Sasha und Ruben Cossani in Hamburg (Laeiszhalle)

Montag, 18. Mai 2009 - BiBi

Nachdem ich mit Iris aus München einen harmonischen Off-Day verbracht habe, bricht ein neuer Konzerttag heran. Aaah, Hamburg :) – meine Perle.
Das dritte Mal in diesem Monat führt mich mein Terminplan in die norddeutsche Metropole. Ich bin immer wieder gern dort, auch wenn die Fahrt inzwischen ein bisschen zur Qual geworden ist. Durch den massiven Umbau der A 1 ist der Weg eine einzige Katastrophe. Auf 80 km Länge nur noch Baustellen und total kaputte Straßen, weggerissene Brücken und Stau, Stau, Stau.

Daher liegt die Abfahrtzeit trotz fester Sitzplätze recht zeitig. Lieber mit viel Zeit im Rücken fahren als hibbelig und nervös. Und etwas Besonderes gibt es heute auch noch. Meine Mutter begleitet mich das erste Mal zu einem Sasha-Konzert. Wegen ihrer kaputten Knie kann sie nicht so furchtbar lang stehen – und als dann klar war, dass es bei dieser Tour Sitzplätze gibt, hab ich gleich ein Ticket als Weihnachtsgeschenk für die Mama mitgeordert.
Nun freute sie sich schon lange auf diesen Tag – endlich ist er da.
Fein gemacht steht sie schon bereit, als wir sie zu Hause abholen. Erstaunlicherweise kommen wir gänzlich ohne Staus bis Hamburg, obwohl der Verkehrsfunk vor zwei Behinderungen warnt. Gut so. Auch die Laeiszhalle ist schnell gefunden, ebenso ein Parkplatz in der Nähe. Die Sonne scheint, meine Mädels sind alle irgendwie auch schon da – als wenn man anstehen müsste :) – nur viel relaxter.

Meine Mutter muss erst mal einige Leute kennen lernen wie die Zwillinge, die sie sonst nur aus Erzählungen kennt – und einige Leute wieder begrüßen wie Petra oder Kerstin, die ihr bereits bekannt sind.
Wir hocken erst seitlich von der Halle auf den Stufen und vertreiben uns die Zeit, wandern dann vor die Musikhalle und dann ist auch schon der Einlass gestartet. In den eigentlichen Saal geht es noch nicht, aber die Toiletten sind bereits freigegeben. Sehr altmodisch, aber edel ist es in der Musikhalle. Wir erklimmen eine Freitreppe und schreiten den langen Gang zur Toiletten entlang, die hier „Toilettenzimmer für Damen“ heißen. Auf dem Rückweg entdecke ich dann überall kleine Plakate von Sasha…dachte ich, die sind für das heutige Konzert, werde ich schnell eines besseren belehrt. Nein, ist für ein weiteres – ein Zusatzkonzert im Hamburger Stadtpark am 20. September. Wie geil ist das denn, bitte? Juchhuh, ich verkünde die Neuigkeit gleich mal freudestrahlend und bin auch tatsächlich die erste, die das entdeckt hat. Und wieder was zum drauf hinfreuen…

Nun ist aber erst einmal Einlass in den Saal, wir suchen unsere Plätze auf…wow, 1. Reihe Mitte, ich sitze heute zwischen Petra und den Zwillingen, der Abstand nach vorn ist auch nicht so gewaltig…ich bin sehr zufrieden, aber auch meine Mutter strahlt auf ihrem Sitz in der 2. Reihe.
Heute ist es schon ein besonderes Ambiente, diese Musikhalle hat was. Lustigerweise bin ich nicht das erste Mal hier…in meiner Jugend war ich ja auch schon musikalisch aktiv – meine Lieblingsband damals hieß THE TEENS, fünf Jungs meines Alters aus Berlin. Und genau die hab ich Anfang der Achtziger Jahre in dieser Halle gesehen – dumm nur, dass meine damalige Brieffreundin Hörplatzkarten gekauft hatte, wir oben unter dem Dach juchhe gesessen hatten und ich nur heulen konnte, weil ich die heiß geliebte Band nicht sehen sondern nur hören konnte. Als 16jährige brach da eine Welt für mich zusammen – aber mal ehrlich, auch heute würde ich weinend dort oben sitzen, wenn ich nur so einen Hörplatz hätte. Die visuellen Eindrücke gehören doch einfach dazu…

