Boppin'B in Münster (Uferlos)

Sonntag, 11. Oktober 2009 - Nadine

Sonntagmorgens Rock'n'Roll?

Was ist das denn, aber mir gefiel die Vorstellung sehr! Keine Schichten brauchten getauscht werden, kein Urlaub genommen werden, einfach nur hinfahren, rocken und genießen! :-)
Das Konzert fand in der Mensa des Studentenwerks in Münster zur Veranstaltung „Jazz am Aasee“ statt. Ein schmucker Saal stand zur Verfügung und die Stühle waren auch schon bereit. ;-)
Pünktlich um 11:00 Uhr ging es los, das Publikum bekam nicht nur Rock'n'Roll auf die Ohren, sondern auch auf die Augen, denn die Jungs trugen wirklich mal Kleidung die alles sagte – inklusive Hosenträger!
Wie gehofft wurde mit „Swingin' all day“ eröffnet, gefolgt von „Hit the road Jack“ und schon schnell wurde klar: „Einer hat mindestens den Schluck Wasser mit einem Schluck aus dem See verwechselt: Sabbelwasser!!!
Micha versuchte mit dem Publikum das frenetische Wort „well“ zu üben, auch wenn er gar nicht wüsste, was frenetisch heißt, wie er feststellte....Nach einer Stunde und einer halben Ewigkeit (wenn diese auch absolut unterhaltsam waren) ging es dann mit „Honey Hush“ weiter. „Those were the days“ eröffnete Frank dann mit: „Ich will gar nicht viel Worte verlieren.“ Er ließ einfach Taten sprechen. Nach dem zweiten Versuch Michas (dieses Sabbel-Lachwasser...) feierte dann das Publikum den bekannten Refrain und die Bridge besonders.
“Wild saxophone“ rockte dann wieder das Haus, bevor es mit „I can't dance“ etwas ruhiger wurde – und ich habe aus den Reihen genau gehört: Ja doch, das ist das Lied“. Immer wieder faszinierend, was man aus einem Song noch wieder machen kann, so dass es fast zwei sind. Den Abschluss des ersten von drei Sets bildete dann das „Scheißkapelle“, das trotz der hohen Altersquote (ja manch einer wird mich dafür wieder lünchen und man ist ja auch nur so alt, wie man sich fühlt!) sehr gut angenommen und angewendet!

Um 12:00 startete dann das zweite Set mit „Just rockin“, gefolgt von „King of the Bongo“. Natürlich wurde auch das „Scheißkapelle“ weiterhin fleißig geübt und gebraucht, irgendwann ließen auch manche Leute die Hand vor dem Mund weg....;-)
Beim „Mädcheninternat“ ließ sich Micha wieder besonders Zeit....ach nein: Er ist so begabt, dass er in einer Millisekunde 1000 Töne spielt, und da es so schnell ist, klingt es wie ein einzelner Ton. Man konnte die Schwingungen richtig spüren. Ihr kennt euch dann ja aber vorstellen, wann die Band beim Refrain angelangt war, denn nach jedem Ton wartete er darauf, dass alle sagen ach ja,ohhhh,da ist es! - Und zwei taten ihm sogar den Gefallen! :-D
Begeistert applaudierten die überwiegenden Jazzer bei den Pyramiden von „Jump jive an wail“. Nach „Rockin'rollin stone“ durfte dann Frank auch mal an Michas Gitarre fachsimpeln, bevor die Band einen ihrer neuen Songs präsentierte: “Up jump“ (richtig genial!). Das Dschungelbuch bildete den musikalischen Abschluss, die Leute mit zusammengekneiften Hintern den bildlichen Abschluss!

Um kurz nach 13:00 Uhr folgte dann das dritte und letzte Set mit zwei Elvis Krachern: „King creole“ und „Trouble“. Während Golo seine Haarsträhne zurecht pustete, stellte Didi verblüffend fest: Golo spielt ein H(aar)! Jaja, so ging es munter und lustig weiter mit „The bop won't stop“ und der Special-Version von „Hold on“ (irgendwie ist sie ja auch lustig:-D). Zwei schon lange nicht mehr gehörte Songs „Runaround sue“ und „U bangi stomp. Bei letzterem griff Micha sogar zu den Klanghölzchen. ;-) Nach einem neuen Song bildete dann Franks Rasiershow ("I want you to be my baby") den Abschluss und damit das letzte Lied.

Grandiose Show, natürlich wollte das Publikum eine Zugabe und bekam gleich derer zwei: „Mercury“ und für die Rockabillys das lauthals geforderte „Blitzkrieg Bop“.

Ein wunderschöner Vormittag ging vorbei, die Gläser wurden immer leerer, doch das Schietwetter blieb – wenigstens schien die Sonne in den Gesichtern der Zuschauern. Schade, dass für mich der Wein als Fahrer dieses Mal tabu war, aber spätestens Freitag wird das nachgeholt.

Schöne Show, mieses Wetter, aber trotzdem Sonnenschein!

-Nadine