Götz Widmann, Fred Timm und Pensen in Hamburg (Logo)

Samstag, 27. Dezember 2008 - BiBi

Eigentlich eher etwas kurzentschlossen ging es am Tag nach Weihnachten nach Hamburg – mal wieder *lach* - wir sollten uns echt langsam nach einer Zweitwohnung dort umgucken. Ich war das dritte Mal in diesem Monat dort, Micha sogar schon das vierte Mal.
Kurzentschlossen, weil wir nicht schon seit Monaten wissen, dass wir zu einem der drei hintereinander stattfindenden Konzerte von Götz Widmann und Fred Timm fahren werden. Ich hatte zwar immer mal drüber nachgedacht, aber allein kam es dann doch nicht für mich in Frage. Den Ausschlag gab dann zum einen, dass die Micha eh schon von Weihnachten bis Neujahr bei ihrer Familie in Bramsche ist und somit eine wesentlich kürzere Anreise hatte und zum anderen, dass Pensen ebenfall bei diesem Konzert auftreten sollte. Somit waren ein Drittel der Monsters of Liedermaching im Logo – und wir denn eben auch:)

Micha holte ich spätnachmittags vom Bahnhof im Nachbarort ab und wir starteten gleich nach Hamburg, ohne Zwischenstopp. Der Verkehrsgott war uns hold, es gab keinerlei Staus auf der vielbebauten und –befahrenen A 1, und ich fand sofort in der Grindelallee einen Parkplatz vis à vis vom Logo…oh lucky day. Da es erst 18 Uhr war, verschlug es uns ins gegenüberliegende Bistro…einen Tisch am Fenster ausgesucht und in Ruhe eine Kleinigkeit gegessen und getrunken, dabei die Logo-Tür beobachtet. Erst nach 19.30 Uhr zeigten sich dort die ersten Einlasswilligen – also zockelten wir auch mal über die Straße und meinten, noch 20 Minuten in der Kälte warten zu müssen. Aber nein, irgendwann ging die Tür auf und drinnen im Vorraum standen schon Leute, die ebenfalls warteten…okay, drinnen ist wärmer, also alle rein. Störte auch keinen, obwohl noch Soundcheck auf der Bühne lief. Als wir dann den Hauptraum betreten durften, war ich doch etwas überrascht, dass keine Bänke oder sonstiges vor der Bühne stand…damit hatte ich doch stark gerechnet. Hm…Liedermaching im Stehen – irgendwie doof. Also sicherten Micha und ich uns die ganz rechte Bühnenseite und hockten uns eben dort hin…so hatten wir einen exzellenten Seitenblick auf die drei Mikros, die da aufgebaut waren. Prima - nun könnte es losgehen, aber nein, noch war der Laden ja ziemlich leer und so ging es ja nicht. Aber dann irgendwann nach 21 Uhr war es soweit…das Logo knackevoll, viele Leute hockten links auf der Bühne oder an der Rückwand, noch viel mehr hockten auf dem Fußboden vor der Bühne, der Rest stand eben dicht gedrängt dahinter…es ging los. Fred und Götz kamen auf die Bühne und erklärten kurz den Ablauf. Erst Pensen, dann Fred, dann Götz, dann Rauchpause – für die, die sich ans Rauchverbot halten würden (was eigentlich die wenigstens waren, denn schon zu diesem Zeitpunkt war die Luft komplett verqualmt). Nach der Pause dann wieder Fred, dann Götz und dann so, wie das Publikum verlangt *g* - guter Plan.

