Boppin' B in Rheda-Wiedenbrück (Roadhouse)

Samstag, 7. März 2009 - Robert

Nachdem wir Junkies ja schon bei Boppin' B in Münster endlich mal wieder zu viert am Start waren, ergibt sich heute gleich die nächste Gelegenheit zusammen zu feiern. Wieder Boppin' B, diesmal allerdings im Road House in Rheda-Wiedenbrück.

Da man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu vorgerückter Stunde Rheda-Wiedenbrück nicht wieder verlassen kann (auch die Hinfahrt ist schon recht abenteuerlich, mit Überlandbussen und so) und Bibi ihr Auto schon voll beladen hat, entschließen Micha und ich uns dazu meinen Eltern mal wieder ihr Auto zu klauen. ;) Also ab nach Osnabrück, Nadine einladen und los gehts.
Die Fahrt verläuft recht ereignislos und klappt ganz gut. Eigentlich kann man nicht viel falsch machen, das Road House ist gut zu finden und eigentlich nicht zu verfehlen. Trotzdem in Halle geradeaus statt links gefahren, genau wie letztes Mal, den Fehler aber noch auf der Kreuzung bemerkt, so dass das kein größeres Problem darstellt. :)

Wir waren schon sehr früh unterwegs, darum sind wir auch fast eine halbe Stunde vor Öffnung da, vertreiben uns die Zeit aber im Auto mit quatschen, rumalbern und damit, andere Leute dabei zu beobachten wie sie sich Gebrauchtwagen mit dem fachmännischen Blick eines Automechanikers ansehen. ;)
Pünktlich um kurz vor Sieben rollt das Bibimobil auf den Hof und wir nehmen, nach kurzem Hallo und nachdem wir den Soundcheck einer kurzen Qualitätsprüfung unterzogen haben, unseren reservierten Tisch in Beschlag, der diesmal auch genug Platz für alle Junkies bietet. Für die Wartezeit aufs Essen gibt es reichlich Gesprächsstoff. Trotzdem ist diese, wie jedes Mal, ein dickes Problem: es dauert einfach unsagbar lange, bis man sein Essen bekommt. Da wir direkt zum Einlass da waren und wohl mit als erste im Raum bestellt haben, bekommen wir unsere Burger, Chicken Wings und Käse-Nachos recht flott, die armen Leute, die nach uns das Road House betreten müssen sich aber teilweise bis zu einer Stunde gedulden. Naja, auch das überstehen wir und das Essen ist wie immer sehr ordentlich, wie ich finde.

Um kurz nach Neun machen wir uns auf den Weg zur Bühne, allerdings erst nachdem Bibi den etwas verdutzten Kellner nach seinem Namen gefragt hat. Wir hatten ihm nämlich alle eine frappierende Ähnlichkeit mit Pohlmann attestiert und da wir schließlich in Pohlmanns Heimatstadt zu Gast waren, wäre eine verwandtschaftliche Beziehung ja nicht auszuschließen gewesen. Dem ist aber nicht so, trotzdem schöne Grüße an den netten jungen Mann. :)

Jetzt noch flott Michas und Nadines Paps sein verspätetes Geburtstagsgeschenk übergeben und dann heißt es geduldig sein, denn die Jungs kommen erst um zehn Uhr auf die Bühne. Dafür legen sie auch gleich ordentlich los mit dem leider viel zu selten gehörten 'Swinging all day','Sh-Boom' und einem meiner Favoriten 'The only way'. Das Road House ist, soweit ich das sehen kann ziemlich voll und die Stimmung ist von Anfang an sehr ordentlich. Die kleineren Bandmitglieder beschweren sich, dass sie dank der sehr kleinen, naja, nennen wir es mal Bühne (obwohl es eher die Höhe einer recht flachen Treppenstufe hat) außer der ersten Reihe nichts zu Gesicht bekommen. Schön ist es mal wieder 'Radio' zu hören, dessen Stiefbruder 'Radio Day' ich in letzter Zeit viel öfter zu hören bekommen habe. Das gibts diesmal auch, allerdings erst im zweiten Set. Aber soweit sind wir ja noch nicht. :) Denn erstmal folgt eine etwas längere Anmoderation, die eigentlich dem Publikum nur klarmachen soll, ein einziges Wort mitzusingen. Das artet aber anscheinend zu einem internen Kalauerwettbewerb aus, bei dem die Schlagzeuger aber klar die Verlierer sind, da der Rest der Band Thomas irgendwie immer einen Schritt voraus ist. :P
Nachdem dann aber auch dem letzten Zuschauer mit Hilfe von kleinen Hunden, gewellter Pappe und Schönheitsurlauben klar gemacht ist, welches Wort denn nun lauthals gesungen werden soll, klappt der Auftakt zu 'Honey Hush' dann wenigstens ganz gut.
Vor der Pause gibt es noch Songs wie 'Wild Saxophone' und 'Ein toller Tag' zu hören, dessen unglaublich hochkompliziertes Intro Micha deshalb immer alleine spielt, weil kein anderer in der Band in der Lage ist da mitzuspielen. ;)
Kurz vor der Pause gibt es nochmal eine Rarität, denn nach kurzer Lagerfeuer-Erklärung und einem "Fränky, bist du bereit?" gibt es, wie letztes Mal auch, 'I'm on fire' zu hören, was somit schon fest zum Programm im Road House gehört. Der erste Durchgang endet mit der klaren Marschrichtung fürs zweite Set: 'The Bop won't stop'.

