Monsters of Liedermaching in Düsseldorf (ZAKK)

Dienstag, 24. Februar 2009 - Micha

Es ist Rosenmontag, ganz Düsseldorf feiert, nur wir zwei Ungläubigen halten uns von dem ganzen Trubel fern, um uns stattdessen auf den Weg zum ZAKK zu machen. Hier spielen morgen die Monsters, und wir wollen uns noch schnell die Karten zum VVK-Preis sichern. Denkste, wir stehen vor verschlossenen Türen. Rosenmontag geht eben gar nix in Düsseldorf, denn de Zoch kütt! ;-)
Am nächsten Tag treffe ich dann bereits am Bahnhof Monsters-Fan Inga, wir sind beide auf dem Nachhauseweg, sie weiß bereits von einem sehr vollen Konzert in Braunschweig zu berichten.
Wir verabschieden uns nur kurz, denn etwa 2 Stunden später treffen wir uns vor dem ZAKK wieder.
Doch wir sind nicht die einzigen, die ungeduldig auf den Einlass warten, und das lässt hoffen, dass heut trotz Rosenmontagskater schön gemonstert werden kann.
An der Abendkasse erhalten wir dann dank Schüler-/Studentenrabatt die Karten tatsächlich zum VVK-Preis, was unseren gestrigen Ausflug dann mal so richtig überflüssig macht. Aber seis drum, wir freuen uns natürlich über das gesparte Geld.
Dann gibts direkt die nächste freudige Überraschung, die Monsters dürfen heut den großen Saal bespielen, was für das zweite Mal überhaupt in Düsseldorf schon ein toller Erfolg ist.
Es füllt sich tatsächlich auch relativ gut und kurz vor Beginn sagt Jenne aus Bochum noch schnell hallo, der bereits Schwierigkeiten hat, einen Sitzplatz zu finden.
Als dann alle denken, es geht nun endlich los, betritt erstmal Totte die Bühne und sagt ein Gedicht von Heinrich Heine auf. Ohne Worte der Erklärung geht er dann aber wieder und lässt einen Haufen verwirrter Gesichter zurück.
Bald darauf geht es dann aber tatsächlich los, auch dieses mal mit Totte und "Kennt ihr schon..."
Auf jeden Fall ein super Song zur Einstimmung, denn wie sich später zeigt, sind doch viele im Publikum, die die Monsters heut das erste Mal sehen.
Für alle, die nicht das erste mal hier sind, gibt es heute viel altbekanntes zu hören, wie z.B. "Tod in der Nordsee" oder "Durchschnitt".
Ich freue mich wie immer wie ein kleines Kind über das "Schlittschuhlied", das wohl auf ewig eins meiner allerliebsten sein wird.
Aber es gibt auch für mich noch was neues, denn ich habe die Monsters tatsächlich seit August nicht mehr gesehen, und so ist Labörnskis "Sängerglück" noch unbekannt für mich.
Da das ZAKK in Düsseldorf vermutlich der einzige Laden ist, der noch kein Raucherclub ist, wird die nun folgende (nötige) Raucherpause passenderweise mit "4 Meter " eingeleitet. Rüdi wird seiner Rolle als meckernder Restaurantgast dieses Mal mehr als gerecht, sodass Totte gestehen muss, er bekommt mittlerweile sogar ein bißchen Angst. Obwohl ich sehr über Rüdis Einlage lachen muss, kann ich das auch ein bißchen nachvollziehen. ;-)
Die Pause vergeht ruckzuck und kaum haben sich alle wieder hingesetzt, geht es auch schon mit ordentlich Sitzpogo los. Bei "Sabine hat auf Sand gebaut" machen wirklich alle mit, was sehr viel Spaß macht und von außen betrachtet sicher ein sehr lustiges Bild abgegeben haben muss. *g*
Als nächstes spielt uns Rüdi dann seine "Weltklassemelodie", unterstützt von Fred und Labörnski an einer Art Ziehharmonika, und Pensen am Xylophon. Klingt auf jeden Fall echt super. :)
