders nicht zweimal bitten, obendrauf gibt’s noch „Saufen“, „Lindenstraße“ und „Nie wieder Rock'n'Roll“.
Nun ist das Konzert endgültig vorbei, was aber unseren auffälligen jungen Mann nicht davon abhält, sich noch ein letztes Mal von der Bühne zu stürzen. Offensichtlich kann er sich aber nicht mehr so richtig koordinieren und schmeißt dabei Burgers Gitarre um. Der Hals bricht und das gute Stück ist hinüber.
Glücklicherweise sind relativ schnell Mitarbeiter des Marx zur Stelle, die den Übeltäter erstmal auf die entstandenen Schäden an Rohren und Gitarre hinweisen. Dieser weiß sich wohl nun auch nicht mehr zu helfen und fängt mal spontan an zu heulen. Großes Kino.
Wir bleiben noch ein bißchen im Marx und gehen dann auch mal nach draußen ins Foyer gucken, dort ist es aber immernoch sehr voll, weshalb wir uns von allen verabschieden und was essen fahren.
Alles in allem kann man wohl sagen, dass der Abend in etwa dem entsprach, was wir uns von einem Schröders-Konzert in Hamburg erwartet haben: Stressiger Spaß. ;-)

-Micha

Fotos aus Hamburg