Monsters of Liedermaching in Bremen (Lagerhaus)

Samstag, 14. November 2009 - BiBi

Heyho, es ist endlich wieder Monsters-Zeit…eine neue Tour steht an – die: Das Auge hört mit-Tour – denn gerade erst ist die gleichnamige Live-DVD erschienen. Mit genau dieser habe ich mich in der Woche schon in Monsters-Stimmung gebracht und freute mich, dass bereits das 2. Konzert der Tour in meine absolute Nähe führt. Die Herren sind zum zweiten Mal im Bremer Lagerhaus zu Gast.
Ich bin gerade wieder genesen von einem grippalen Infekt (man muss ja heutzutage mit dem Begriff GRIPPE vorsichtig sein, jeder guckt dann gleich panisch und denkt an die vorherrschende Rüsselseuche - aber nein, ich war nur erkältet!) und da passt es mir natürlich ausgezeichnet, nicht stundenlang durch die Gegend fahren zu müssen. Aber die Ruhe habe ich ja auch nicht gerade weg, so starte ich am frühen Samstagabend noch vor 18 Uhr, weiß ich doch, dass es in Bremen mit der Parkerei geradezu grausam zugeht. Gisela (Navi) bringt mich auch zur Verzweiflung. Ich brauch sie eigentlich nur für den letzten Kilometer der Strecke, aber was tut sie? Will mich wieder nach Hause schicken. Entweder mag sie Bremen genauso wenig wie ich oder die Software spinnt – nee, klar, das Gerät ist ja auch schon ein halbes Jahr alt, wird ja Zeit, das die ersten Schäden auftreten *augenroll*. Aber ich lasse mich nicht beirren, hole mir telefonisch noch mal die Auskunft, wie denn nun noch mal die Straße heißt, in der das Lagerhaus liegt und irre kurz darauf – wie erwartet – auf Parkplatzsuche durchs Bremer Viertel. Bah…gerade fährt ein Wagen weg, ich schnappe mir das Plätzchen, stehe mit anderen Fahrzeugen vor einem Wohnhaus, behindere nix und niemanden – und betrachte nach dem Aussteigen das Schild, das sagt, ab 21 Uhr ist hier absolutes Halteverbot, doch sehr irritiert. Wieso ab 21 Uhr? Müssen dann die Bürgersteige hochgeklappt werden und die Autos stören dabei?
Am Kopf kratzend wandele ich aber von dannen, denn mir ist das heute mal wurscht. Gibt’s ein Knöllchen, ist das auch noch so. Ich eiere nicht weiter durch die engen voll geparkten Strassen und suche weiter…ich bleib hier und fertig.
Vor dem Lagerhaus steht auch schon eine Truppe Fans, die sich dem Nikotin hingeben. Nun, ich warte lieber drin vor der Saaltür. Aber auch dort sind bereits Fans. Aber man kennt sich, fein.
Nun beginnt das Warten…noch 30 Minuten, bis Einlass sein soll. Aber ein Manko gibt es…ich hab keine Eintrittskarte – also theoretisch schon, nur in den Händen halte ich sie nicht. Um Porto zu sparen, haben Uta aus Oldenburg, die mit ihrem Kumpel Markus kommt, und ich uns zusammen getan und gemeinsam bestellt. Nun hat sie meine Karte – und ist eben noch nicht hier. Eine Situation, die ich so nicht kenne und auch gerade nicht mag. Denn hinter mir wird es immer voller und voller. Die Leute, mit denen ich warte, scherzen, wenn ich ganz lieb bitte, würden sie mir einen Platz besetzt halten, während ich auf mein Ticket warte. Oder trösten mich damit, die Monsters-Members würden mich ja kennen und mich sicher hinein lassen. Ja, daran zweifle ich ja generell auch nicht, nur führen sie ja nun nicht den Einlass durch. Um kurz vor knapp vor 19 Uhr schicke ich eine SMS an Uta: Wo bleibt ihr? Hier wird es immer voller…Sie ruft sofort zurück, sie sind bereits vor dem Lagerhaus…ein Glück. Sie darf – dank freundlicher Fans – bis zu mir vor und überreicht mir mein Ticket – jippieh…alles wird gut.
Tja – und wie es denn der Teufel oder wer immer so will…nix ist mit Einlass. Wir warten sicher noch weitere 20 Minuten, als es dann endlich hinein geht. Ich laufe gleich mal Rüdi und Pensen in die Arme, aber kann mich nicht lange aufhalten, erst will das richtige Plätzchen ausgesucht werden. Huch, 1. Reihe Mitte…na denn :) – Uta und Markus sind auch bei mir und kurz drauf kommen auch noch Wiebke und Jörg aus Braunschweig überraschend. Schön!
Die Zeit bis zum Beginn zieht sich etwas – wir sitzen auch irgendwie fast im stockdunklen, die Musik, die von CD läuft ist lustig bis grenzwertig - ein heilloser Mischmasch verschiedener Musikstile. Das Lagerhaus füllt sich immer mehr – das sind mal doppelt so viele Leute wie beim Konzert im letzten Jahr. Super. Aber natürlich reichen die Sitzplätze nicht für alle, daher hocken sich viele Leute auf den Boden. Als dann auch Zuschauer anfangen, den Platz zwischen der ersten Reihe und der Bühne einzunehmen, werde ich doch kribbelig. Kenn ich doch noch aus Hamburg oder Braunschweig. Die stehen dann nachher die ganze Zeit vor uns – nö…also werden kurzentschlossen die Stühle voneinander losgehakt und wir rücken mit der halben Reihe mal ein Stückchen weiter nach vorn. Hinter uns wird das sehr begrüßt, man rückt gleich nach.
Aber so gegen halb neun geht es dann doch endlich auch musikalisch los…eine bombastische Overtüre erklingt – und zum Höhepunkt – geht die Stehlampe auf der Bühne an. Sehr geil :D Einen Kühlschrank sowie eine große Zimmerpflanze auf der Bühne runden die Wohnzimmer-Atmosphäre ab. Die Monsters of Liedermaching kommen auf die Bühne und wollen auch so direkt loslegen. Pensen startet mit dem „Schlittschuh-Lied“, Freds Mikro streikt aber erst einmal. Aber er rutscht mit Labörnski zusammen und irgendwie wurschtelt sich das dann alles so durch. Ja ja, Tücken der Technik.
Das Totte als zweites gleich „Türen“ zum Besten gibt, finde ich klasse – allein schon, weil mich auf den Konzerten diese dauernden TÜRE-Rufe nerven :) – nun haben wir das gleich abgehakt, die Leute sind sofort zufrieden gestellt…ja denkste, ist ja nicht so, dass man nicht auch das ganze Konzert lang dann FRÖSCHE schreien kann…