Mitten in meinen Überlegungen verlöscht dann das Licht und es geht los. Sowohl Ruben Cossani als auch Sasha haben ja heute Heimspiel, ich drückte die Daumen, dass das Publikum das zu würdigen weiß – und ja, doch, man merkt es sofort – Hamburg ist voll da und absolut begeistert. Leonard, Michel und Konrad haben das Publikum auch schnell im Griff, wir klatschen, schnippen und singen begeistert mit. Ich beschließe, nach dem Konzert auf jeden Fall noch mal am Stand vorbei zu schauen und die CD der Cossanis mitzunehmen.
Das Programm gleicht dem der Vortage – klar…aber die Stimmung gefällt mir heute auf jeden Fall noch besser als in Berlin und Hamburg.
Was mich kolossal freut, denn für mich ist es ja auch schon das Ende meiner kleinen Sasha-Tour, daher ist es schön, wenn man das Beste am Schluss erlebt.

Viel zu schnell ist der Auftritt von Ruben Cossani dann auch schon wieder beendet. Aber ich hatte ja schon am Vortag auf ihrer Homepage www.rubencossani.de geluschert, um passende Termine zu finden und bin sicher, es wird ein Wiedersehen geben.

Tja…und dann…Licht wieder aus, Musik erklingt, Vorhang fällt…da ist er, der Sasha. Inzwischen schon seit einigen Jahren Bewohner der Stadt Hamburg – und er wird grandios empfangen, das Publikum tobt vor Begeisterung, schon nach ein paar Takten. Sasha freut es besonders, denn er begrüßt seine Mutter, die im Publikum sitzt…ach guck, heute ist der Tag der Mütter.
Geschmeidig plaudert sich Sasha durch die Ansagen, die Songs rocken oder chillen und berühren auf jeden Fall, wir feiern die neuen Songs wie „There she goes“, „Life Designer“, „Lipstick on the mirrow“ etc. genauso begeistert wie schon länger lieb gewonnene Stücke àla „Slowly“, „Alive“, „Lucky Day“ oder „Coming home“. Ich wende meinen Blick immer wieder zu meiner Mutter, aber sie amüsiert sich königlich, steht auf und klatscht mit, strahlt und genießt den Abend und „ihren Sashi“, wie sie ihn zu meinem Vergnügen doch ab und an mal nennt…ja, je oller, je doller.

Bei „Ain’t my kind“ lacht Sasha sich halb kaputt, mir ist der Grund nicht wirklich ersichtlich. Er hat ständig Augenkontakt mit seinen Musikern, alles grinst und Sasha hat Schwierigkeiten, ohne Lachen den Song zu Ende zu singen. Dann erklärt er aber auch den Grund der Erheiterung. Die Band hat mal einen ganzen Ton tiefer gespielt als geprobt. Siehste, so was fällt mir nicht mal auf…tsss.

Heute darf ich auch tatsächlich mal „I’m still waitin’“ singen – wobei „I feel lonely“ mal mindestens genauso laut gesungen wird und dieser Kanon auch hier grandios ankommt. Die Begeisterungsstürme nehmen kein Ende und halten natürlich auch nach dem letzten Song „We can leave the world“ an.

Alle freuen sich, als Sasha und seine Band zurück auf die Bühne kehren – und Sasha hat sogar noch eine ganz besondere Überraschung und begrüßt für „Wide awake“ eine zumindest in Norddeutschland bestens bekannte Künstlerin als seine Duett-Partnerin: Ina Müller. Wow, die beiden legen ein wundervolles Duett hin. Wir sind alle sehr angetan. Wie schön, dass auch dieses auf dem Konzert-Stick ist und für die Ewigkeit festgehalten wurde.
„This is my time“ performt Sasha aber wieder allein, um dann erneut von der Bühne zu verschwinden und dann allein mit Gitarre für „If you believe“ zurück zu kehren.
Dann geht es zum großen Finale mit „Goodbye“ und ein letztes Mal schwinge ich armwedelnd mein Taschentuch und bin doch ein wenig wehmütig, dass die schönen Konzerte, auf die ich mich so lange freute, so schnell vergangen sind. Aber wunderschöne Erinnerungen bleiben.

