Boppin' B in Bielefeld (Leinewebermarkt)

Freitag, 22. Mai 2009 - BiBi

Der Volksmund sagt: Unverhofft kommt oft – meist ist dies aber negativ belastet, zumindest bei mir. Da fliegste aus dem Job, dein Auto geht kaputt oder ähnliche Katastrophen passieren. Aber es gibt auch bessere Zeiten und in solchen lebe ich im Moment.
Als mein Chef mir am Mittwoch sagte: Mensch, bleib doch am Freitag zu Hause, lassen wird das Büro halt zu, die anderen haben doch auch alle Urlaub…hab ich das Angebot gern angenommen, denn Brückentage gab es in der letzten Firma nie, die hat alle der damalige Chef für sich in Anspruch genommen.

Was nun tun mit einem freien Tag? Naja, für einen Konzert-Junkie ist das keine schwierige Frage: auf ein Konzert rennen, natürlich.
Nur wohin? Auch die Antwort war schnell gefunden…wenn ich momentan auch ein bisschen arg auf dem Sasha-Trip bin, ist eine Fahrt allein nach Dresden doch jenseits von gut und böse – und wenn ich mir dann den Tourplan von Boppin’ B so anschaue, krieg ich in der Hinsicht das Grauen, weil sich fast nix in erreichbarer Nähe abspielt.
Also stand sofort fest: Es geht auf den Bielefelder Leinewebermarkt, wo sich die Rock’n’Roller aus Aschaffenburg die Ehre geben.
Mitfahrerinnen waren auch schnell gefunden: Jenny aus Oldenburg, die eigentlich sowieso schon lange diesen Termin wahrnehmen wollte – und auch unsere Nadine, die ihre Schichten getauscht hatte und nun dachte, sie müsse ganz allein fahren. Nein, nun geht es zusammen los.

Also am Freitagnachmittag ganz entspannt auf die Socken gemacht. Jenny an der A 1 Abfahrt Cloppenburg eingesammelt, da lag die Schlecht-Wetter-Front, die über Bremen tobte, bereits hinter uns. Bei Nadine in Osnabrück kehrten wir erst mal ein, sagten ihrer Mama Guten Tag, guckten uns endlich die neue Wohnung an – und dann ging es weiter nach Bielefeld. Boh, bin ich froh über mein neues Navi…wie entspannt ist das denn, sich einfach so sachkundig leiten zu lassen.
Ich wurde nur nervös, als wir in der Bielefelder Innenstadt gelandet waren, denn ich hatte keine Ahnung, wie die Parksituation vor Ort ist…Freie Stellplätze bei einem großen Stadtfest – ja eigentlich eher die Ausnahme. Aber nee, der Parkplatz-Gott war mit uns. In unmittelbarer Nähe des Alten Marktes war ein Parkstreifen fast frei – aber wer kann die Schilder dort richtig deuten? Drei übereinander…bis wann kann man per Parkscheibe parken, bis wann muss bezahlt werden? Wir diskutierten das untereinander, aber niemand kannte sich aus. Also fragten wir eine junge Eingeborene, die versicherte, ab 22 Uhr ist Parken kostenlos, ein Knöllchen würde nur 5 Euro kosten und abgeschleppt wird hier nie…na denn :) – beruhigt löste ich ein 2-Stunden-Ticket , ließ mein Auto dort stehen und wir bummelten zum Alten Markt. Natürlich viel zu früh, aber wir ließen uns in unmittelbarer Nähe in einem asiatischen Imbiss nieder – voll lecker, ich bestellte mir ein paar Wan Tans und eine kleine Portion Curry-Hühnchen mit viel frischem Gemüse. Nadine genoss gebratene Nudeln und Krabbenchips und alle waren wir sehr zufrieden.
Didi von den Boppins gesellte sich kurz darauf noch dazu, bestellte ebenfalls noch was zu Essen, obwohl der Laden eigentlich schon am Schließen war. Sehr freundliche Menschen!

