Nik Kershaw in Aschaffenburg (Colos-Saal) - von Gastautorin Kerstin

Dienstag, 29. November 2011 - BiBi

Nik Kershaw, meine musikalische „alte Liebe“ seit 1983, hat sich endlich mal wieder auf den nicht allzu weiten Weg von England nach Festland-Europa gemacht, um hier einige Solo-Konzerte zu geben und bei 80er Festivals aufzutreten. Seine letzten Konzerte in Deutschland waren im Mai 2009.
Am 29.11. fuhr ich nach der Arbeit nach Aschaffenburg. Auf dem Weg dorthin natürlich erst einmal ein Unfall mit Stau. Zum Glück konnten wir diesem noch entgehen und von der Autobahn abfahren. Über die Landstraße dauerte es – dank Verfahrensfehlers – auch noch etwas länger, so dass wir gegen 18.40 Uhr das Parkhaus in der Nähe des Colos-Saal erreichten. Ankunft am Club war dann wenige Minuten später, so dass wir gerade rechtzeitig zum Einlass am Ort des Geschehens waren. Schnell hatte ich auch andere Fans wiedergefunden. Nik ist leider nicht oft in Deutschland, man sieht sich einfach nicht oft genug!
Das Konzert war nicht ausverkauft, doch dass zu Einlass um 19 Uhr gerade mal 15 Leute an der Tür standen, beunruhigte mich ein wenig. Auch war es zu Beginn an der Bühne sehr einsam, gerade mal die erste Reihe war gefüllt. Nach und nach mehrte sich das Publikum. Zunächst hauptsächlich an den bereit gestellten Stehtischen und Barhockern, doch zögerlich gesellten sich auch Menschen zu uns nach vorne.
Um 20.15 Uhr endlich wurden die Lichter gedimmt und mit „Wide Boy“ startete das Konzert. Mit diesem Hit aus den 80er Jahren beglückte Nik natürlich gleich die meisten Besucher, die größtenteils mit der Musik dieser Zeit aufgewachsen waren (konnte man zumindest mal grob vom Alter her schätzen!). So war auch die Stimmung gleich ziemlich gut. Der zweite Song auf der Setlist war dann gleich ein brandneuer, der erst auf dem wahrscheinlich im nächsten Jahr erscheinenden Album zu finden sein wird: „Enjoy the Ride“. Obwohl ich dieses Lied gerade ein einziges Mal auf YouTube von einem Mitschnitt bei einem Festival kannte, konnte ich ihn schon fast mitsingen. Man kommt nicht umhin, immer wieder die tollen Melodien zu bewundern, die schon immer ein Markenzeichen des Songwritings von Nik Kershaw waren. Dazu kommt, dass die alten Stücke sich nahtlos in ein Programm neben die ganz neuen Lieder einfügen.
Insgesamt dauerte das Konzert gut 1,5 Stunden und Nik und Band spielten 21 Songs, davon neun von seinen Alben aus den 80er Jahren und drei, die erst auf dem kommenden Album erscheinen werden. Besonders die neuen Lieder glänzen durch ein sehr rockiges, gitarrenlastiges Arrangement. Niks Begleitband bestehend aus Paul Geary (Bass), Adam Evans (Gitarre), Simon Philips (Keyboard), Simon Merry (Schlagzeug) für einen entsprechenden Klangteppich.
Nach dem Konzert gab es an einem Tisch im hinteren Bereich des Saals zwei CDs zu kaufen: No Frills, die aktuellste CD, ein Akustik-Album angelehnt an die Solo-Acoustic-Shows, die Nik in England spielt. Nur der „little old man“ mit einer Gitarre und einer Loop Station. Die zweite war noch das Vorgänger-Album „To be Frank“. Mit jeweils 10 Euro waren die Alben sehr günstig zu haben.
Nik nimmt sich eigentlich immer nach den Konzerten auch Zeit für Fotos mit Fans und zum Autogramme geben. Etwa 30 Leute blieben dann auch bis kurz vor 23 Uhr, als sich Herr Kershaw dann zum Fußvolk gesellte. Ein positiver Effekt bei diesem Publikum im „gesetzteren“ Alter und hohem Männeranteil war, dass sich sofort spontan eine geordnete Reihe bildete, die dann an Nik vorbei defilierte und jeder so zu seinem Recht und seinem Autogramm bzw. Foto kam. Als ich an der Reihe war, ließ ich mir meine „No Frills“ unterschreiben, aber nicht ohne den Hinweis, dass nun alle meine Alben von ihm signiert seien und er daher dringend ein neues veröffentlichen müsse. Dann hatte ich noch ein gemeinsames Foto von seinem letzten Besuch in Deutschland dabei, welches er mir auch mit einem „To Kirstin, love Nik Kershaw“ signierte. Die „Kirstin“ hat er sich so angewöhnt und ganz ehrlich könnte Nik Kershaw mich auch Klaus nennen! Den Namen kann er sich dann echt aussuchen. Anschließend haben wir auch noch ein neues gemeinsames Foto gemacht, welches er dann bei seinem hoffentlich baldigen nächsten Besuch in Deutschland unterschreiben kann.
Setlist:
Wide Boy
Enjoy the Ride
Somebody loves you
Dancing Girls
Have a nice life
Get up
Bogart
The Riddle
You’re the best
Radio Musicola
The one and only
Promises Promises
Don Quixote
Billy
Rock of Ages
Wouldn’t it be good
Zugaben
Fiction
Oh you beautiful thing
Loud, confident and wrong
Human Racing
I won’t let the sun go down

- Kerstin –

Fotos von Nik Kershaw in Aschaffenburg