Sasha und Ruben Cossani in Hannover (Theater am Aegi)

Samstag, 16. Mai 2009 - BiBi

11.30 Uhr – ich bekomme die Klüsen kaum auf. Boh, ich will nicht aufstehen – aber ich muss. Heute geht’s nach Hannover zum Sasha – aber ich bin ja erst gegen halb sieben eingeschlafen nach meinem Trip nach Berlin und möchte weiterschlafen. Aber die Pflicht ruft, die Wohnung muss aufgeräumt werden, denn ich bringe aus Hannover einen lieben Gast aus München mit heim.
Also beginne ich schweren Herzens meinen Tag, räum hier, wisch da, fege dort und dann ist es auch schon Zeit für Duschen, Fertigmachen, Abfahrt. Um 17 Uhr will ich mich mit Petra vor Hannover an der Autobahn treffen, ich bin aber 15 Minuten zu früh dort…Petra zum Glück auch, also gleich weiter nach Hannover. Mein Navi führt uns heute ganz ausgezeichnet und schon sind wir in der Innenstadt und sehen das Theater am Aegi. Und zum Glück entdeckt Petra auch sofort einen Parkplatz gegenüber. Perfekt, so passt es.
Iris, die weit aus München Angereiste, sehen wir auch schon vorm Theater stehen. Wir dirigieren sie zum Auto, damit sie ihr Gepäck verstauen kann. Hm…und nun? Ist ja doch noch früh. Aber neben dem Theater gibt es ein großes Lokal, dort setzen wir uns hinein. Es ist sehr sehr unruhig und laut dort, denn viele Besucher des Fußballstadions kehren dort ein. Radau, laute Musik…naja, um was zu trinken und ein bisschen zu quatschen reicht’s dann aber doch.
Die Zwillinge gesellen sich nach kurzer Zeit dazu und dann sehe ich draußen auch meine Freundin Uta. Endlich hat sie auch mal wieder die Möglichkeit, Sasha zu sehen. Sonst muss sie sich immer nur mit meinen Berichten zufrieden geben, ihre Arbeit erlaubt ihr nur wenig Freizeit.
Wir holen sie zu uns, die Wiedersehensfreude ist groß. Auch hier halten wir uns an die Absprache, es wird ihr nix vom Vortag erzählt, denn sie soll das Konzert ganz unvorbelastet erleben.
Ich überlege ein bisschen, was denn wohl zu machen sein wird, wenn die Location ähnlich ist wie in Berlin – also ein großer Abstand zwischen den Sitzreihen und der Bühne – denn dann könnte natürlich wieder dieser Ansturm nach vorn vor die Bühne stattfinden. Aber andererseits ist das Konzert heute in einem Theater – und wir haben ja unsere Sitzplätze nicht mal in der gewöhnlichen 1. Reihe im Parkett, sondern im Orchestergraben. Eigentlich dürfte da kein Platz sein. Nun, man wird sehen.
Irgendwann nach 19 Uhr – wie entspannt – bezahlen wir und schlendern zum Theater. Dort ist ja bereits der Einlass gestartet, aber in den eigentlichen Saal darf man noch nicht. Wir schließen unsere Jacken in Spinde ein, gute Idee, muss man hinterher wenigstens nicht stundenlang an einer Garderobe anstehen.
Um 19.30 Uhr werden dann auch die Saaltüren geöffnet und meine Sorge wegen viel Platz vor der Bühne ist gleich vergessen. Unsere Reihe ist direkt vor der Bühne. Die ist auch nicht so hoch und breit wie in Berlin und so macht es auch irgendwie gar nichts, dass die Plätze von Petra, Iris, Uta und mir ganz links außen sind. Toll, ich bin begeistert und auch Uta realisiert langsam, dass das langersehnte Konzert jetzt kurz bevorsteht.
Wir haben uns viel zu erzählen, sehen uns ja nicht so oft und so vergeht die Zeit bis zum Beginn wie im Fluge. Plötzlich, wieder sehr pünktlich, wird es dunkel und Ruben Cossani betreten die Bühne.

War es gestern noch alles ganz neu, bin ich heute voller Vorfreude auf die Band und kann mehr auf Einzelheiten achten – am ersten Tag nimmt man ja gerade bei neuen musikalischen Entdeckungen erst mal nur den Gesamteindruck mit heim, ohne sich an Einzelheiten in Songs zu erinnern.
Die drei Hamburger starten mit „Besser jetzt“ von ihrem aktuellen Album „Tägliche Landschaft“. Hannover empfängt sie mit warmem Applaus und ist auch schnell von den Qualitäten der Band überzeugt. Wunderschöne Melodien, harmonischer Gesang – und besonders auffällig halt der wechselnde Einsatz an den Musikinstrumenten. Jeder Musiker beherrscht bei weitem mehr als ein Instrument.
„Wir wollten einmal“ ist der zweite Song des Abends und hier wird das Publikum auch sehr aktiv eingebunden. Ein tiefes BAMM-BAMM ist von den Männern gefordert, aber die sind bei Sasha-Konzerten ja doch eher in der Unterzahl. Funktioniert trotzdem. Die Frauen dürfen höhere Töne singen und so gibt es ein großes Finale zum Song.
Als nächstes folgt „Einmal in 10 Jahren“, etwas melancholisch, aber wunderschön.
Nun kommt ein neuer Song, der noch nicht veröffentlicht ist: „Frieren im Sommer“, der aus gegebenem Anlass im Vorjahr geschrieben wurde. Ja, kenn ich, hab auch schon oft in Hamburg gefroren.
Nun ist es Zeit für „Du hast keine Liebe in dir“ und erwartungsgemäß singt Hannover laut und enthusiastisch mit. Ist ja wirklich ein Dauerbrenner, der auch bei uns im Radio noch oft läuft. Großartig hier die Shaggy-Einlage von Konrad – sorgt auf jeden Fall für Begeisterungsstürme.

