Monsters of Liedermaching in Braunschweig (Meier Music Hall)

Sonntag, 28. Februar 2010 - BiBi

Der Winter ist ein gar langer in diesem Jahr – und wegen des vielen Schnee und Glatteises habe ich schon einige Veranstaltungen absagen müssen. Eintrittskarten einfach verfallen zu lassen macht keinen Spaß, aber weite Strecken bei furchtbarer Glätte zu fahren noch viel weniger. Also siegte mehr und mehr die Vernunft…aber nun sieht es endlich so aus, als wenn der Winter den Rückzug angetreten hat. Die Straßen sind frei, die Wiesen wieder als solche zu erkennen – der ganze Mist-Schnee ist geschmolzen. Tolle Voraussetzungen, um die Monsters ob Liedermaching auf ihrem Tourabschluss zu besuchen. Der findet in Braunschweig in der Meier Music Hall statt. An das letzte Konzert dort habe ich nicht die besten Erinnerungen, also hoffe ich, diesmal wieder gute hinzufügen zu können.

Nach einer störungsfreien Fahrt lande ich um 18.15 Uhr auf dem großen Parkplatz des Clubs. Meine Freundin Uta ist kurz vor mir angekommen, ich freu mich wie Sau über das Wiedersehen, denn so furchtbar oft haben wir nicht die Gelegenheit. Ein paar wackere Fans stehen vor der Eingangstür, wie z. B. Wiebke und Jörg, wo noch nicht mal die Beleuchtung eingeschaltet ist. Wir stellen uns dazu, kurz drauf stößt auch Uta mit Markus aus Oldenburg dazu…auch hier große Wiedersehensfreude. Es stürmt tierisch, das Meier macht endlich das Licht an und informiert uns, Einlass ist trotz zunehmendem Wind erst um 19 Uhr. Okay das…dann taucht ein junges Paar auf, dem ein großes Malheur passiert ist – eins, vor dem ich auch immer zittere…sie haben die falschen Eintrittskarten dabei. Klar, wer jetzt schon vor dem Einlass steht, ist Mehrfachtäter in Bezug auf die Monsters – und sie haben ihre Karten für das April-Konzert in Hannover dabei. Sie wollen auf dem Fuß umdrehen und zurück nach Hannover fahren, um die anderen Karten zu holen, aber man kann sich ausrechnen, dass sie dann nicht mehr pünktlich da sein werden. Leute überreden sie, doch zu bleiben und es so zu versuchen…vielleicht hat das Einlasspersonal ja ein Einsehen und lässt sie durch.
Ich hab da eine andere Idee, schreibe Totte klammheimlich eine SMS – er ruft auch sofort zurück und löst das Problem genial…er setzt die Namen der beiden auf die Gästeliste, so das nichts mehr schief gehen kann. Vielen Dank noch einmal für die grandiose Hilfe…die beiden freuen sich und versprechen ganz fest, in Hannover dann auch ihre Braunschweig-Tix mitzubringen – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser *lach*

Dann öffnen sich auch endlich die Türen und wir können dem Sturm entkommen – die Zeit bis zum Beginn des Konzerts verfliegt sehr schnell, Uta und ich haben immer viel zu erzählen und freuen uns, dass wir es beide nach Braunschweig geschafft haben.
Dann erscheint plötzlich Rüdi auf der Bühne – oh, das ist wohl ein Vorzeichen für eine Vorband – und genau die sagt er auch an. Simon und Jan aus Oldenburg. Ach guck, die hab ich schon mal gesehen, die gefallen mir. Die beiden sympathischen Liedermacher unterhalten das Publikum auch blendend und haben die Lacher und den Applaus schnell auf ihrer Seite. Mich stört lediglich, dass in den leiseren Songs hinter uns lautstark gequatscht und gegröhlt wird. Ist ja okay, dass nicht jeder an einer Vorband interessiert ist, aber dann hätte man seine Unterhaltung vielleicht auch in der Lautstärke besser draußen abhalten können. Nun ja…