Erst einmal gibt’s wohlbekannte Songs auf die Ohren…“Schlecht im Bett“, „Kleines Punkermädchen“, „Montag“ – und dann hat Fred was neues für uns – ein Lied übers „Dixie-Klo“ – supergenial. Nach „Pure Emotion“ und dem immer so gern gehörten „Frühling“ ist dann der Totte mit einem neuen Song am Start – er besingt den „Kleinen Zeh“, der ständig lädiert ist. Absolut klasse, ich komme aus dem Lachen gar nicht raus.
Auf Labörnskis T-Shirt steht heute „Sängerglück“ und eben diesen Song präsentiert er uns auch. „Selbstvertraun“ hab ich schon ewig nicht mehr live gehört, Uta bekennt, für sie ist es überhaupt das erste Mal. Nach „Quizmillionär“, „Durchschnitt“ und „4 Meter“ verabschieden sich die Monsters unter großem Applaus in eine Pause.

Das versprochene Licht wird im Zuschauerraum nicht angemacht, man bleibt im Dunklen hocken, aber stört mich nicht weiter. Meine Mitstreiter gehen mal eine Rauchen, ich chille vor mich hin und freue mich auf die nächste Halbzeit…die lässt auch nicht so sehr lange auf sich warten.
Fred startet mit „Marzipan“ und die Bremer beweisen, dass sie auch sehr laut singen können. Es wird verkündet, dass Pensen auch einen neuen Song hat – und es folgt „Dein Kapitän“ – ha, ich kenn den man schon :) – und mag ihn sehr. Aber dann haut Totte so richtig einen raus und berichtet musikalisch, dass Fußball nicht so seine Welt ist – olé olé, was für ein geiler Song! Aber es geht Schlag auf Schlag weiter. Labörnski erzählt, dass er im Sommer geheiratet hat, dafür gibt’s erst einmal warmen Applaus. Und seine Hochzeitsrede, die unterschlagen wurde, hat er vertont und bringt sie nun vor. Romantisch bis lustig, alles dabei und eine tolle Nummer! Rüdi begleitet ihn auf der Gitarre und setzt sich für diesen Anlass sogar einen Zylinder auf.
Hah, aber auch auch Burger hat in Sachen neuer Songs etwas beizusteuern. Verschmitzt kündigt er an, dass es nicht unbedingt immer eine gute Idee ist, sich in die erste Reihe zu setzen. Ich sacke automatisch auf meinem Stuhl ein wenig zusammen – was kommt nun? Tja, er sucht sich eine der Mädels aus, die vorn vor der Bühne auf dem Boden hocken und singt ihr und uns dann ein etwas derbes, aber so lustiges Lied vor…mir kullern die Lachtränen aus den Augen.
Ich bin stehend begeistert von den neuen Sachen, aber freue mich auch über vertraute Melodien, die jetzt wieder folgen. „Häschen“ und „Weltklassemelodie“. Zwischendurch reißt Burgers Mikro die Hufe hoch, auch er muss mit Totte zusammenrücken, um weiter am Geschehen teilnehmen zu können. Für Techniker Urs ist das sicher ein äußerst anstrengendes Konzert, aber auch dieses Problem ist irgendwann im Griff.
Der ruhige Balladenteil gelingt relativ gut. Klar, bei so vielen Leuten gibt’s hinten immer welche, die einfach durchquatschen, aber es hält sich in Grenzen. Pensen hat ein wunderschönes neues Liebeslied am Start, Burger präsentiert „Selbstverständlichkeit“ und Rüdi berichtet vom „Armen alten Suff“.