„Bis auf letzte Nacht“ war Ruben Cossanis Teilnahme-Titel an Stefan Raabs diesjährigem Bundesvision Song Contest. Damit belegten sie für Schleswig-Holstein einen beachtlichen 8. Platz…ich glaub, besser war der Herr Raab beim Eurovision Song Contest auch nicht.
Dann kam schon der letzte Programmpunkt. „Haut“, wiederum vom aktuellen Album. Mit viel Applaus verlassen die Hamburger dann die Bühne, Zugaberufe müssen leider ungehört bleiben, der Zeitplan ist ja doch eng gesteckt und für Support-Acts sind Zugaben leider nur selten vorgesehen.

Nun beginnt die letzte Wartefrist – aber auch die Umbaupause ist ruckzuck vorbei, alle sind total relaxt und entspannt, denn heute wird niemand vor die Bühne stürmen können – da ist einfach kein Platz.

Und auch heute beginnt die Show pünktlich. Saal wird dunkel, hinter dem weißen Vorhang startet „Please Please Please“ und schon springen die Leute alle auf. Wir dann natürlich auch, sonst bin ich ja eher etwas ängstlich, dass man es sich sofort mit seinen Hintermännern verdirbt. Aber hier geht’s gleich gut los und so soll es auch das ganze Konzert weiter bleiben. Sasha ist gut gelaunt und bringt seine Songs voller Tanzfreude und Mitmach-Aufforderungen. Bei „There she goes“ bleiben wir auch gleich mal stehen – aber „High and low“ kann man dann klasse im Sitzen genießen. So hatte ich mir das auch eigentlich vorgestellt, diese freie Entscheidung, wann man sitzen oder wann man lieber stehen und tanzen möchte. Was in Berlin nicht möglich war, ist in Hannover einfach großartig. Auch das Publikum ist herzlicher und erfrischender – zumindest empfinde ich das so.
„Slowly“ folgt und bei „Ain’t my kind“ hält es mich dann wieder nicht auf dem Sitz. Vor „Live Designer“ ertönen mal wieder laute AUSZIEHEN-Rufe und Sasha kommentiert sie damit, er wäre 37 und ist sich nicht sicher, ob man das wirklich will *gg* - das lassen wir mal so im Raum stehen.
Aber ihn scheint heute so ein bisschen zu stören, dass vor ihm in der Mitte Dauergeblitze herrscht. Einige Fans filmen und fotografieren ohne Pause und Sasha nimmt das zum Anlass, mal zu erzählen, dass Japaner ja auch ihre Urlaube eher zu Hause genießen, weil sie während der Reise nur fotografieren und filmen und eigentlich gar nichts vom Live-Geschehen mitbekommen. Dann schlägt er vor, alle sollen doch nun mal ihre Kameras hervorholen und er stellt sich in Pose…so wird es gemacht und er zeigt seine beeindruckenden Muckis – und wünscht sich dann, dass alle den Abend genießen.

Nun wird es wieder etwas kuscheliger. Hocker auf die Bühne und „Good News On A Bad Day“ wird angestimmt. „Everybody’s Fool“ mit Alis toller Banjo-Begleitung singt Sasha heute in Ermangelung eines Duettpartners allein – und bei „Lipsticks on the mirror“ hat er irgendwie noch mehr Spaß als am Vortag in Berlin. Einfach genial.
Acapella gibt es dann „Coming home“, das ja so quasi übergeht in „I’m yours“ – hierzu wird auch heute das Publikum wieder zweigeteilt und singt „I’m still waitin’ und „I feel lonely“ – obwohl ich heute zur rechten Seite gehöre, bin ich wieder dran mit „I feel lonely“ und ich singe auch heute sehr inbrünstig, nehme mir aber vor, in Hamburg am Montag, egal, wie ich soll, mal „I’m still waitin’“ zu singen – man muss ja alles mal ausprobieren:)
Alle haben auf jeden Fall riesigen Spaß mit dieser Singerei…das Publikum tobt dementsprechend im Anschluss. Von „Lucky Day“ wird man sowieso immer total mitgerissen, ich höre das Lied immer noch genauso gern wie zur Veröffentlichungszeit.
Nun setzen wir uns mal wieder, denn „15 Minutes older“ geht auch im Sitzen gut. „Alive“ stellt Sasha als sein Lieblingslied vom Album „Open Water“ vor.
Hurra, jetzt ist es wieder Zeit für „Hide and Seek“ – mal rumgefragt im Freundeskreis, kommt der Song live bei allen irgendwie besondern gut an. Bin ich ja nicht allein in meinem Empfinden.
„We can leave the word“ ist dann ja auch schon wieder der letzte Song des Haupt-Sets – verdammt, wo ist die Zeit geblieben? Aber nicht traurig sein, es gibt Zugaben, wenn man nur laut genug danach verlangt – und da gibt es in Hannover keinen Zweifel, dass es alle wollen.

