Nik Kershaw in London (O2 Shepherds Bush Empire) - von Gastautorin Kerstin

Freitag, 28. September 2012 - BiBi

Als Abschluss seiner UK-Tour spielte Nik Kershaw am 28.09.2012 im Londoner O2Shepherds Bush Empire. Für dieses Konzert waren auch VIP Tickets erhältlich, die mit 40₤ nicht viel teurer waren als die regulären Eintrittskarten. Wenn man also schon einen Flug und eine Übernachtung in London bezahlen muss, dann kann man die paar Pfund auch noch drauflegen für ein anschließendes 30-Minuten-Extra-Set und ein Meet & Greet.
Freitagmorgen also flog ich von Rhein-Main nach London City, mein Lieblingsflughafen in London. Er ist einfach so süß klein, keine langen Wege und mit der DLR auch direkt an die City angebunden. So kam ich dann schon gegen 9.30 Uhr in Shepherds Bush an. An der Straße musste ich kurz warten und was fuhr in dem Moment vor: Nik’s Tourbus! Ha! Das fing gut an. Das Hotel hatte ich aufgrund seiner Lage ausgewählt, nämlich direkt um die Ecke von der Halle. Das Zimmer war um die Zeit natürlich noch nicht fertig, also ließ ich zunächst mein Gepäck dort und ging einkaufen.
Am frühen Nachmittag konnte ich dann mein Zimmer beziehen und bei der Gelegenheit auch das kleinste Badezimmer begutachten, das ich je in London hatte. Mit den Abmessungen 1,00 x 1,70m kaum größer als ein Gäste-WC hatte es immerhin eine Dusche, Waschbeckchen und eine Toilette. Man konnte sich praktischerweise auf dem Weg zum Klo gleich duschen und während man auf dem WC saß auch gleichzeitig die Zähne putzen!
Inzwischen hatte sich das Wetter leider etwas verschlechtert. Gut, dass man vor dem SBE überdacht anstehen konnte. Vor der Halle hatten sich um 15 Uhr auch schon vereinzelt Fans eingefunden, die auf 16 und die angekündigte Umtauschaktion der VIP Karten gegen laminierte Pässe warteten. Zur vorgesehenen Zeit war die Schlange dann schon etwas länger und die Pässe gegen 16:30 auch endlich bereit. Es fiel schon jetzt auf, dass wie erwartet fast jeder ein VIP Ticket hatte. Zwei Schlangen bildeten sich, die eine für den Innenraum mit Stehplätzen und die andere für die Ränge mit Sitzplätzen. Der Ablauf war so vorgesehen, dass Nik zunächst zwei Sets spielen würde, eines davon mit allen Songs seines ersten Albums ‚Human Racing‘ und danach alle gehen müssten, die keinen VIP-Pass hatten und es dann anschließend noch ein 30-Minuten-Set geben würde.
Ich eroberte mir gleich einen Platz in der ersten Reihe, die Bühne erschien mir niedriger als in meiner Erinnerung. Das Konzert wurde auch für eine DVD mitgefilmt, aber in einer sehr zurückhaltenden und den Zuschauer wenig störenden Art und Weise. So gab es einen Kamerakran, der aber hinter der Band aufgebaut war und die Nahaufnahmen erfolgten mit kleinen Handkameras, die zum Teil gerade mal gute Digital-Spiegelreflex-Kameras waren. Das Konzert begann pünktlich und ohne Vorgruppe. Im ersten Set gab es einen Mix aus Nik Songs quer durch alle Alben, außer Human Racing. So zum Beispiel „Cowboys and Indians“ von The Works, „Wide Boy“ von The Riddle und natürlich einigen Songs vom aktuellen Album Ei8ht. Nach diesen ersten 14 Songs gab es eine kurze Pause von so ca. 15 Minuten.
Im zweiten Set kamen dann zunächst alle Songs von Human Racing zum Zuge. Man hörte den Liedern nicht an, dass sie allesamt schon 30 Jahre auf dem Buckel hatten, die Band war einfach fantastisch und Nik’s Drumsolo beim Song „Drum Talk“ besonders toll, weil auch der Keyboarder und der zweite Gitarrist zum Schlagwerkzeug griffen. Anschließend an diese 10 Stücke kamen noch drei Zugaben, eine davon „Roses“ gefiel mir hier extrem gut. Schon als es in den 80ern auf dem Album The Riddle veröffentlicht wurde war es einer meiner Lieblingssongs. Nik spielte fast durchgehend bei allen Liedern Gitarre, nur ganz selten legte er sie mal aus der Hand. Manchmal hatte ich gar das Gefühl, er „hält“ sich an dem Instrument fest, damit er mit seinen Händen was zu tun hat.
Die nun folgende Pause war etwas länger, so ca. 20 oder 25 Minuten. Währenddessen wurde auf der Bühne schon fleißig abgebaut und es wurde klar, dass Nik das dritte Set allein akustisch bestreiten würde. Die Setlist wurde aber erst mal unter einem Handtuch versteckt gehalten, damit wir neugierigen Fans nicht sehen konnten, was uns erwartete.
Nik spielte dann im 3. Set nochmals 8 Songs, die mit dann jeweils durchschnittlich 4 Minuten eine gutes halbe Stunde ergaben. So lange hatte ich ihn noch nie auf der Bühne gesehen. Das Lied „Red Strand“ vom aktuellen Album kündigte er mit den Worten an, dass er damit seine Frau Sarah zu Tränen gerührt hätte. Mir persönlich ist der Song etwas zu ruhig, da kam mir „Wounded“ schon eher entgegen.
Alles in allem dürfte das Konzert ca. 2 Stunden lang gewesen sein. Ich bin sehr gespannt auf die DVD und ob darauf dann alle Stücke sein werden, die VIP-Session wurde übrigens nicht mehr mitgefilmt.
Nach dem Konzert dauerte es noch einen Moment, bis Nik zum Meet & Greet heraus kam. Allerdings war die Schlange unendlich lang und ich hatte keine Lust, mich noch mal für eine Stunde anzustellen für ein Autogramm. Lieber warte (und hoffe) ich auf Konzerte in Deutschland, da wird sicher wenige los sein und Nik kommt ja sowieso nach den Konzerten noch für Fotos etc. zu den Fans.
- Kerstin -

Fotos von Nik Kershaw in der London