Sasha in Hamburg (N-Joy-Konzert)

Donnerstag, 21. Januar 2010 - BiBi

Als Ende letzten Jahres die Ankündigung kam, dass Sasha 2010 keine öffentlichen Auftritte absolvieren wird, fand ich das natürlich mal gar nicht gut. Wie…geht doch gar nicht. Der Mann gehört auf die Bühne. Aber andererseits wünsche ich mir natürlich auch ein neues Album und dafür braucht er ja auch Zeit. So freute ich mich schon, als bekannt wurde, dass die Lesungsreise mit Martell Beigang im Februar 2010 fortgesetzt wird und man dann doch noch die Gelegenheit hat, Sasha live zu erleben.

Aber manchmal gibt es dann ja doch noch Überraschungen. In diesem Fall die Ankündigung, dass es ein Kurzkonzert mit Sasha bei N-Joy Radio in Hamburg geben wird. Zu Ehren der neuen Nachmittagsshow mit Jonas und Susan. Karten für dieses Event, das im Foyer des Senders stattfinden sollte, konnten nur gewonnen werden – und das in der Show der beiden Moderatoren. Gut, damit war ich eigentlich raus, denn ich kann N-Joy im Büroradio nicht empfangen – da rauschts ja sogar schon bei NDR 2. Sehr ärgerlich.
Aber es geht ja auch noch etwas anders…wenn man Freunde hat, ist vieles möglich. So hatte Petra die Möglichkeit, die Show nachmittags zu hören und versorgte mich mit den Infos per SMS. Am ersten Tag der Verlosaktion hatte ich aber überhaupt keine Chance, zu telefonieren. Im Büro war die Hölle los, keine ruhige Sekunde, ein einziges Rein- und Rausgerenne…Schade.
Aber am 2. Tag dann – himmlische Ruhe. Nur die Auszubildende und ich hielten die Stellung, die anderen Mitarbeiter waren im Außendienst, zum späten Mittagessen etc.
Dann erreichte mich Petras SMS mit dem Text: JETZT. Ah, okay, ich griff zum Hörer und wählte die Nummer, die sie mir bereits am Vortag mitgeteilt hatte. Besetzt. Okay, das ist normal, man kommt bei solchen Aktionen ja nur sehr schwer durch.
Also Wahlwiederholung – und Freizeichen. Huch. Ich ließ lange klingeln, dann ging der Moderator Jonas persönlich ans Telefon. Wir führten ein fröhliches Gespräch und er notierte sich meine Handy-Nummer und sagte, ich lande jetzt im Lostopf – und wenn man mich ziehen würde, ruft man mich wieder an.
Na gut, dachte ich, bin ich halt registriert. Schon schön, aber soviel Glück, nun noch ausgelost zu werden, hab ich sicher nicht. Ich schickte Petra schnell eine SMS, dass ich durchgekommen bin und nun warten muss.
Es dauerte keine 10 Minuten, inzwischen kehrten die Kollegen langsam zurück ins Büro, da klingelte das Handy. Huch…Nervosität trat ein, ich meldete mich und am anderen Ende war wieder Jonas. Man hatte mich aus dem Hut gezogen. Wow, ich freute mich, durfte noch ein bisschen mit Jonas und Susan auf Sendung plaudern und danach einer Dame meine Kontaktdaten durchsagen, damit sie mich auf die Gästeliste setzen konnte. Petra jubelte wohl auch daheim, wie sie mir hinterher erzählte. Wir gehen zu Sasha, yes we can!

Die Leute im Büro waren mindestens so aufgeregt wie ich – was für tolle Kollegen! Schön, dass ich immer wieder auf Menschen treffe, die meine Konzertleidenschaft so tolerieren.

In der darauf folgenden Woche war es dann soweit. Ich beendete meinen Arbeitstag eine Stunde früher, um in Eiseskälte nach Hamburg in die Rothenbaumchaussee zum NDR zu fahren. Der Verkehr lief flüssig, kurz nach halb sechs parkte ich vor dem NDR-Komplex ein. Ein paar verwegene Fans warteten dort schon vor dem Pförtnerhaus bei grausigen Minustemperaturen. Ich mochte gar nicht aus dem Auto aussteigen, aber irgendwann half das nichts mehr…nachdem ich mich dann über den Ablauf beim Pförtner informiert und die Umstehenden begrüßt hatte, kletterte ich aber wieder ins Auto zurück. Ehrlich gesagt war ich bei diesem Konzert überhaupt nicht auf langes Anstehen eingestellt, meine Beine und Füße waren schon nach 30 Minuten zu Eis gefroren. Ich bin ein Weichei, ich weiß.
Ein Pförtner hatte mir auch mitgeteilt, es geht auf keinen Fall vor halb acht aufs Gelände. Dann wäre es noch ein Stückchen zu laufen, bis man am N-Joy-Gebäude ist, aber das würde alles klappen, ich solle mir mal keine Sorgen machen. Pünktlich um 20 Uhr würde die Live-Übertragung dann auch starten. Ich bezweifelte das irgendwie, konnte es aber ja auch nicht ändern. Petra kam dann auch dick eingemummelt an, sie hatte zum Glück die Spätschicht auch früher verlassen können.
Dann um halb acht erschien eine Mitarbeiterin des NDR mit der Gästeliste. Hinter uns hatte sich eine geordnete, lange Schlange gebildet. Nach und nach wurden jetzt die Leute aufs Gelände gelassen. Petra pietze schnell los, als wir dran waren…ich eierte hinterher, die eiskalten Muskeln krampften und es war kein schöner Weg zum Studio. Außerdem war dringend ein Toilettenbesuch angesagt, aber erst einmal ging es natürlich vor in die erste Reihe, wo Petra sich links außen unsere Plätze gesichert hatte. Puh, sehr kleine Bühne, alles sehr nah und kuschelig. Sehr schön:) – Petra lief dann zuerst los zu den sanitären Anlagen und es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis sie zurückkam. In der Zeit sprach mich schon ein NDR-Mitarbeiter an, der mich wieder erkannte…ich wäre doch im letzten Jahr auch beim Radiokonzert dabei gewesen. Konnte ich nur bestätigen.
Dann war ich endlich an der Reihe – und auf der Toilette standen lange Schlangen…nur zwei Klos vorhanden…ui…aber es schob sich noch eine weitere Frau in die engen Räumlichkeiten und stellte sich vor. Es war Susan, die Moderatorin, die Fragen an Sasha sammelte. Ich konnte aber nichts denken außer: Ich möchte jetzt hier dran sein – mir fiel keine Frage ein. Wurscht, sie meinte, sie hätte auch schon einige zusammen, das würde reichen.
Dann endlich war ich an der Reihe – wie gut das tut. Und dann aber zurück in die erste Reihe.