„Wide awake“ ist auf dem Album ja eher ein sehr ruhiges Stück – aber mal wieder eins von diesen, die sich zum Ende hin sehr steigern. Und live ist dieser Effekt noch sehr viel stärker.
Mit „This is my time“ verabschiedet sich Sasha wieder von der Bühne – aber nicht für lange, denn das Publikum hat immer noch nicht genug…wie auch?
Also geht es gleich darauf weiter mit „If you believe“, das Sasha erstmal solo mit Gitarre eröffnet – die Band kommt dann im Laufe des Songs dazu und steigt mit ein. Die Mitmach-Chöre sind in Hannover auch deutlich lauter als in Berlin. Sehr schön:)
Nachdem auf die Frage, ob wir noch können, alle bejahen, gibt es dann als Abschluss „Goodbye“ incl. „Allways look on the bright side of life“. Doch dann ist tatsächlich schon wieder alles vorbei, ich bin immer ganz verdattert, wie die Zeit verfliegt. Sasha stürzt auch sofort von der Bühne – wartet draußen ein Taxi auf ihn? Oder muss er dringend die sanitären Anlagen aufsuchen?

Nun müssen wir uns erstmal wieder sammeln, netten Menschen, die man in der kurzen Zeit kennengelernt hat, Auf Wiedersehen sagen, unsere Jacken holen – und heute denke ich auch daran, beim Merch-Stand vorbei zu gucken, denn ich wollte mir gern so eine Karte von Ruben Cossani holen – sie hatten angekündigt, dort stehen Informationen, wo man mitmachen muss, um ein Wohnzimmerkonzert zu gewinnen. Das wär ja was für mich – ich hab schließlich ein schönes Wohnzimmer *gg*

Am Stand scharren sich irgendwie mehr Leute um Ruben Cossani als um die Sasha-Merchandise-Sachen – kein Wunder, stehen die Musiker doch auch persönlich dort und geben fleißig Autogramme. Ich gebe Leonard mal unsere Konzert-Junkies-Visitenkarte, bekomme dafür im Austausch eine Autogrammkarte – und nachdem ich meinen Namen nenne, fällt Leonard auch ein, dass ich am Vortag in Berlin dabei war. Na so was…

Uta hat inzwischen auch ihren Konzert-Stick gekauft…man kann gar nicht oft genug sagen, wie schön das ist, sofort nach einem Konzert das ganze noch mal hören zu können. Tolle Idee, bitte weiter so.
Nun muss ich aber dringend mal an die Luft, ist doch recht warm im Foyer – und draußen überlegen wir dann, was wir jetzt machen…noch ein bisschen warten oder gleich los? Burger King soll heute unbedingt noch besucht werden, nach der Pleite in Berlin weiß ich ja inzwischen, wie man mein Navi richtig bedient und hab so einige Burger Kings gefunden. Aber dann spricht mich vor dem Theater eine Frau an, die mir auch seltsam bekannt vorkommt…nur fragt sie mich nach meinem vollen Namen, da ich aber in Fankreisen nur als BiBi und nicht als Birgit bekannt bin, gucke ich verwirrt, bis sie sich zu erkennen gibt…eine ehemalige Kollegin aus der Umschulung von vor fast 20 Jahren. Sie hat ihre Tochter begleitet, die mich schon oft auf Konzerten gesehen hat und ihrer Mutter davon berichtete. Das sind coole Geschichten, die das Leben schreibt…so viele Jahre nicht gesehen und dann zack – beim Sasha-Konzert in Hannover wieder erkannt. Viele Grüße, Vera, falls du das hier liest ;)

Irgendwann waren wir dann aber auch der Meinung, nun wäre die Zeit der Abfahrt gekommen…der Tourbus war schließlich auch schon auf der Reise gen Hamburg, stand doch ein verdienter OFF-Day für die Musiker an. Also verstreuten wir uns wieder in alle Himmelsrichtungen nach ausführlicher Verabschiedung und Beteuerung, wie großartig der Abend doch war…vom Anfang bis zum grandiosen Ende.
Für Petra, Iris und mich ging es dann aber noch zum Burger King in die Vahrenwalder Straße – großes Schlemmen und dann ZZ – ziemlich zügig – gen Heimat. Um 2 Uhr waren Iris und ich daheim und beseelt von einem wunderschönen Tag.

- BiBi -

Zu den Fotos aus dem Theater am Aegi in Hannover von
Sasha
und
Ruben Cossani