Nun startete aber erst mal unser heißgeliebter Pensen, den wir seit der Schröders-Frühjahrstour so sehr als Solo-Künstler schätzen gelernt haben – und auch heute enttäuschte er uns nicht. Hatte er doch seine Bumm-Gitarre dabei und stellte sie erstmal dem restlichen Publikum vor. Aber dann legte er auch schon los mit „Nur drei Akkorde“ und legte nach mit „Geh mir aus der Sonne“ – das rockte schon dermaßen, dass er mal eine Saite zersemmelte. Okay, da keine Ersatzgitarre bereit steht, musste er nun eine neue Saite aufziehen. Aber in der Zeit ließ er das Publikum agieren, dachte sich ein bisschen Text aus und nach der Melodie von „Lady in black“ sangen wir laute AAAAs.
Dann war alles wieder repariert und weiter ging es mit „Mein Schwan“ und „Fass mich an die Füße“.
„Schwach sein“ kam richtig gut rüber…Pensen wurde vom feinsten ausgebuht und auch hinterher gab es Buh-Rufe anstelle Applaus. Dafür wurden wir mit „Blasenschwäche“ belohnt, wo das Publikum aber nicht wirklich die Ansage verstanden hatte, dass man nur EIN EINZIGES Mal NEIN rufen soll. Nun gut…unter großen Applaus verließ Pensen dann die Bühne und machte Platz für Fred Timm…Der stimmte erstmal das Geburtstagslied an, das ich von den Monsters kenne – jaaaa, weil ja Jesus Geburtstag hatte. Sehr schön…die Zuschauer brüllten laut PROST und das Logo bebte.
Dann hatte ich Gelegenheit, mir ein Loch in den Bauch zu freuen, denn einer meiner allerliebsten Songs vom Fred gab es live: „Heilige Nacht“. So geil, aus voller Kehle sang ich mit und auch Micha, die komplett auf der Bühne hockte, fand es großartig. Aber so gut ging es auch weiter…ein ganz neuer Song von Fred folgte: „Langeweile“ (jetzt auch ganz frisch auf Maxi-Single von Fred mit drei weiteren Songs erhältlich;)
Dann wieder ein Klassiker „Nie mehr Beischlaf“, hach, hab ich das lang nicht mehr live gehört. Ein weiteres älteres Stück, aber auch noch nicht so oft live gehörtes folgte (auch auf der Maxi drauf): „Opas Grab“. Da bleibt das Lachen doch oft im Halse stecken…
Mit „Durchschnitt“ peitschte die Stimmung wieder richtig nach oben – und ein cooler Schachzug vom Fred, der das Publikum im Song dann „Stille Nacht“ singen ließ. Da war es wieder, dieses vergangene Weihnachtsgefühl.

Doch nun verabschiedete sich auch Fred und Götz Widmann startete. Für mich eine Premiere, ich hab ihn noch nie live gesehen und war gespannt. Natürlich waren Micha und ich nun im Nachteil, denn jetzt war Mitsingen für uns nicht mehr drin, da wir Götz’ Songs nicht kennen. Aber dafür war der größte Teil des Publikums ja textsicher.
Götz startete mit „Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A 4“ und dann gab es in loser Reihenfolgen „Politiker beim Ficken“, „Die zarte Artischocke“, „Süffelmann“, „Origineller Text“ (nach der Melodie von Living next door to Alice *lach*). Zwischendurch trug er einen Text namens Klimakatastrophe von seinem neuesten Album vor, nicht, ohne vorher explizit mitzuteilen, dass das ganze nicht ganz ernst gemeint wäre. Er hatte wohl einige böse Briefe deswegen erhalten.
Einen Song von dem Album gab es auch: „Die dritte Hand“. Lustig war dann, als Götz die Gitarre zur Seite stellte und orientalische Laute nachahmte und das Publikum den Song „Der Esel“ sang. So was hab ich auch noch nicht miterlebt:)
Auch „Die Zaubersteuer“ und „Kamikaze-Fraun“ wurde heftig gefeiert. Dann verabschiedete Götz sich in die Pause.
Wir machten keine Anstalten, unseren Platz zu verlassen. Es ging eh nicht, da ja niemand zum Rauchen raus musste, war es weiterhin rappelvoll und so harrten wir aus, bis es weiter ging. Fred kam auf die Bühne und holte sich gleich Pensen dazu und beide zusammen gestalteten das Programm weiter. Fred behauptete, er sei „Schlecht im Bett“, Pensen fragte „Haste mal“. „Zwiebelmett“ kam ebenso super an wie „Pure Emotion“. Micha und ich freuten uns total, als es „Blauer alter Freund“ mal wieder gab – beim „Schlittschuhlied“ sind wir sowieso immer glücklich.
Bei der „Reinen Poesie“ hatte Pensen die Aufgabe, die Glöckchen, die sonst von allen Monsters-Kollegen geklingelt werden, allein zu schwingen. Trotzdem ihm die Dinger teilweise abstürzten, bekam er das ganz wunderbar hin und wurde mit reichlich Applaus überschüttet. Dann sang er noch eines unserer liebsten „Ich muss weg“.