Totte macht dann den Ice-Breaker und zieht das Tempo wieder an mit „Zwerge“. „Moti“, „Blasenschwäche“, „Tod in der Nordsee“ und „Reine Poesie“, wo am Ende noch eine Flitterbombe gezündet wird, bilden den Abschluss des Hautsets. Die Monsters lassen sich aber zum Glück nicht lange bitten und gehen in die lautstark geforderte Zugabe. Denn jetzt ist es Zeit für wirklichen Sitzpogo…“Sabine hat auf Sand gebaut denn Horst hat keinen Hunger“ lässt uns auf den Stühlen ausflippen. Über das „Schmiedeeiserne Schlachtgebet“ freue ich mich immer wie ein kleines Kind. Aber auch über Rüdis „Schubdibapp“. Bei „Schönheitschirurgie“ ist es für Uta, Markus und mich eine Selbstverständlichkeit, beim Refrain aufzustehen – dafür bekomm ich gleich eine Ansage von Burger, der dieses Ritual doch erst einmal dem Bremer Publikum erklären möchte. Na gut, danach stehen dann auch alle anderen auf – auch die, die auf dem Boden hocken…
Eigentlich ist der erste Zugabenteil nun vorbei, aber die Monsters verlassen nur sehr kurz die Bühne und kehren flott wieder zurück. Juchhuh, es geht weiter. „Interesse ist gut“, „SuSuSu“ und „Haste mal“ werden gespielt, die Bremer sind immer noch fantastisch dabei – daher folgt zum Schluss noch das wundervolle „Morgens um acht“. Aber dann ist leider wirklich Schluss, obwohl Uta treffend bemerkt, wir hätten noch „Algerien“ verdient – nun ja, Pech gehabt.
Vielleicht liegt es daran, dass im Anschluss ans Konzert die Party noch weiter gehen soll mit DJ-Mucke.
Sowas hält mich normalerweise nicht sehr lange in einem Club…ich drücke mich noch ein wenig am Stand herum, denn ich habe immer noch ein CD-Defizit…die neue „Das Pack“-CD von Pensen und Flozze ist noch nicht in mein Eigentum übergegangen und ich bin total glücklich, als Pensen tatsächlich ein Exemplar für mich anschleppt. Super…Dann wird es auch Zeit zum Abschied und ich trotte zu meinem Auto – und was sehen meine Äuglein? Ein nettes Zettelchen der Bremer Polizei am Scheibenwischer. Ich würde im absoluten Halteverbot stehen…ach was, aber erst ab 21 Uhr, vorher war’s ja keins. Gut, hilft nichts…zu meinem Leidwesen steht nicht mal eine Strafe drauf, sondern lediglich, dass ich demnächst einen Anhörungsbogen übersandt bekomme. Was? Anhörung? Warum das denn? Den gibt’s normalerweise, wenn man Punkte bekommt und richtig viel zahlen muss. Ist es in Bremen jetzt soweit, dass Falschparken mit einem Eintrag in der Flensburger Verkehrssünderkartei und der Zahlung eines Monatsgehalts geahndet wird? Oh Mann, das zieht meine Laune schon runter…Ich fluche und schimpfe und kröne Bremen zur blödesten Stadt der Welt…das einzig tolle an Bremen ist eigentlich, dass es nur 100 km von Hamburg entfernt ist. Naja, noch erwähnt sei, dass auf dem Heimweg eine Straße urplötzlich gesperrt ist, die auf dem Hinweg noch frei war und eine Umleitung natürlich nicht ausgeschildert ist. Also irre ich noch ein bisschen in irgendwelchen Wohngebieten herum, bis ich wieder auf eine Straße treffe, die mir bekannt vorkommt und ich die Heimfahrt fortsetzen kann…trotz allem bin ich kurz nach halb eins daheim und kann auf einen superschönen musikalischen Abend zurückblicken. Und was freu ich mich aufs kommende Wochenende, das mich dann monstertechnisch nach Hamburg führt!

- BiBi -

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