The Baseballs und Sasha in Bremerhaven (Auswandererhaus)

Freitag, 14. August 2009 - Micha

Mein letztes Sasha-Konzert war so etwa vor 3 Jahren und wer mich kennt weiß, dass es nun so langsam mal wieder an der Zeit war. Aber ich bin da ja recht anspruchsvoll. Es muss bitteschön terminlich gut passen, es sollte nicht zu weit weg sein und schon gar nicht zu teuer.
Als ich dann hörte, dass Sasha zusammen mit den Baseballs auftritt, war mir eigentlich egal, wann und wo, und was kostet schon die Welt?
Denn seitdem Bibi und ich das Baseballs-Albums zum ersten Mal gehört hatten, waren wir uns sofort einig: die müssen wir so schnell wie möglich live sehen.
Für uns stand nun also eine Reise ins schöne Bremerhaven auf dem Plan.
Schon am Donnerstag Abend machte ich mich auf den Weg zu Bibi, Urlaub hatte ich sowieso, und so war alles etwas stressfreier. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir dann am Freitag Mittag Richtung Bremerhaven und wenig später dort angekommen, beginnt das, was ich an Sasha-Konzerten immer am meisten liebe: stundenlanges Warten. :-P
Zum Glück ist bei unserer Ankunft noch alles sehr entspannt und wir verbringen die erste von 4 Stunden bis zum Einlass im Cafe des Auswandererhauses bei einem hervorragenden Stück American Cheesecake.
Derweil lasse ich mich von meinen Begleiterinnen schonmal seelisch auf die größte Peinlichkeit meines Lebens vorbereiten, aber dazu später mehr. ;-)
Während unserer restlichten Wartezeit treffen dann plötzlich ein Dutzend top-gestylte Rockabillys und Rockabellas ein, die allerdings nicht als Gäste zum Konzert wollen, sondern ebenjene Gäste auf Wunsch mit Frisuren der 50er Jahre verschönern. Denn schließlich steht die heutige Geburtstagsparty des Auswandererhauses unter dem Motto:
Wirtschaftswunder, Fifties, Dream America.
So langsam stellen wir uns dann auch am Einlass auf, es gibt mehrere Schleusen und wir entscheiden für rechts außen. Wie beim Fußball werden nun Taktiken diskutiert, wir entscheiden uns für die klassische Variante, Bibi nimmt unsere sämtlichen Klamotten, Petra und ich rennen zur Bühne, denn schließlich wollen wir in die erste Reihe, und wo kämen wir denn hin, wenn wir dorthin alle ganz gesittet in ruhigen Tempo gehen würden? Das wäre ja nur halb so peinlich. ;-)
Der Einlass beginnt also relativ zeitgleich an allen Schleusen und ich stürme sofort unter johlenden Anfeuerungsrufen diverser Thekenkräfte die gefühlten 10 km bis zur Bühne. Erster! Und wo ist jetzt das Loch, in dem ich mich verkriechen kann??
Egal, wir stehen ganz vorn, das Wetter ist super und Bibi versorgt uns erstmal mit kühlen Getränken. nun sind es immernoch 2 Stunden bis zum Konzertbeginn, und ich habe die Hoffnung, dass die Zeit vor der Bühne genauso schnell vergeht wie die 4 Stunden vorm Einlass. Meine Geduld wird dann aber doch noch ein bißchen auf die Probe gestellt, vor allem ob der tollen Musikauswahl von etwa 5 Songs, die immer wieder nacheinander vom Band gedudelt werden.
Pünktlich um halb acht beginnt dann aber glücklicherweise das Programm und nach ein paar offiziellen und lustigen Glückwünschen dürfen dann die Baseballs die Bühne entern.
Die 3 Sänger und ihre Band (bestehend aus 4 Musikern am Klavier, Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug) legen sofort los mit Songs vom Debütalbum "Strike", darunter z.b. "Let's get loud", "Crazy in love" und einer meiner Favoriten: Robbie Willams' "Angels". Natürlich darf auch die erste Single "Umbrella" nicht fehlen.
Doch wer jetzt glaub, es wird einfach nur das Album heruntergespielt, wie man es vielleicht erwartet hätte, der täuscht sich in den Baseballs. Denn anscheinend ist kein aktueller Charthit vor den 3 hübschen Voc'n'Rollern sicher. So überrascht uns als erstes "Stop and stare", im Original von One Republic, und ich bin absolut begeistert von ihrer eigenen "Basketcase"-Interpretation, Hüftschwung-Anleitung inklusive. Denn auch die stilechten Bewegungen wollen gelernt sein. Aber mal ehrlich, wer bei dieser Msuik still steht, mit dem stimmt sowieso was nicht...
Wo wir grad beim Tanzen sind, sehr charmant kommen die kleinen einstudierten Choreographien, die Bibi und mich jedesmal zum lachen bringen. Irgendwie halt doch ein bißchen Boygroup-mäßig, aber durchaus liebenswert. :-)
Mit "Pokerface" gibt es dann noch mehr Neues auf die Ohren, und auch "Let me love you" kann uns überzeugen. Und nicht nur uns, die Stimmung im Publikum ist auch sehr gut, man merkt wirklich, dass alle Lust haben mit den Baseballs zu feiern. Durch ihre sympathische Art versprühen die 3 aber auch wirklich jede Menge gute Laune.
"Hot'n'cold" und "I'm yours" mit Digger an der Bluesharp bilden dann den Abschluss des regulären Programms und die Baseballs verlassen nach einer guten Stunde Voc'n'Roll vorerst die Bühne.