Nun war es Zeit für Götz’ nächsten Durchgang. Er startete mit der „Chronik meines Alkoholismuss“ und erzählte „Hank starb an einer Überdosis Hasch“. Dann holte er sich Pensen zur Verstärkung und sang mit ihm „Ich schäme mich beim wichsen“ und „Wir werden es bereuen wenn die Jahre dann vergehen“. Nun kam auch noch Fred dazu und es ging weiter mit „Ich liebe mich“ zu dritt ;)
Dann machte Götz allein weiter und brachte das Logo völlig zum Ausflippen – beim Liedermaching Extrem-Pogo hab ich auch noch nicht erlebt und war froh, schön in der Ecke auf der Bühne zu hocken, denn vor der Bühne ging es heftig her bei „Landkommunenhippie“. Beim Heyananana konnte aber auch ich laut mitsingen. „Die zwei Trauben“, der folgende Song, war dann auch sogar mir bekannt. Sollte dies nun das letzte Lied sein, protestierte das Publikum natürlich lautstark und forderte Zugabe. Götz blieb auch gleich auf der Bühne, Fred und Pensen kamen dazu und weiter ging es mit „Ich brauch Personal“, von Pensen gesungen. „Interesse ist gut“ hatte dann wieder interaktive Mitmachteile fürs Publikum. „Carola“ von Fred eigentlich auch, aber das war dem Publikum wohl nicht unbedingt so geläufig.
Nun war wieder Götz dran und forderte „Ne Frau, die sich mich leisten kann“. Und berichtete, er wird auf jeden Fall „Älter als Curt Cobain“. So als Abschluss war dann sicher „Morgens um acht“ von Fred gedacht, aber das wollte das Publikum immer noch nicht und so gab es weitere Songs. Abgeschlossen wurde das ganze von „Eduard, dem Haschischhund“ – und das war dann auf jeden Fall auch mein Lieblingssong von Götz. Ich bekam mich vor Lachen kaum noch ein, absolut genial. Das Publikum bellte und heulte und alle waren glücklich oder betrunken oder bekifft oder alles auf einmal.

1 Uhr morgens und alles war vorbei, aber es war großartig. Auch wenn die Alkoholleichen doch etwas erschreckend waren (Leute, die sich nach dem Konzert auf dem Fußboden in Scherben rumwälzen, sind mir halt suspekt) und unsere Klamotten heftigst nach Rauch stanken, war es ein genialer Abend. So lässt man Weihnachten doch gern ausklingen.

Nun mussten wir natürlich erst einmal die Maxi vom Fred inspizieren (noch mal vielen Dank dafür, mein Lieber!) und beschlossen dann irgendwann, uns auf die Socken zu machen. Pensen erzählte beim Verabschieden, dass es die beiden vorherigen Tage ebenso voll (am zweiten Weihnachtstag sogar noch voller) gewesen wäre. Das ist doch eine großartige Sache und macht Lust darauf, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Dann kann ich Eduard mit Sicherheit auch mitsingen:)

Wir machten dann noch eine kleine Sightseeing durchs nächtliche Hamburg, freuten uns wie immer über den tollen Ausblick, wenn man aus dem Elbtunnel kommt und den Hafen sieht und hielten an der Raststätte Hollenstedt an, um uns Rühreier einzuverleiben. Micha hat mich mit ihrer Leidenschaft dafür langsam angesteckt *gg* und nach den ganzen weihnachtlichen Braten war so ein vegetarischer Tag dann auch mal okay.
Irgendwann nach vier Uhr waren wir daheim, haben noch eine ganze Weile gequatscht und waren uns einig: Das war ein rundherum gelungener Abend!
(An dieser Stelle mal ganz liebe Grüße von uns an Pensen Mama…ich hoffe, bei nächster Gelegenheit lernen wir uns mal kennen!)

- BiBi -

Zu den Fotos von Götz, Fred und Pensen - alle in einem Album zu finden, weil trennen da sinnlos gewesen wäre…