Boppin' B in Oldenburg (Caddilac)

Freitag, 15. November 2013 - BiBi

Auch wenn ich traurig bin, dass der Sommer vorbei ist – und es war ein schöner Sommer – freue ich mich, dass die Club-Saison wieder gestartet ist. Irgendwie häng ich immer noch gern in kleinen Locations vor den Bühnen rum :D

Vor allem möchte ich heute mal einen für mich neuen Club besuchen – das Caddilac in Oldenburg. Ich hatte im September schon ein Ticket für ein Monsters of Liedermaching-Konzert dort, das ich dann aber doch nicht besuchen konnte. Aber heute habe ich alles gut geplant. Ich hab mir Urlaub genommen, um schön ausgeruht und ausgeschlafen zu sein…ich habe mich geschont und gepflegt und kann dann gutgelaunt um 18 Uhr starten. Oldenburg ist eine knappe Stunde entfernt –und trotz Feierabendverkehr komme ich auch gut durch. Irgendwann sagt mein Navi, ich habe mein Ziel erreicht – hm…aber ich sehe keinen Club. Vermute aber den Eingang zwischen den Häusern – also drehe ich eine neue Runde und siehe da, ich habe recht. Und Glück hab ich noch dazu, denn ich finde auf dem Parkstreifen der großen Straße ein Plätzchen für meinen VW. So soll das. Noch bevor ich aussteigen kann, reißt jemand die Tür auf, ich erschrecke mich erst, aber dann erkenne ich Jenny und freue mich, sie wieder zu sehen. Wir fahren ja ab und an gemeinsam zu Boppins-Konzerten, aber sie kommt aus Oldenburg, da war es nix mit einer gemeinsamen Anfahrt. Nach einer Begrüßung und der Vergewisserung, dass ich ab 19 Uhr ohne Parkschein parken darf, mach ich mich aber schnell auf zum Club, denn – wie immer – ich muss auf Toilette.

Da draußen an der Tür ein großes Leuchtschild mit OPEN flimmert, bin ich der Meinung, es ist geöffnet. Die Tür ist auch nicht abgeschlossen – also rein…ich finde mich in einem kleinen Barraum mit Tischen und Stühlen wieder. Am Tresen sitzen einige Leute, aber man weist mir gleich wieder die Tür. Sie hätten eine Veranstaltung, klärt man mich auf. Ach was…das ist auch der Grund, warum ich hier bin – ja, da würde man aber erst später öffnen. Nun, dann sollte man vielleicht das Schild draußen ausschalten. Man guckt mich verständnislos an, ich darf aber freundlicherweise die sanitären Anlagen benutzen und trolle mich dann wieder nach draußen – ich will ja nicht stören.
Nachdem ich so 20 Minuten vor der Tür rumgestanden habe (Jenny wartet an der Straße noch auf ihre Schwester, die direkt von der Arbeit kommen will), reißt jemand die Tür auf und fragt mich allen Ernstes, ob ich nicht reinkommen möchte. Na, eben durfte ich nicht. Ja, doch, jetzt aber schon. Na gut, also rein, Eintrittskarte gekauft – und wie ich es so kenne, lauf ich auch gleich weiter, mach die Tür zum Saal auf. Oh, Holla…da gibt’s gleich wieder Mecker. Da darf man noch nicht rein. Okay, woher soll ich das wissen, hier scheint alles etwas anders als woanders zu sein *gg* - Also setze ich mich erst einmal an den Tisch vor der Saaltür, hol mir eine Cola Zero und freu mich, hier zu sein. Thomas und Sebastian von der Band kommen vorbei und sagen Hallo, mit Mercher Kitty wechsle ich einige Sätze – Jenny und ihre Schwester Marion sind inzwischen auch drin angekommen. Also warten wir, dass sich die Türen öffnen. Irgendwann wird dann auch die Tür zum Saal geöffnet und wir drei suchen uns sofort unser Plätzchen vor der Bühne.

Heute hab ich meine Mutter ja mal nicht dabei, was sie zwar traurig macht, aber was ich für besser gehalten habe. Denn wenn ich einen Club nicht kenne, weiß ich ja nicht, ob es da die Möglichkeit gibt, sich auch irgendwo hinzusetzen. Ein ganzes Konzert im Stehen hält sie halt nicht durch, immerhin ist sie zwischenzeitlich 80 Jahre geworden. Nun sehe ich, dass neben der Eingangstür des Saals ein paar Stühle gestapelt stehen – und nachdem das Konzert einfach nicht anfangen will und ich auch schon von einem Bein aufs andere trete, hole ich mir so einen Stuhl und stelle ihn seitlich in die Ecke und warte dort, bis es dann endlich los geht. Zwischenzeitlich ist noch ein bekanntes Gesicht aufgetaucht – Karsten, der Vater meiner früheren Konzert-Junkies-Mitstreiterinnen Nadine und Micha. Besonders voll ist es zwar nicht, aber der Raum ist auch nicht so wahnsinnig groß und damit sieht es dann doch angenehm aus, als das Konzert dann endlich mit „Call it Rock’n’Roll“ startet. Sowohl Band als auch Publikum sind wohl gelaunt und alle haben ihren Spaß bei tollen Songs wie „Ruby“, „Honey Hush“, „Rock Jungle“, „King of Bongo“, „16 Chicks“ oder „Rulez of Rock’n’Roll“.