Fred erklärt uns dann in seinem nächsten Song, dass ihm "Langweilig" ist, und da ist er im Moment mit Sicherheit der Einzige, denn Düsseldorf ist richtig in Feierlaune, es wird super mitgesungen, kräftig applaudiert aber auch aufmerksam zugehört.
Das zeigt sich heut besonders im ruhigen Teil des Konzerts, die Stimmung wirkt beinahe andächtig und ich freue mich, dass man auch diesen Teil des Konzerts mal so richtig genießen kann. Manchmal ist das ja bei ausgelassener Bierlaune etwas schwierig... ;-)
Nun greift Pensen zum Banjo und Labörnski gibt "Moti" zum Besten, was wieder zu unmittelbarer Feierlaune bei allen führt.
Bei "Blasenschwäche" bekommt Pensen sogar eine Packung Tempos auf die Bühne geworfen, und ich frage mich sofort, ob das wohl als Einladung zu verstehen ist?!? ;-)
Der Werfer bleibt allerdings unerkannt und so geht es munter weiter mit "Ich trink dich schön", was ja thematisch auch sehr gut passt. :)
Letzter Song des offiziellen Teils ist dann "Die reine Poesie" und nach so einem fantastischen Finale ist es natürlich klar, dass lautstark nach einer Zugabe gefordert wird.
Zunächst kehrt Burger allein auf die Bühne zurück und spielt seinen “Blues”, auch mal wieder ein etwas selten gewordener Genuss.
Dann wird aber nochmal ordentlich gefeiert, und das geht doch immernoch am besten mit den altbewährten Klassikern wie “Türen”, “Interesse ist gut” und “Schönheitschirurgie”. Letzteres kommt heute besonders gut, ganz Düsseldorf steht und tanzt im Refrain und sitzt in der Strophe, Rüdi rockt das Haus am Kazoo und überhaupt klappt alles prima. Aber auch bei "Türen" passieren lustige Dinge, Totte bekommt von einem Pärchen aus der ersten Reihe ein Buch über Thüringen geschenkt und ist sofort so sehr darin vertieft, dass er für einen Moment glatt vergisst, den Rest des Songs zu spielen. Geschickterweise versucht er dann aber, den Text des Buches mit der Melodie des Songs zu vereinen. Die beiden sind allerdings nur bedingt füreinander geschaffen. ;-)
Die erste Zugabe ist nun vorbei, eine zweite folgt natürlich. :)
Es geht los mit Fred und seinem vergessenen “Zwiebelmett” und bevor mein Konzertbericht jetzt fast am Ende angelangt ist, muss ich an dieser Stelle auch einmal den Lichtmann lobend erwähnen. Meistens achte ich ja eher weniger auf solche Nebensächlichkeiten, wenn es gute Musik auf der Bühne gibt, und so fällt das Licht meist nur auf, wenn es besonders gut oder störend ist. Heute ist es zum Glück besonders schön, was wohl vor allem an der riesengroßen Diskokugel liegt, die direkt über der Bühne hängt und ausgiebig genutzt wird.
Es folgt “Sususu” und wieder einmal ist es toll anzusehen, wie schön wirklich ALLE auf Befehl die Arme in der Luft schwenken.
“Ich muss weg” kündigt wie immer das Ende des Konzertes an, aber heut dürfen wir uns zum Glück noch über eine dritte Zugabe freuen.
Für “Döner” und “Frösche” (das komplett vom Publikum gesungen wird) werden noch einmal letzte Kraftreserven mobilisiert,dann folgt als letzter unplugged-Song noch “Eschnapur”.
Ich laufe jetzt als erstes los, um mir ein Plakat aus dem Club zu sichern, dann setzte ich mir wieder zu Robert und wir betrachten noch ein Weilchen das geschäftige Treiben um uns herum, bis wir uns schließlich auch verabschieden und heute, oh Luxus, zu Fuß nach Hause gehen.
Bleibt nur zu sagen, dass ich mal wieder überrascht bin, was die Düsseldorfer so alles zu bieten haben und doch sehr auf eine Wiederholung im nächsten Jahr hoffe.

-Micha

Fotos aus dem ZAKK