Nun dauerte es auch nicht mehr lange und die Moderatoren betraten die Bühne…noch mit leichten Mikroproblemen, die sich aber beheben ließen. Sie kündigten Sasha an, der federnd auf die Bühne tänzelte – und einer kleinen Fragerunde ausgesetzt wurde. Eigentlich das übliche: Möchtest du Familie haben, was ist mit Dick Brave etc. Interessant seine Antwort auf die Frage, was für Musik er so persönlich hört. Er erzählte, dass er am Vortag ein Album von Bill Ramsay geladen hätte und dieses den ganzen Tag gehört hatte. Er sang dann auch gleich mal „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ an.
Aber dann war es auch Zeit für das Akustikkonzert – Sashas Band kam auf die Bühne und gestartet wurde mit einer sehr schönen Version von „This is my time“. Natürlich super geeignet, da das Publikum gleich gefordert ist, mitzusingen. Meine Müdigkeit, Verfrorenheit und alle Blessuren waren vergessen und ich genoss jede Minute. Besonders, da Sasha vorher ja auch noch erzählt hatte, dass es eigentlich das einzige Konzert des Jahres sein wird. Da freut man sich natürlich doppelt, dabei sein zu können.
Das gefühlvolle „Good News On A Bad Day“ war der nächste Programmpunkt. Aber dann ging es wieder flott weiter mit „Lippstick On The Mirror“.
Sasha stellte dann fest, dass Weihnachten ja irgendwie gerade vorüber ist – aber „Coming Home“ geht ja irgendwie immer und folgte als nächstes. Einmal mehr erklärte Sasha, dass der Song acapella gesungen wird – und der Begriff kommt aus dem Ruhrpott und bedeutet: Ohne Kapelle.

Dann ging es weiter im Programm. „I’m Yours“ war dran, natürlich mit der obligatorischen Teilung des Publikums, eine Hälfte singt „I’m still waitin’“, die andere „I feel lonely“. Wie immer kam diese Nummer super beim Publikum an, das sich sowieso ganz wunderbar amüsierte. So auch bei „Lucky Day“, ja auch immer ein Highlight des Programms.

Nun kam eine Ansage von Sasha, die man nicht gern hat…nämlich, dass das Konzert jetzt eigentlich an dieser Stelle vorbei ist. Aber man könne sich ja vielleicht den Abgang von der Bühne sparen, wenn jetzt alle einmal ganz laut auf drei ZUGABE rufen würden. Gesagt, getan. Sasha zählte vor, das Publikum brüllte und gern wurde dem Wunsch gefolgt. Wahnsinnig gefreut habe ich mich dann nämlich über eine spontane Einlage – Sasha fing an, in wienerischem Dialekt zu sprechen und stimmte dann Falcos „Kommissar“ an, die Band stieg gleich drauf ein und so gab’s einen gutes Stück des Songs…zum Niederknien. Ich als alter Falco-Fan habe schon vor Begeisterung gejubelt, als Sasha diesen Song bei der Mario Barth-Show dargeboten hat – nun durfte ich live dabei sein. WOW.

Dann folgte der alte Prince-Klassiker „I can’t take the place of your man“ – genial, ich hab das lange nicht mehr live gehört. Immer wieder großartig. Doch dann folgte auch endgültig der letzte Song des Abends. Bei „Please Please Please“ war noch mal mitsingen und mitklatschen gefragt und Sasha und seine famose Band wurden mit sehr viel tobendem Applaus der 200 Anwesenden bedacht.

So schnell kann eine Stunde vergehen – neulich beim Zahnarzt kam mir das extrem länger vor ;)
Lange haben wir uns auch nicht mehr im Foyer aufgehalten, sondern sind lieber mal wieder raus in die Eisesluft, um noch schnell bei einem Burger King einzukehren. Aber um 22.15 Uhr verabschiedeten Petra und ich uns dann voneinander und traten unsere Heimreisen an. Dabei stellte ich erfreut fest, dass sich auf der vermalledeiten A 1 doch schon einiges getan hatte und die Heimfahrt doch wieder flüssiger vonstatten geht als noch letztes Jahr. Ein musikalisch absolut hochwertiger Abend, für den man sich dann doch gern mal ein paar Frostbeulen friert.

- BiBi -

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