Nach dem Konzert leert sich langsam der Saal, meine Mutter verzischt sich mal auf das Toilettenzimmer und wir entdecken in der Zeit Tim Mälzer – na so was, denke ich, das wäre ja auch was für die Mama gewesen. Nun gut…sie kehrt irgendwann zurück und wir schlendern den Gang Richtung Foyer entlang – auf einmal schießt sie auf einen mir fremden Mann zu und ich bin völlig irritiert…was denn nun los?
Ha, stellt sich heraus, das ist Rolf Zukowski, meine Mutter hat ihm gleich mal erzählt, wie sehr sie sich freut, dass seine Tochter Anuschka ja jetzt auch ein Album heraus gebracht hat – und Herr Zukowski erzählt ihr ganz stolz, dass sein Sohn Alexander ja eben als Gitarrist vom Sasha auf der Bühne stand, was meiner Mutter nun wieder neu war – naja, ich hatte es ihr schon mal berichtet, aber das war ihr wohl entfallen. Oh nee, alle meine Freundinnen amüsierten sich prächtig und alle wissen jetzt, woher ich meine Art habe :)

Ich schlender dann auch gleich mal an den Stand der Ruben Cossanis, wo Leonard mich auch gleich wieder erkennt und sich freut, dass ich eine CD kaufen möchte. Bekomme ich auch gleich signiert und mit Herzchen verziert – sehr hübsch *lach*
Wobei ich jetzt im Nachhinein sagen kann und wohl auch darf: Live ist die Band um einiges besser/interessanter als auf CD…also nicht dass die CD schlecht ist, auf keinen Fall, aber doch eher melancholisch und chillig. Mir gefallen der Drive und die Dynamik, die dann live bei den Songs rüberkommen, doch noch besser. Also, es bleibt dabei, ich muss bald wieder auf ein Konzert.
Aber dieses Phänomen mit dem Unterschied von CD- zur Live-Musik ist ja überall bestens bekannt…nicht zuletzt ist es bei Sasha ja auch der Fall.

Da am Dienstag für mich wieder das Arbeitsleben starten sollte, will ich mich auch langsam auf die Socken machen. Draußen vor der Halle fangen wir dann alle mal an, uns zu verabschieden…bis ich Tim Mälzer vor dem Eingang entdecke und meine Mutter darauf aufmerksam mache. Sie schlendert mal lässig zu ihm rüber, dreht sich dann aber zu mir um und meint, sie traut sich nicht…ich spreche ihr Mut zu und schon begrüßt sie den völlig verdatterten Fernseh-Koch, macht ihm Komplimente und kommt strahlend zurück. Für sie ist der Tag somit ein voller Erfolg und läßt sie vergessen, dass sie ja eigentlich auch gern mal dem Sasha Hallo sagen wollte und gern ein Foto mit ihm hätte.

So wandern wir zu meinem Auto – Iris bleibt ja bei den anderen, weil sie die Tour mit Petra und Kerstin fortsetzt und für mich bleibt nur ein wehmütiger Abschied und allen viel Spaß weiterhin wünschen.

Gegen 1 Uhr habe ich dann auch meine Mutter wohlbehalten daheim abgesetzt und bin in mein Zuhause zurückgekehrt, müde, aber trotzdem noch viel zu aufgekratzt zum Schlafen. Wieder hat sich dieses Phänomen breit gemacht – ich hatte eigentlich nur ein verlängertes Wochenende und trotzdem das Gefühl, mindestens 10 Tage Urlaub genossen zu haben, so viele neue Eindrücke und Erinnerungen bringe ich wieder mit nach Hause…

- BiBi -

Zu den Fotos aus der Laeiszhalle in Hamburg von
Sasha
und
Ruben Cossani