Aber dann endlich ist es soweit…die Monsters laufen auf der Bühne auf. Ich bin gespannt, was uns erwartet. Opener ist Pensens „Schlittschuh-Lied“, Totte haut gleich seinen Gassenhauer „Türen“ raus und Fred punktet mit „Schlecht im Bett“ – und schon hier ist eigentlich klar, dass das Braunschweiger Publikum richtig Bock hat und es eine geniale Feier werden wird. Die Stimmung ist so geil, ohne dass diesmal überbetrunkene Menschen anderen furchtbar auf den Sack gehen. Schnell ist vergessen, dass der nächste Tag ein stinknormaler Arbeitsmontag ist – nun ist nur noch Musik, Freude und Spaß angesagt.
Das erste Set bietet bekannte und beliebte Stücke wie „Sexkranker Ex.-Punker“, „Punkermädchen“, „Selbstvertrauen“, „Lottomillionär“ oder „Durchschnitt“. Aber auch das neue Lied vom Fred „Dixie-Klo“. Von Totte gibt es ein gesprochenes Lied mit ruhiger Piano-Musik – passenderweise heißt es „Der Pianist“. Alle hören auch gebannt zu und die Zwischenrufe, die natürlich bei der Menge von Leuten stattfindet (Meier ist ausverkauft) halten sich in erträglichen Grenzen.
Bei „Frühling“ singen natürlich alle aus tiefsten Herzen und voller Kehle mit. Und viel zu schnell ist es schon Zeit für eine Pause, die mit „4 Meter“ eingeläutet wird.

Das zweite Set eröffnet Fred mit „Marzipan“ – und dann gibt es ein paar neue Lieder, so z. B. „Womanman“ von Pensen, Tottes Anti-Fußballlied oder die nicht gehaltene Hochzeitsrede von Labörnski.
Burger hat bei seinem Song an den Erste-Reihe-Fan ein bisschen Probleme – kein Wunder, sitzt doch seine Frau und seine Mutter mit im Publikum – da sollste so einen (zugegebenermaßen sehr geilen) Text erstmal fließend über die Lippen bekommen. Ein Riesenspaß, das ganze!
Nach „Mücken“ und „Winterschlussverkauf im KaDeWe“ ist es Zeit für den Balladenteil, der auch vom Publikum sehr ruhig angenommen wird. Pensen erzählt musikalisch, dass er es morgen noch einmal versucht, Burger spielt „Selbstverständlichkeit“ selbstverständlich für seine Frau und Rüdi gibt seinen ältesten Song „Töne“ zum Besten. Pensen begleitet ihn hierbei noch zusätzlich auf der Gitarre und die Töne, die da durch den Raum schweben, sind gänsehautmäßig. Ich bin ganz high und völlig begeistert! Thanks for these emotions…

Danach wird noch mal ordentlich Gas gegeben mit „Zwerge“, „Moti“, „Blasenschwäche“, „Tod in der Nordsee“ und „Reine Poesie“ Das Publikum tobt vor Begeisterung und fordert lautstark Zugaben. Nun ist dann auch Zeit für den inzwischen berühmten Sitzpogo…“Sabine hat auf Sand gebaut denn Horst hat keinen Hunger“ – mir wird Angst und Bange, denn unsere Bank hat vorher schon etwas geknarzt und ich fürchte, sie hält der Belastung nicht aus…daher verhalten Uta und ich uns mal etwas ruhiger…schräg hinter uns ist es dann soweit – die Bierbank bricht zusammen – kaputt gepogt! Die Leute nehmen es lässig und bleiben auf dem Fußboden sitzen :)

„Frösche weinen nie“ singt das Publikum dann mal auf Wunsch von Burger allein, bei der „Weltklassemelodie“ flammen überall Wunderkerzen auf und schwenken hin und her und bei „Haste mal“ sind es dann die Feuerzeuge, die gezückt werden.
Aber natürlich mag Braunschweig immer noch weiter Zugaben haben – also gibt es als Draufgabe noch „Interesse ist gut“, „SuSuSu“, „Schönheitschirurgie“ und „Morgens um acht“. Und weil alle so happy und gut drauf sind, natürlich auch noch den Rausschmeißer ganz ohne Strom. Oha, was für ein tolles Konzert, wir sind alle stehend begeistert und freuen uns, diesen Tourabschluss miterlebt zu haben.
Ich wollte um diese Zeit eigentlich schon längst wieder auf dem Weg nach Hause sein, aber erst einmal besuche ich den Merchandise-Stand – soviel Zeit muss sein, denn ich brauche noch dringend das im Januar erschienene neue Album vom Rüdiger Bierhorst. Nach ein paar freundlichen Gesprächen machen Uta und ich uns dann aber auch vom Acker, denn beide müssen wir früh raus. Unser Abschied fällt schnell aus, es stürmt draußen inzwischen dermaßen, dass wir schnell in die Autos flüchten. Meine Heimfahrt ist dann auch sehr, sehr anstrengend, man versucht ja, die Sturmböen mit vollem Körpereinsatz abzufangen und kräftig gegenzulenken. Aber gegen 2 Uhr bin ich dann doch wohlbehalten zu Hause angekommen und sehe einer kurzen Nacht entgegen – aber wurscht, ich weiß ja, wofür ich es gemacht habe! Jederzeit wieder!

- BiBi -

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