Da sich bei mir leider zwischenzeitlich etwas Fußschmerzen eingestellt haben, geh ich immer wieder mal zum Stuhl und hocke mich drauf…so kann ich aber auch das immer gespielte „Chemical reaction“ besser aushalten. Und es schnippst sich auch besser im Sitzen bei „I can’t dance“ :)
Was mich richtig, richtig dolle freut ist „Wild saxophone“, das ich lange nicht mehr live gehört habe. Und vom Sänger Sebastian, der ja erst seit 2013 mit am Boppin-Bord ist, schon mal gar nicht. Ich freu mich, dass seine Stimme hier in Oldenburg wirklich gut zur Geltung kommt und kann die Wahl der Rest-Band nur begrüßen…da habt ihr euch wirklich eine Sahneschnitte ausgesucht.
Lustige Redereien gibt es natürlich naturgemäß auch – diesmal wird drüber spekuliert, wer wem ähnlich sieht. Mit wem Golo neulich mal wieder verwechselt wurde, sollen wir uns selber denken – Sebastian hat Ähnlichkeit mit Jean Pütz (klar, liegt am gezwirbelten Bart) – und Didi meinte, Franky könnte man vielleicht mit Pensen von den Monsters verwechseln. Da muss ich aber lautstark protestieren. Nein, in Wirklichkeit würde Franky auch eher Eddy Van Halen ähnlich sehen – was aber Franky protestieren lässt, denn er möchte lieber wie Jon Bon Jovi aussehen. Das sind Probleme, was? :D Für Lacher war also auf jeden Fall gesorgt – aber auch weiterhin für guten Rock’n’Roll.

Total genial finde ich z. B. „Lonesome tremolo“ – ein super Song, den ich auch bisher noch nicht kannte. Aber auch „Hot Rod Girl“, „Take me away“, „If you believe“ , “Up jump the devil” oder “Rockin Rollin Stone” höre ich immer wieder gern. “Good Gully Miss Molly” ist durch Sebastian ins Programm gekommen, zumindest hatte ich den Song in meinen Jahren vorher mit Boppin’ B noch nicht gehört. Dies gilt ebenso für „Bim Bam“ – gefällt mir alles sehr sehr gut. Auch toll zu sehen, wie oft Sebastian zur Posaune greift – eine gute Ergänzung zum Sound.
„Enjoy the silence“ ist eher etwas zum runter kommen, aber mit seiner wunderschönen Melodie auch ein absoluten Highlight. Zum Finale gibt’s dann noch „Mercury“, „How low will you go“, „Are you gonna be my girl“ und „The only way” .

Natürlich fordern wir alle lautstark nach einer Zugabe und so lässt sich die Band nicht lange bitten und gibt noch was zum Besten – und was für tolle Sachen: „She’s gone“ vom schwarzen Album – boh, wie klasse. Und auch „Americano“ steht dem nicht nach. Feine Sachen, die Freude machen!
Aber dann ist es leider vorbei, auch das ausführlichste Konzert hat mal ein Ende. Ich packe langsam meine Sachen zusammen und trolle mich wieder in den Tresenraum zurück, finde einen freien Tisch, setze mich, krame Geld hervor, um noch einen Drink zu kaufen – und dann sehe ich eine liebe Freundin, die ich bestimmt schon zwei Jahre oder länger nicht mehr getroffen hat. Mein Strubbelchen aus Hamburg ist da…sie kommt gleich rüber und so können wir uns mal wieder etwas austauschen – ein perfekter Abschluss dieses schönen Abends. Das mit dem Drink hab ich inzwischen vergessen und mach mich dann auch auf den Heimweg.

Das Autoradio voll aufgedreht fahre ich durch die Nacht, singe lauthals mit – gutgelaunt, wie ich bin – und hab‘s Gehirn mal komplett ausgeschaltet, denn plötzlich weiß ich gar nicht mehr, wo ich genau bin…häh? Ich fahre doch eigentlich nur Autobahn, die ich einmal in Delmenhorst wechseln muss…ja, aber dann muss man sich auch Richtung Hamburg halten. Ich hab mich Richtung Bremen gehalten und düse plötzlich auf der dunklen B 75 lang. Naja, denke ich, dann fahr ich eben etwas anders, auch kein Problem. Doof nur, dass genau die Abfahrt, die ich nehmen muss, wegen Bauarbeiten gesperrt ist und ich daher eine früher runter fahre und mich durch Baustellen schlängele. Aber ich bin trotzdem entspannt – immerhin befinde ich mich in Bremen und da wird früher oder später irgendwas auftauchen, das ich kenne und an dem ich mich orientieren kann. Und so ist es auch. Mit einem kleinen Umweg, einer nächtlichen Stadtrundfahrt lande ich dann aber doch wieder auf der Autobahn und kann die letzten Kilometer störungsfrei zurück legen.
Jetzt habe ich nicht nur einen neuen Club kennengelernt, ein tolles Konzert gehabt, sondern auch noch liebe Menschen wieder getroffen – was kannste mehr von einem Freitag verlangen? Ich glaub, ich fahre nächste Woche gleich wieder los!

-BiBi -
Fotos von Boppin‘ B in Oldenburg