Doch Bremerhaven ist definitiv auf den Geschmack gekommen und verlangt natürlich nach einer Zugabe. Und so stürmen Basti, Sam und Digger erneut die Bühne und präsentieren "Gives you hell" so, wie es eigentlich sein sollte ;-) Der Song wird definitiv mein Favorit des Abends und ich hoffe sehr, dass er auch möglichst bald veröffentlicht wird.
Zum Abschluss hören wir dann noch "The look", der einzige Song, den wir ja so oder so ähnlich schon öfter von unserer liebsten Scheißkapelle Boppin'B gehört haben, der aber auf jeden Fall trotzdem noch rockt.
Nun ist die Zeit mit den Baseballs aber tatsächlich um, und während der nun folgenden Umbaupause müssen wir die typischen Radiomoderatoren-"Entertainment"-Versuche und jede Menge ins Publikum geworfene nutzlose Gewinne über uns ergehen lassen.
Aber zum Gück hat auch das irgendwann ein Ende und man fragt jemanden, der sich mit Entertainment auskennt. ;-)
Sasha startet mit "please please please" und das Publikum geht sofort mit, alle klatschen im Takt und den Text kennt hier sowieso jeder.
Es folgt sofort im Anschluss mein absoluter Favorit vom neuen Album, "There she goes". Ich freue mich total, den Song endlich auch mal live zu hören.
An dieser Stelle muss ich ja auch mal zugeben, dass mein häufigstes Zitat über Sasha wohl in etwa lautet: "Ich liebe seine Stimme, aber andere Musik müsste er machen.", Gerade bin ich jedoch sehr zufrieden mit dem Dargebotenen. ;-)
Ein Klassiker aus der Zeit, als ich Sasha noch "sooo süß" fand, findet im neuen Gewand auch immernoch den Weg ins aktuelle Programm: "Rooftop" rockt Bremerhaven.
Bei "Slowly" merke ich dann, dass ich noch kein einziges Foto gemacht hab, das hole ich bei diesem Song jetzt mal schnell nach.
Ein absolutes Highlight im Programm ist auf jeden Fall auch der akustische Teil, beginnend mit "Lipstick on the mirror", einen Song, den man einfach lieben muss. Mit einer Prise Dick Brave hebt er sich auf dem aktuellen Album auf jeden Fall deutlich vom Rest ab.
Sasha verkündet nun, dass der Sommer ja eigentlich schon vorbei ist (und das bei dem fantastischen Wetter heute), allerdings nur, um den nun folgenden Weihnachtssong zu rechtfertigen. Es folgt "Coming home" a-capella, wunderschön, auch im Sommer.
Bei dem nächsten Song handelt es sich um einen heute bereits gehörten, nämlich "I'm yours". Die beiden Versionen unterscheiden sich aber deutlich, Sasha bleibt mit seiner Reggae-Version recht nah am Original und zaubert aus dem Publikum den besten Background-Chor ever. Während die eine Hälfte "I feel lonely" zum besten gibt, singt die andere Hälfte "I'm still waiting", Sasha singt unbeirrt weiter "I'm yours". Unfassbar, dass das so gut funktioniert und sich auch noch so schön anhört.
Das Programm ist überhaupt ein sehr schöner Mix aus älteren Hits und Songs vom neuen Album, deren Auswahl ich nur begrüßen kann. :-)
Der Titelsong zum Drei-???-Film "Hide and seek" leitet Sasha erstmal mit einer allgemeinen Fragerunde ein, wer denn früher welche Hörspiele gehör hat. Irgendwie endet das Ganze dann in einer Darbietung des Benjamin-Blümchen-Songs. Auch lustig. :-)
Letzter Song im regulären Set ist dann "Turn it into something special", aber selbstverständlich soll es das für heute noch nicht gewesen sein.
Sasha kehrt nach lautstarken Zugabe-Rufen allein mit einer Gitarre bewaffnet auf die Bühne zurück.
Ich muss erstmal etwas schmunzeln, denn als ich Sasha das letzte Mal vor 3 Jahren gesehen hab, war sein Gitarren-Spiel doch eher etwas unbeholfen.
Aber er zeigt direkt, dass er seitdem fleißig geübt hat und gibt Kostproben seiner neu erworbenen Fähigkeiten mit "Faith" von George Michael und "Black or white" von Michael Jackson.
Es folgt der ehemalige Schmachtfetzen "If you believe", der nach ungezählten Modifizierungen über die letzen Jahre hinweg nun wieder fast so klingt wie ganz zu Anfang. Aber doch irgendwie schöner, was wohl an der Gitarren-Begleitung liegt, die Sashas Band laut seiner Aussage nicht immer zu schätzen weiß. ;-) So spielt Sasha eben ganz allein.
Für den allerletzen Song kommt dann aber nochmal die gesammte Band auf die Bühne, und was würde an dieser Stelle besser passen als "Goodbye" zu sagen, das ganze noch mit der Lebensweisheit versehen: "Always look on the bright side of life".
Wir sind alle ein bißchen erschöpft und lassen erstmal den Großteil der 3000 Leute, die die ganze Zeit hinter uns gestandenhaben, abziehen. Dann machen auch wir uns wieder auf dem Weg zum Auto (zum Glück muss ich dieses Mal nciht rennen), um umgehend den nächsten Burger King aufzusuchen, was dank neuem Navi nun bestens funktioniert.
Wieder zu Hause angekommen, müssen Bibi und ich als erstes die Termine der Baseballs checken, damit es ein möglichst baldiges Wiedersehen gibt. Wir sind halt Konzert-Junkies. ;-)

-Micha

Fotos von den Baseballs
Fotos von Sasha