Gegen 21 Uhr schlenderten wir dann wieder zur Bühne, die noch anderweitig belegt war. Okay, Boppin’ B sollte ja auch erst um 22 Uhr starten. Wir setzten uns seitlich, ließen uns noch mit Getränken bewirten und wurden dann mega überrascht. Die Micha und Rob standen plötzlich vor uns. Ganz große Freude, juchhuh, es lebe die Spontaneität. Sie beiden waren per Zug losgefahren in der Hoffnung, dass in meinem Auto noch zwei Plätze für die Rückfahrt frei sind – ansonsten wäre der erste Zug aus Bielefeld morgens um fünf Uhr gefahren. Na, aber da meine Schwester keine Zeit hatte, mitzukommen, war ja auch genug Platz im Auto und so konnten wir dann endlich mal wieder gemeinsam ein Konzert genießen.

Wir fackelten auch nicht lange und machten uns mal vor der Bühne breit. Denn das Publikum, das den Alten Markt bevölkerte, stand in einem riesigen Halbkreis davor. Und schon kam Heike, eine liebe Bielefelderin, die wir schon seit einiger Zeit von Boppin B-Konzerten kennen – und sie hatten ihren kleinen, zuckersüßen Sohn mit, dem sie schon lange versprochen hatte, mal zu einem Konzert mitzudürfen – ist er doch selber großer Boppin’ B-Fan mit seinen 4,5 Jahren.

Auf der Bühne baute die Band auf – hinter uns führte ein Akrobat seine Kunststückchen in luftiger Höhe aus…kaum war der fertig, legte die Band völlig unvermittelt los…huch…ich war mental noch gar nicht so weit, aber das änderte sich schnell. „Rock’n’Roll“ ist aber auch ein sehr mitreißender Opener.
Und so rockten wir uns durch den Abend mit lieb gewonnenen Songs wie „Sh-Boom“, „Ein toller Tag“, „Hit the roadjack“, „The only way“ oder „Scheisskapelle“ oder neueren Stücken wie „Honey hush“, „Just rockin’“, „Mercury“ oder „Wear my boots“.
Einen ganz neuen Song gab es für uns auch noch: „Up jumped“. War der Mitmachpegel bei den Bielefeldern am Anfang auch sehr gering, steigerte sich das ganze doch noch erheblich und die Scheisskapelle-Rufe donnerten über den Markplatz. Bei „Runaround Sue“ wurde lauthals mitgesungen, ebenso bei „Chemical reaction“. „Hold on“ oder „I can’t dance“ nahmen etwas Tempo aus dem Programm, aber mit „If you believe“, „Radio day“, „Bop won’t stop“ und „Jump jive and wail“ wurde wieder ordentlich Gas gegeben. So tanzte und swingte die Bielefelder Innenstadt.

Selbstverständlich wurde nach dem letzten Song „Dschungelbuch“ auch kräftig nach Zugaben gerufen und die Band ließ sich nicht lang bitten. Zweimal drei weitere Songs gab es, darunter zu unserer allergrößten Freude das wunderschöne „Radio“. Heikes kleiner Sohn hatte sich das Stück gewünscht und wir konnten sehen, wie er textsicher mitsang:)
Das ganze Konzert endete dann fulminant mit „Boulevard of broken dreams“ –es war kurz vor Mitternacht, die Jungs hatten zwei Stunden auf der Bühne gerockt und alle waren sehr zufrieden.
Der Merchandise-Stand hingegen war danach nicht sehr gut besucht. Entweder haben die Bielefelder schon alle CDs oder aber ihnen wurde schnell kalt und sie verschwanden nach Hause. Auch wir überlegten, was zu tun wäre, quatschten noch ein bisschen hier oder da, deckten uns dann an einer Mandelbude mit allerlei Leckereien ein und kamen überein, nun den Heimweg anzutreten.
Wir hatten im Auto dann noch einigen Spaß mit dem Navi, das scheinbar etwas verwirrt war und mich ständig U-Turns machen lassen wollte. Aber irgendwann war dann auch die korrekte Strecke berechnet und wir verließen die Stadt, die es eigentlich nicht gibt ;)

Nachdem ich alle meine Mitreisenden wieder heil abgesetzt hatte, war ich selber gegen halb vier Uhr daheim, zwar ziemlich müde, aber doch total zufrieden, so spontan losgedüst zu sein.

- BiBi -

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