Nun gibt es erstmal eine Viertelstunde Raucherpause und Didi nutzt die Zeit um das zweite Set zu planen. Das beginnt mit 'Just rockin and rollin' und 'King of Bongo'. Dann folgt ein weiterer Song vom aktuellen Album, allerdings nicht dem der Jungs, wie Didi leider festellen muss, da sonst die finanzielle Situation wohl sehr angenehm wäre: 'I kissed a girl'. Danach gibts 'Runaround Sue', bei dem ich mich immer wie ein kleines Kind freue, wenn Didi seinen Bass dreht. Find ich total toll. :)
Auch das schöne und relativ neue 'Hot rod girl' ist mit von der Partie.
Bei der Anmoderation zu 'Hold on' macht sich Didi nicht gerade beliebt bei Micha und Bibi, als er Sashas neuen Song als Beispiel für "nicht-männlichen Gesang" nimmt. ;) Sie werden es ihm verzeihen. Micha gibt sich alle Mühe, 'Hold on' nun so männlich und tief wie möglich zu singen, wechselt ab und an aber in eine sehr hohe Tonlage, so dass der Song stellenweise zwischen Elvis und den Chipmunks schwankt. :P Vielleicht auch um Sasha wieder Milde zu stimmen, gibt die Band ihre Pläne preis, Franky zur zukünftigen Frau Schmitz machen zu wollen. Warten wir ab was draus wird. Mit 'Wear my boots' gibt es die erste Premiere am Abend, bevor das reguläre Programm mit der original Boppin' B Rasierershow bei 'I wan't you to be my baby' endet.

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Doch die Leute sind gut gelaunt, haben Spaß und fordern deshalb auch eine Zugabe. Die gibt es natürlich, gleich in zwei Durchläufen. Den ersten Satz bilden das immer wieder gern gehörte 'Eat your heart out Anny', ein für mich neuer Song, von dem ich den Titel nicht zusammen bekomme, der aber mit 'Loosing' vermerkt war und endlich mal wieder 'Perfect'. Den zweiten Satz eröffnet Golo mit 'Stray Cat Strut'. Danach gibt es die zweite Premiere des Abends in Form von 'Mercury'. Den endgültigen Abschluss bilden dann 'Rockaway Beach' und 'Big brown eyes'.

Nach dem Konzert scheint irgendwie ein Fall von Anarchie im Road House auszubrechen, denn das Rauchverbot, was bis dahin eingehalten wurde, wird ab da anscheinend konsequent ignoriert, was die Luft doch recht schlagartig verschlechtert. Das gibt auf jeden Fall einen dicken Minuspunkt von mir!
Wir reden noch über dieses und jenes, machen uns dann aber auch recht schnell und geschlossen auf den Heimweg.
Es war auf jeden Fall wieder ein toller Abend im Road House, wo ich auch gerne wieder hinfahre. Kritik gibt es für die teilweise wirklich ätzend langen Wartezeiten beim Essen und das Gequalme nach dem Konzert. Dafür gibt es Pluspunkte für die (zumindest mit dem Auto von Osnabrück aus) gute Erreichbarkeit, das Essen und das wieder mal tolle Konzert, sowie einen speziellen Bonuspunkt dafür, dass jemand mitgedacht hat und Kissen über den Pissoirs angebracht hat, um die hoffnungslosen Fälle weich nach vorn kippen zu lassen. ;)

- Robert

Fotos gibts natürlich auch.